Hertha, Hoffenheim, HSV, Leverkusen. Da träumen Mannschaften vom Titel, denen man es nie zugetraut hätte
Was ist das für eine Saison, in der am Ende Hertha BSC Berlin Meister werden kann? Nicht die hochbezahlten Bayernstars, nicht die Millionentruppe aus Gelsenkirchens Schalke und auch nicht die technischen Feingeister von Werder Bremen. Sondern eine Mannschaft, bei der man sich (zumindest außerhalb Berlins) irgendwie fragt, warum sie an der Spitze der Tabelle stehen kann.
Pantelic und Voronin mit jeweils sechs Treffern als Toptorjäger sind Bundesligadurchschnitt. Cicero und Kacar kommen auf je fünf Treffer. Sprich: Die Hertha ist schwer auszurechnen. Es gibt keinen Topstar, der einfach ausgeschaltet werden muss. Dazu steht die Abwehr sicher. Zweitbeste Defensive der Liga mit nur 23 Gegentreffern. Das allein scheint in dieser Saison zu genügen, um ganz nach oben zu gelangen. Die Berliner gewannen in dieser Saison bislang fünfmal knapp mit 2:1, dazu dreimal 1:0. Direkte Duelle gegen die Teams an der Tabellenspitze HSV, Leverkusen, Hoffenheim, Bayern konnten gewonnen werden. Es sieht so aus, als ob diese Beständigkeit am Ende den Ausschlag für die Hertha im Meisterschaftsrennen geben könnte.
Gegen die Bayern konnte am vergangenen 20. Spieltag trotz personeller Ausfälle, beispielsweise ohne Pantelic, mit einer Energieleistung 2:1 gewonnen werden. Doppeltorschütze Voronin und Torhüter Drobny als Sieggarant, der beste Bayernchancen zunichte machte, vermiesten den Münchnern die erste Top-Platzierung in dieser Spielzeit. Der FC Bayern war vor allem im Angriff ohne Durchschlagskraft, musste zudem früh den angeschlagenen Luca Toni ersetzen.
Der Sprung Herthas an die Spitze gelang aber nur, weil Hoffenheim gegen Leverkusen verdient zu Hause 1:4 unterlag, wodurch Leverkusen sich im Titelrennen zurückmeldet. „Was ist das für eine Saison, in der am Ende Leverkusen Meister werden kann?“, ist auch ein bezeichnender Satz, der vieles über die laufende Saison aussagt. Ganz zu schweigen davon, dass man „Leverkusen“ auch durch „Hoffenheim“ ersetzten könnte und damit alles über den Überraschungswert der Bundesliga gesagt wäre.
Zutreffen könnte auch: „Was ist das für eine Saison, in der am Ende der HSV Meister werden kann?“ Jener Verein, der seit mehr als 20 Jahren einem Erfolg hinterherhechelt und davon zehrt Bundesligadino zu sein (seit Gründung der Bundesliga 1963 ununterbrochen dabei). Das 2:0 gegen Bielefeld nährt an der Alster die Hoffnungen auf den großen Wurf.
Sollte es am Ende aber heißen: „Was ist das für eine Saison, in der Bayern München Meister werden kann“, dann wissen wir – es war eine Saison wie immer.
StR
Die Ergebnisse des 20. Spieltags im Überblick:
1899 Hoffenheim - Bayer Leverkusen 1:4
Hertha BSC Berlin - Bayern München 2:1
VfL Bochum - FC Schalke 04 2:1
Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg 0:2
Hannover 96 - VfB Stuttgart 3:3
1. FC Köln - Karlsruher SC 0:0
Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 1:1
Borussia Dortmund - Energie Cottbus 1:1
Hamburger SV - Arminia Bielefeld 2:0
Tabelle
1 Hertha BSC Berlin 40 P
2 1899 Hoffenheim 39 P
3 Hamburger SV 39 P
4 Bayern München 38 P
5 Bayer Leverkusen 36 P
6 VfL Wolfsburg 33 P
7 VfB Stuttgart 32 P
8 Borussia Dortmund 31 P
9 FC Schalke 04 30 P
10 Werder Bremen 27 P
11 1. FC Köln 25 P
12 Hannover 96 21 P
13 Eintracht Frankfurt 20 P
14 Arminia Bielefeld 18 P
15 VfL Bochum 17 P
16 Energie Cottbus 17 P
17 Karlsruher SC 17 P
18 Borussia Mönchengladbach 13 P
toll weiter so
Was ist das für eine Saison? Eine GUTE! Weg vom üblichen Gebolze der Rekordhalter. Hertha BSC hat’s verdient!