„Das spannendste Bundesligafinale aller Zeiten“, so die Bezeichnung der Presse, war am 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga schon nach sechs Minuten erledigt. Da traf Wolfsburgs Misimovic zum 1:0 gegen Werder Bremen. Der Rest war Schaulaufen. Wolfsburg fuhr einen sicheren 5:1-Sieg ein und sicherte sich so die erste Deutsche Meisterschaft seiner Vereinsgeschichte.
Auch wenn der VfL außerhalb Wolfsburgs nicht viele Freunde hat, die Meisterschaft ist verdient. Dass es ein Club von Platz 9 nur Winterpause noch auf Rang 1 schafft, hat es in der Bundesligageschichte noch nicht gegeben. Sage und schreibe elf Punkte haben die Wölfe auf den Zweiten Bayern München gutgemacht. Das Sturmduo Grafite und Dzeko (28 und 26 Tore) ist das erfolgreichste überhaupt und überflügelte damit die Legenden Gerd Müller und Uli Hoeneß.
Spannend zu beobachten wird sein, wie der neue Trainer Armin Veh mit den Stars umgehen wird und sie in die Champions League führt.
Apropos neue Trainer: Hier macht eine Reihe an Mannschaften reinen Tisch. Die Bayern haben den VfB Stuttgart mit 2:1 niedergehalten und sich so die direkte Champions League-Qualifikation gesichert. Jupp Heynckes tritt nun nach fünf Spielen wieder ab und macht Platz für Louis van Gaal, der die Klinsmann-Truppe zu neuen Titeln führen soll.
Eigentlich wäre van Gaal ja ganz charmant für Wolfsburg gewesen, hat er doch in Holland mit dem AZ Alkmaar ebenfalls dieses Jahr einen recht kleinen Club zur Meisterschaft geführt. Aber er will halt wieder ins Haifischbecken eines Großvereins. Da ist er beim FC Bayern richtig.
Schalke hat bekanntermaßen schon seit längerem einen neuen Trainer, Felix Magath, und verabschiedete nun sein Interimsduo Mulder, Büskens auf einem enttäuschenden achten Rang, dem schlechtesten Ergebnis seit neun Jahren. Mal schauen, wie Magath den Verein umkrempelt und welche Zeit er dafür gewährt bekommt. Wer „Schalke“ nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat, hat bei den Fans nicht lange Kredit.
Interessante Personalien gab es in dieser Woche noch bei zwei Kellerkindern. In Frankfurt haben sie den Trainer rausgeekelt. Friedhelm Funkel, bei Aufsichtsrat und Fans nicht gut gelitten, weil er angeblich zu defensiv spielen lässt, hat aufgegeben und seinen Rücktritt erklärt. Das Spiel gegen den HSV (2:3) war sein letztes. Ein Nachfolger ist noch nicht benannt. Aber Geschäftsführer Heribert Bruchhagen, ein Unterstützer Funkels, wird genau wissen, wie schwer das Erbe ist. Weswegen er Funkel ja nicht gehen lassen wollte. Denn das soll erstmal einem neuen Trainer gelingen, diese mittelmäßige Truppe über Jahre in der Bundesliga zu halten.
In Bielefeld haben sie eine irgendwie sinnlose Aktion gefahren. Der Oberfeuerwehrmann aller Bundesliga-Feuerwehrtrainer übernahm den Job bei Arminia: Jörg Berger. Bekannt für die Rettung aussichtsloser Looser. Für genau ein Punkt- und eventuell anschließende Relegationsspiele. Die kann er sich nun sparen. Bielefeld gewann nicht gegen Hannover und ist als Tabellenletzter abgestiegen. Berger ist schon wieder weg. Hätte man irgendwie drauf kommen können, dass solche Aktionen doch etwas Vorlauf brauchen und ein Trainer, auch ein ausgewiesener Psychologe, wenigstens mal vier Wochen Zeit haben muss eine Mannschaft kennenzulernen.
Wie ist Ihre Meinung zu den Entscheidungen in der Fußball-Bundesliga? Teilen Sie uns diese doch in einem Kommentar mit.
Die Entscheidungen in der Fußball-Bundesliga
Meister: VfL Wolfsburg
Champions League-Teilnahme: Wolfsburg und Bayern München
Champions League-Qualifikation: VfB Stuttgart
Europa-Liga: Hertha BSC Berlin und Hamburger SV
Absteiger: Arminia Bielefeld und Karlsruher SC
Aufsteiger aus der 2. Liga: SC Freiburg und FSV Mainz 05
Relegation: Energie Cottbus (1. Liga) gegen 1. FC Nürnberg (2. Liga)
Die Ergebnisse des 34. Spieltags
VfL Wolfsburg - Werder Bremen 5:1
Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 2:3
Bayern München - VfB Stuttgart 2:1
Energie Cottbus - Bayer Leverkusen 3:0
Arminia Bielefeld - Hannover 96 2:2
Karlsruher SC - Hertha BSC Berlin 4:0
1. FC Köln - VfL Bochum 1:1
Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 1:1
FC Schalke 04 - 1899 Hoffenheim 2:3
Tabelle
1 VfL Wolfsburg 69 P
2 Bayern München 67 P
3 VfB Stuttgart 64 P
4 Hertha BSC Berlin 63 P
5 Hamburger SV 61 P
6 Borussia Dortmund 59 P
7 1899 Hoffenheim 55 P
8 FC Schalke 04 50 P
9 Bayer Leverkusen 49 P
10 Werder Bremen 45 P
11 Hannover 96 40 P
12 1. FC Köln 39 P
13 Eintracht Frankfurt 33 P
14 VfL Bochum 32 P
15 Borussia Mönchengladbach 31 P
16 Energie Cottbus 30 P
17 Karlsruher SC 29 P
18 Arminia Bielefeld 28 P