Gewinner und Verlierer der Bundesligavorrunde

Die Bundesliga-Hinrunde ist beendet. 1899 Hoffenheim ist inoffizieller Herbstmeister. Punktgleich mit den Bayern führt der Aufsteiger dank der besseren Tordifferenz die Tabelle an. Zeit für eine Bilanz. 

Gewinner: 1899 Hoffenheim
Dass der Aufsteiger eine Großmacht im deutschen Fußball werden kann, das ahnten viele. Mit einem Milliardär im Rücken keine allzu gewagte Prognose. Doch dass es so schnell gehen würde hätte keiner erwartet. Die Hoffenheimer dominierten viele ihrer 17 Spiele nach belieben, glänzten mit offensiver Fußballpower, dass den Gegnern schwindelig wurde. Heraus stach Vedad Ibisevic. 18 Tore in 17 Spielen haben Gerd Müllersche Züge. Dazu zwei neue deutsche Nationalspieler in Marvin Compper und Tobias Weis – nicht die letzten vermutlich. Ralf Rangnick ist der Trainer der Vorrunde. Ausgerechnet gegen Schalke 04, die ihn einst davonjagdten, wurde 1899 Herbstmeister – und könnte im Mai dort Deutscher Meister werden. 

Verlierer: Borussia Mönchengladbach
Im vergangenen Sommer wurde Mönchengladbach Zweitligameister – sechs Punkte vor 1899 Hoffenheim. Heute liegen die Gladbacher 24 Punkte hinter Hoffenheim. Auch wenn der Spitzenklub der 1970er-Jahre nicht die gleichen finanziellen Voraussetzungen hat wie sein Mitaufsteiger eine verheerende Bilanz. Als erstes Team wechselten sie den Trainer, genutzt hat es nichts. Dem neu verpflichteten Hans Meyer gelangen nur sieben Punkte. Die Fohlenelf, die stürmend die Liga erorbert – in Mönchengladbach Geschichte. In Hoffenheim wird dazu ein neues Kapitel geschrieben. 

Gewinner: Hertha BSC Berlin
Nach zwei mittelmäßigen Jahren ist der Hauptstadtverein zurück im Konzert der Bundesligaelite. Zwei Punkte hinter dem Spitzenduo die Chance auf die Meisterschaft – ein Traum würde war für Fans und Verantwortliche. Doch schon droht Ungemach. Manager Dieter Hoeneß lässt sich nach Vorstandskollegenmeinung zu sehr für die derzeitige positive Bilanz feiern. Der Neid greift um sich. Und frisst möglicherweise am Ende den Erfolg. 

Verlierer: Jürgen Klinsmann
Was hat man nicht alles vor der Saison vernommen. Einen neuen Geist wollte Klinsmann dem FC Bayern München einhauchen. „One-touch-Football“ sollte es sein. Schnell und offensiv, schön und erfolgreich sollte gespielt werden. Buddhas wurden aufgestellt, Urgesteine wie Sepp Maier und Dr. Müller-Wohlfahrt rasiert. Übriggeblieben ist davon? Nichts! Die Bayern spielen wieder so wie immer, ergebnissorientiert. Bessere Spiele sind entweder dem Gegner geschuldet oder Franck Ribéry. Der kleine Franzose verkörpert auch in dieser Saison wieder Weltklasse beim Rekordmeister. Doch ohne ihn sieht es meist mau aus. Und von Klinsmann sind nichts anderes zu hören als die immer gleichen Frasen vom Spaß und Lernprozess. Dass Klinsmann sein Team auf Augenhöhe mit den europäischen Spitzenteams sieht ist legitim. Den Beweis hat der FC Bayern noch nicht erbracht, denn ein Weiterkommen in einer mittelmäßigen Champions League-Gruppe reicht dafür noch nicht aus. Im Frühjahr kommt die Bewährungsprobe. 

StR

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Die Ergebnisse des 17. Spieltags im Überblick:

Borussia Dortmund – Borussia Mönchengladbach 2:1
Werder Bremen – VfL Wolfsburg 2:1
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 1:0
VfB Stuttgart – Bayern München 2:2
Bayer Leverkusen – Energie Cottbus 1:1
Hannover 96 – Arminia Bielefeld 1:1
Hertha BSC Berlin – Karlsruher SC 4:0
VfL Bochum – 1. FC Köln 1:2
1899 Hoffenheim – FC Schalke 04 1:1

Tabelle

1 1899 Hoffenheim 35
2 Bayern München 35
3 Hertha BSC Berlin 33
4 Hamburger SV 33
5 Bayer Leverkusen 32
6 Borussia Dortmund 29
7 FC Schalke 04 27
8 Werder Bremen 26
9 VfL Wolfsburg 26
10 VfB Stuttgart 25
11 1. FC Köln 22
12 Eintracht Frankfurt 19
13 Hannover 96 17
14 Arminia Bielefeld 14
15 Karlsruher SC 13
16 Energie Cottbus 13
17 VfL Bochum 11
18 Borussia Mönchengladbach 11

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Das wichtigste Spiel: Bayern schlägt Hoffenheim

Der 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga stand ganz im Zeichen der Spitzenbegegnung zwischen Aufsteiger und Tabellenführer TSG 1899Hoffenheim und dem Rekordmeister und Tabellenzweiten Bayern München.

 

Das Spitzenspiel hielt in der ersten Halbzeit zumindest in Sachen Abwehrarbeit, Aggressivität und Tempo das, was man sich von ihm versprach. Vor allem die Hoffenheimer störten den Gegner schon früh bei Ballbesitz, bewegten sich dabei aber oft an der Grenze zum Legalen. Bayerns Abwehrchef Lucio und sein Gegenüber Compper verdienten sich in dieser Phase Bestnoten. Im Spiel nach vorne blieben dagegen beide Titelkandidaten noch etwas unter ihren Möglichkeiten, leisteten sich zu viele unnötige Ballverluste und Fehlpässe und ließen dafür zu selten ihr spielerisches Potenzial aufblitzen. Den besten Angriff vor der Pause führte die Bayern-Offensive auf: Zé Roberto verlängerte Lahms lange Hereingabe auf Toni, der freistehend nur das Außennetz traf (12.). Auf der Gegenseite übersah Ba den besser postierten Ibisevic (7.). Jedoch machte es der Topscorer eine knappe halbe Stunde später auch nicht besser, als er eine gute Konterchance mit einem zu schwachen Abschluss liegen ließ. Die größte Einschussgelegenheit der ersten Halbzeit war allerdings einem Torhüterfehler zu verdanken: Bayerns Rensing faustete an Eduardos Freistoßflanke vorbei, der Meister hatte dann richtig Glück, weil Jungnationalspieler Compper den Ball im Nachsetzen nicht richtig traf (15.).

 Bayern gegen 1899 auf YouTube

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie auch im spielerischen Bereich besser. Gerade einmal vier Minuten nach dem Wiederanpfiff erzielte Ibisevic sein 18. Saisontor und brachte damit den Gast in Führung. Dabei schubste der Bosnier, bevor er Weis Zuspiel erfolgreich verwandelte, seinen Gegenspieler Oddo unfair um. Die Bayern drohten daraufhin die Nerven zu verlieren – Torhüter Rensing lenkte Eduardos Distanzversuch gerade so eben mit seinen Fingerspitzen ins Toraus und sah anschließend nach einem Scharmützel mit Hoffenheims Angreifern Ibisevic und Obasi die Gelbe Karte (54.) – ehe Philipp Lahm mit einer grandiosen Einzelaktion seine Münchener wieder ins Rennen warf. Einen Sololauf schloss er mit einem von Hoffenheims Abwehrchef Compper noch entscheidend abgefälschten Schuss erfolgreich ab (60.). Der Titelverteidiger griff daraufhin nach dem Sieg, derweil sich die TSG etwas in die Defensive zurückfallen ließ. Zwar scheiterte der eingewechselte Salihovic erst im letzten Moment an Rensing (87.), aber die Mehrzahl der Chancen besaßen Luca Toni (68., 69., 73., 75., 88.) , Miroslav Klose (72., 75., 81.) und ihre Mitstreiter. Als das Spitzenspiel schon mit dem für die TSG etwas glücklichen Punktgewinn zu enden schien, spitzelte Ibertsberger den Ball im Zweikampf gegen Klose unglücklich zu Toni, der freistehend wenig Mühe hatte, erfolgreich einzuschieben. 1899-Keeper Haas war noch mit den Händen am Ball, konnte ihn allerdings nicht mehr entscheidend ablenken.

 

Trotz der Niederlage untermauerte Hoffenheim seine Ambitionen für die Zukunft und fand in dem letztlich doch druckvolleren Gewinner aus München seinen ärgsten Konkurrenten im diesjährigen Meisterschaftskampf. Nach wie vor liegen die Hoffenheimer vor den Bayern, allerdings nur noch Dank des besseren Torverhältnisses.

 

Die Ergebnisse des 16. Spieltags im Überblick:

 

Bayern München – 1899 Hoffenheim 2:1

FC Schalke 04 – Hertha BSC Berlin 1:0

Eintracht Frankfurt – VfL Bochum 4:0

Karlsruher SC – Werder Bremen 1:0

Energie Cottbus – VfB Stuttgart 0:3

Arminia Bielefeld – Borussia Dortmund 0:0

Borussia Mönchengladbach – Bayer Leverkusen 1:3

VfL Wolfsburg – Hannover 96 2:1

1. FC Köln – Hamburger SV 1:2

 

Tabelle

 

1 1899 Hoffenheim 34 P

2 Bayern München 34 P

3 Bayer Leverkusen 31 P

4 Hertha BSC Berlin 30 P

5 Hamburger SV 30 P

6 VfL Wolfsburg 26 P

7 FC Schalke 04 26 P

8 Borussia Dortmund 26 P

9 VfB Stuttgart 24 P

10 Werder Bremen 23 P

11 Eintracht Frankfurt 19 P

12 1. FC Köln 19 P

13 Hannover 96 16 P

14 Arminia Bielefeld 13 P

15 Karlsruher SC 13 P

16 Energie Cottbus 12 P

17 VfL Bochum 11 P

18 Borussia Mönchengladbach 11 P

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