Stuttgart drängt nach oben, Klinsmann geht nach Hause

Am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist der Kandidatenkreis für die Meisterschaft auf fünf Teams angewachsen. Eines davon hat spektakulär den Trainer gewechselt

Am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist der Kandidatenkreis für die Meisterschaft auf fünf Teams angewachsen. Während der VfL Wolfsburg, Bayern München und der Hamburger SV patzten, gewannen Hertha BSC Berlin und der VfB Stuttgart ihre Spiele. Somit liegen nun nur drei Punkte zwischen dem Tabellenersten und -fünften.

Wolfsburg verlor überraschend in Cottbus 0:2, Bayern München musste zu Hause gegen Schalke eine 0:1-Niederlage quittieren. Schlecht sah der HSV in Dortmund aus. Das 0:2 zeigte deutlich, dass der HSV der Dreifachbelastung aus Meisterschaft, Uefa-Cup und DFB-Pokal Tribut zollen musste.

Für Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann war die 0:1-Niederlage gegen Schalke genau eine zuviel. Bereits in DFB-Pokal und Champions League krachend rausgeflogen, war der Gewinn der Meisterschaft der letzte Rettungsanker für Klinsmanns Job. Doch Anspruch und Wirklichkeit klafften weit auseinander. Einerseits stand da Klinsmanns Aussage vom Saisonbeginn, jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser machen zu wollen. Andererseits verrieten schwache Auftritte wie das 1:0 in Bielefeld oder das 0:1 gegen Schalke das Gegenteil. Bayern München versteht sich als der Krösus der Liga. Bei den Bayern gibt es riesige Ansprüche und ein Führungsgremium, das aus ehemaligen Weltklassespielern besteht. Hier muss der Trainer seine Motivationsreden mit Substanz füllen und hervorragende Ergebnisse auf dem Platz abliefern. Klinsmann und seine Truppe konnten das nicht. Und dann fliegt immer zuerst der Trainer. Ob gerechtfertigt oder nicht – Klinsmann blieb hinter seiner selbstgeschürten Erwartungshaltung weit zurück. Bayern ist derzeit nicht mehr als ein ganz normaler Bundesligaklub. Und so was können die Bosse nicht durchgehen lassen. Sonntagmorgen zogen sie einen Schlussstrich.

Nachfolger wird Jupp Heynckes – als Platzhalter bis zum Ende der Saison. Bis ein neuer Zampano gefunden worden ist. Heynckes war zwischen 1987 und 1991 Bayern-Trainer. Seinen größten Erfolg feierte er 1998 mit dem Gewinn der Champions League mit Real Madrid. Als hochdekorierter Trainer kam er danach in die Bundesliga zurück, scheiterte aber bei seinen Engagements bei Schalke 04 und in Mönchengladbach.

Zurück zum 29. Spieltag: Gewinner war zum einen Hertha BSC Berlin. Die Berliner schienen zwischendurch aus dem Titelrennen ausgeschieden, konnten sich mit knappen Siegen zuletzt gegen Bremen (2:1) und nun in Hoffenheim (1:0) aber wieder nach vorne schieben. Zum anderen ist der VfB Stuttgart die Mannschaft der Stunde. Nach der Übernahme des Traineramtes durch Markus Babbel im November, Europameister von 1996 und unter anderem bei Bayern München und dem FC Liverpool aktiv, startete der VfB eine beeindruckende Aufholjagd Richtung Tabellenspitze. 15 Spiele in der Bundesliga hat Babbel mittlerweile betreut. Davon wurden elf gewonnen, zuletzt am Wochenende gegen Frankfurt 2:0, drei unentschieden gespielt und nur eines verloren. Geht es in diesem Stil weiter, heißt der neue Meister urplötzlich VfB Stuttgart.

Am Tabellenende wehren sich die Kleinen. Cottbus hat sich durch seinen Sieg gegen Wolfsburg Luft verschafft, Karlsruhe gewann 1:0 in Leverkusen. Kurios das Siegtor: Eine Grätsche von Verteidiger Langkamp im Mittelkreis ließ den Ball 40 Meter weit über Leverkusen Torhüter Rene Adler ins Tor fliegen. Glück muss man eben haben. Unten wie oben. Gegen den Abstieg und für die Meisterschaft. Und als Bayern-Trainer sowieso.

StR

Die Ergebnisse des 29. Spieltags im Überblick:

1899 Hoffenheim  -  Hertha BSC Berlin 0:1
Bayern München  -  FC Schalke 04 0:1
Borussia Dortmund  -  Hamburger SV 2:0
VfB Stuttgart  -  Eintracht Frankfurt 2:0
Bayer Leverkusen  -  Karlsruher SC 0:1
Werder Bremen  -  VfL Bochum 3:2 
Hannover 96  -  1. FC Köln 2:1
Energie Cottbus  -  VfL Wolfsburg 2:0 
Borussia Mönchengladbach  -  Arminia Bielefeld 1:1 

Tabelle

1 VfL Wolfsburg    57 P
2 Hertha BSC Berlin     55 P
3 Bayern München   54 P
4 VfB Stuttgart   54 P
5 Hamburger SV    54 P
6 FC Schalke 04   49 P
7 Borussia Dortmund    49 P
8 1899 Hoffenheim   45 P
9 Bayer Leverkusen   42 P
10 Werder Bremen     39 P
11 Eintracht Frankfurt   32 P
12 1. FC Köln 32 P
13 Hannover 96     32 P
14 VfL Bochum    28 P
15 Energie Cottbus   26 P
16 Arminia Bielefeld     25 P
17 Borussia Mönchengladbach 24 P
18 Karlsruher SC     22 P

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Norddeutsche Wochen

Am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat es keine Überraschungen gegeben. Die ersten sieben Mannschaften in der Tabelle gewannen alle ihre Spiele, so dass es keine Platzierungswechsel an der Spitze gab und der VfL Wolfsburg weiterhin auf Rang 1 liegt – mit drei Punkten vor Bayern München und dem Hamburger SV.

In den beiden Sonntagsspielen richtete sich der Blick auf den Hamburger SV und Werder Bremen. Hamburg gewann sein Spiel gegen Hannover 2:1, Bremen verlor mit dem gleichen Ergebnis in Berlin. Der HSV und Werder stehen derzeit im Fokus der deutschen Fußballfans, denn sie haben europäischen Glanz in die Bundesliga gebracht und treffen in den nächsten drei Wochen viermal aufeinander: in der Meisterschaft, im nationalen DFB-Pokal und im europäischen Uefa-Pokal. Die Nordrivalen zogen am vergangenen Donnerstag ins Halbfinale des Uefa-Cups ein und sorgen dort zum ersten Mal seit 1989 für ein rein deutsches Vorschlussfinale (damals VfB Stuttgart gegen Dynamo Dresden).

In den Pokalbegegnungen gelten die Bremer als Favorit, auch wenn sie in der Meisterschaft in dieser Saison weit hinter dem HSV stehen. Die letzte Europapokal-Halbfinalteilnahme datiert für den HSV aus dem Jahr 1983. Der letzte Titelgewinn war 1987 im DFB-Pokal. Von 1987 bis heute dagegen gewann Werder Bremen acht Titel. Außerdem präsentiert sich Bremen in dieser Spielzeit als ausgesprochene Pokalmannschaft, die immer dann zu Höchstform aufläuft, wenn ein K.O.-Spiel ansteht. Das gilt insbesondere für Bremens Regisseur Diego, der im letzten Uefa-Cup-Spiel in Udine als bester Spieler auf dem Platz Werder im Wettbewerb hielt.

Auch wenn ein rein deutsches Europapokal-Halbfinale nicht sonderlich attraktiv erscheint, so birgt es doch die Gewissheit, dass ein deutsches Team das Endspiel erreichen wird. Dies ist lange her und gelang zuletzt 2002 Borussia Dortmund im Uefa-Cup und Bayer Leverkusen parallel in der Champions League. Der Bundesliga tut etwas internationales Renommee also gut und bei nur zwei europäischen Wettbewerben sollte es heißen: lieber den Uefa-Pokal gewinnen als in der Champions League untergehen.

Vorher steht für den Hamburger SV und Werder Bremen aber das Halbfinale im DFB-Pokal am Mittwoch an. Der Gewinner fährt zum Endspiel nach Berlin. Na denn, auf geht’s zu den norddeutschen Wochen.

StR

Die Ergebnisse des 28. Spieltags im Überblick:

FC Schalke 04  -  Energie Cottbus 4:0 
Arminia Bielefeld  -  Bayern München 0:1 
1. FC Köln  -  VfB Stuttgart 0:3 
VfL Wolfsburg  -  Bayer Leverkusen 2:1  
VfL Bochum  -  Borussia Dortmund 0:2
Eintracht Frankfurt  -  Borussia Mönchengladbach 4:1
Karlsruher SC  -  1899 Hoffenheim 2:2
Hertha BSC Berlin -  Werder Bremen 2:1
Hamburger SV  -  Hannover 96 2:1 

Tabelle:

1 VfL Wolfsburg     57 P
2 Bayern München   54 P
3 Hamburger SV     54 P
4 Hertha BSC Berlin   52 P
5 VfB Stuttgart     51 P
6 FC Schalke 04    46 P
7 Borussia Dortmund     46 P
8 1899 Hoffenheim  45 P
9 Bayer Leverkusen    42 P
10 Werder Bremen      36 P
11 Eintracht Frankfurt     32 P
12 1. FC Köln   32 P
13 Hannover 96      29 P
14 VfL Bochum    28 P
15 Arminia Bielefeld    24 P
16 Borussia Mönchengladbach 23 P
17 Energie Cottbus    23 P
18 Karlsruher SC    19 P

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Wolfsburg jetzt allein an der Spitze

Am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat der VfL Wolfsburg seinen Spitzenplatz gefestigt. Die Wolfsburger gewannen bei Borussia Mönchengladbach mit 2:1 und profitierten so vom Ausrutscher des Hamburger SV, der in Stuttgart 0:1 unterlag. Die Wolfsburger führen nun in der Tabelle drei Punkte vor Bayern München und dem HSV.

Nach der Galavorstellung am vorherigen Spieltag, mit dem 5:1 gegen die Bayern, sind die Wolfsburger auf dem besten Weg zum erstmaligen Titelgewinn. Vom Traumsturm-Duo Dzeko und Grafite traf diesmal Dzeko. Es war sein 16. Saisontreffer, Partner Grafite kommt auf 20. Bei einem Restprogramm von noch vier Heimspielen und nur drei Auswärtsspielen stehen die Meisterchancen für die „Wölfe” bestens. Nach der begeisternden Partie gegen Bayern München wird auch die Zahl derer gestiegen sein, die dem VfL diesen Erfolg gönnen würden, denn der Verein hat aufgrund seiner Nähe zum VW-Konzern nicht den besten Ruf bei Deutschlands Fußballanhängern. Dem VfL wird unterstellt, das Geld würde hier lockerer sitzen als anderswo. Wobei Spieler wie Dzeko und Grafite ja keine zugekauften Stars sind, sondern von Trainer Felix Magath entdeckt, gefördert und geformt wurden, um in dieser Saison zuzuschlagen.

Bayern München betrieb am Wochenende Wiedergutmachung für die Champions League-Pleite beim FC Barcelona – sofern man Barcelona mit Eintracht Frankfurt auf eine Stufe stellen möchte. Die Bayern schlugen die Eintracht mit 4:0, doch die schwache Frankfurter Vorstellung muss einfach den Bayernsieg relativieren. Liberopoulos, Steinhöfer, Meier sind eben nicht Messi, Henry, Eto‘o.

Der Hamburger SV kassierte in der letzten Minute der Nachspielzeit einen Treffer des Stuttgarters Mario Gomez zum 0:1. Die flotte Partie hatte eigentlich keinen Sieger verdient, doch der HSV erlitt so einen Rückschlag bei seinem „Tanz auf drei Hochzeiten”. Für die Hamburger geht es neben der Meisterschaft auch noch um den Uefa-Cup (im Viertelfinale gegen Manchester City) und den DFB-Pokal (im Halbfinale gegen Werder Bremen).

Im Tabellenkeller war Bochum der Gewinner des Spieltags. Mit 3:0 gewann der VfL beim abstürzenden Herbstmeister 1899 Hoffenheim und konnte sich so bis auf fünf Punkte von den Abstiegrängen entfernen.

StR

 
Die Ergebnisse des 27. Spieltags im Überblick:

Borussia Mönchengladbach – VfL Wolfsburg 1:2
Bayern München – Eintracht Frankfurt 4:0
Hannover 96 – Hertha BSC Berlin 2:0
FC Schalke 04 – Karlsruher SC 2:0
1899 Hoffenheim – VfL Bochum 0:3
Energie Cottbus – Arminia Bielefeld 2:1
Borussia Dortmund – 1. FC Köln 3:1
Bayer Leverkusen – Werder Bremen 1:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 1:0

Tabelle

1 VfL Wolfsburg 54 P
2 Bayern München 51 P
3 Hamburger SV 51 P
4 Hertha BSC Berlin 49 P
5 VfB Stuttgart 48 P
6 1899 Hoffenheim 44 P
7 FC Schalke 04 43 P
8 Borussia Dortmund 43 P
9 Bayer Leverkusen 42 P
10 Werder Bremen 36 P
11 1. FC Köln 32 P
12 Eintracht Frankfurt 29 P
13 Hannover 96 29 P
14 VfL Bochum 28 P
15 Arminia Bielefeld 24 P
16 Borussia Mönchengladbach 23 P
17 Energie Cottbus 23 P
18 Karlsruher SC 18 P

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Wolfsburg stürmt an die Tabellenspitze

Die Fußball-Bundesliga hat nach dem 26. Spieltag einen neuen Tabellenführer: Der VfL Wolfsburg führt nach einem furiosen Sieg gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München die Liga an. Mit einer demütigenden 5:1-Niederlage schickte der VfL die Bayern im Topspiel nach Hause und brachte sich selbst als ernsthafter Anwärter auf die Meisterschaft ins  Gespräch. 
Das Team des Ex-Bayern Trainers Felix Magath dominierte die spielerisch schwachen Münchener und zeigte im Angriff einen beeindruckenden Offensiv-Fußball. Das VfL-Traumduo im Sturm, Dzeko und Grafite, schoss den VfL mit jeweils zwei Treffern zum Sieg und an die Tabellenspitze. Vor allem das 5:1 von Grafite gehört zu den Treffern der Marke „Tor des Jahres“: Der Wolfsburger spielte mit einem grandiosen Solo im Strafraum gleich mehrere Bayern-Spieler und Torwart Rensing aus – und schob den Ball mit der Hacke elegant ins Toreck. Für die Bayern bedeuten die Niederlage und das Abrutschen auf Platz vier der Tabelle einen herben Rückschlag vor dem wichtigen Champions League-Spiel am Mittwoch in Barcelona.
Punktgleich mit dem VfL ist der Hamburger SV auf den zweiten Tabellenrang vorgerückt. Der HSV besiegte die in der Hinrunde starke TSG Hoffenheim mit 1:0. Nach dem achten Spiel ohne Erfolg sind die Hoffenheimer auf Rang sechs abgerutscht und damit raus aus den Plätzen für den internationalen Wettbewerb. Nach der zweiten Pleite in Serie musste auch der bisherige Spitzenreiter Hertha BSC Berlin die Tabellenführung abgeben. Das 1:3 gegen Borussia Dortmund war für die Berliner nach zehn Heimsiegen in Folge die erste Niederlage im heimischen Olympiastadion.  

Auf Platz fünf vorarbeiten konnte sich der VfB Stuttgart, der nach dem 2:1-Sieg gegen Bochum seine Erfolgsserie von nur einer Niederlage in elf Spielen fortsetzt. Den Abwärtstrend gestoppt hat Schalke 04. Im ersten Spiel unter neuer sportlicher Leitung siegten die Königsblauen in Bielefeld mit 2:0. In den Sonntagspartien sicherte das Sturmduo Helmes und Kießling Bayer Leverkusen den 2:0-Sieg im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln. Drei Treffer von Pizarro bedeuteten den Sieg für Werder Bremen gegen Hannover 96. In der Begegnung der Kellerkinder Karlsruher SC gegen Borussia Mönchengladbach konnte der KSC mit einem 0:0-Unentschieden keinen Platz gutmachen. Die Karlsruher bleiben Tabellen-schlusslicht vor Energie Cottbus, das Eintracht Frankfurt mit 1:2 unterlag.

Die Ergebnisse des 26. Spieltags im Überblick:

Arminia Bielefeld – FC Schalke 04: 0:2 (0:1)
Hertha BSC – Borussia Dortmund: 1:3 (0:1)
VfL Wolfsburg – Bayern München: 5:1 (1:1)
VfL Bochum – VfB Stuttgart: 1:2 (0:0)
Eintracht Frankfurt – Energie Cottbus: 2:1 (1:1)
Hamburger SV – 1899 Hoffenheim: 1:0 (1:0)
Werder Bremen – Hannover 96: 4:1 (1:0)
Karlsruher SC – Bor. Mönchengladbach: 0:0
1. FC Köln – Bayer Leverkusen: 0:2 (0:0)

Die Tabelle

1 VfL Wolfsburg      51 P
2 Hamburger SV 51 P
3 Hertha BSC Berlin     49 P
4 Bayern München    48 P
5 VfB Stuttgart     45 P
6 1899 Hoffenheim   44 P
7 FC Schalke 04     40 P
8 Borussia Dortmund  40 P
9 Bayer Leverkusen    38 P
10 Werder Bremen    32 P
11 1. FC Köln   32 P
12 Eintracht Frankfurt    29 P
13 Hannover 96    26 P
14 VfL Bochum   25 P
15 Arminia Bielefeld     24 P
16 Borussia Mönchengladbach   22 P
17 Energie Cottbus     20 P
18 Karlsruher SC   17 P

 

 

 

 

 

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