Hitzlsperger sucht van Nistelrooys Glück

“Haach de Klicker in’s Goal enei!” – der Fußball-Bundesliga-Blog: 22. Spieltag

“Haach de Klicker in’s Goal enei!”, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. “Hau den Ball ins Tor hinein!” Oder hat Ihrer statt dessen gesagt: “Sauf am Abend vor dem Spiel nicht so viel.”? Wahrscheinlich ist das einer der meist gebrauchten Sprüche im Fußball. Zumindest in den unteren Amateurligen der Altersklasse 18plus. Und da spielen ja nun mal die meisten Fußballer. Mit Sicherheit wäre dieser Trainerwunsch auch am vergangenen Wochenende wieder überall in Deutschland zu hören gewesen, wenn zwischen Roter Stern Flensburg im Norden und FC Phönix München im Süden nicht gerade Fastnacht wäre und die Spielansetzer nicht in weiser Voraussicht dieses Volksbesäufnis ohnehin für Amateure spielfrei belassen hätten.
Grund zum Saufen hatte in dieser Woche in jedem Fall Manfred Amerell. Und das nicht wegen Fastnacht. Mehr will ich dazu nicht schreiben. Die Schiedsrichter-Affäre des DFB verdrängte das Thema Bundestrainer-Vertragsverlängerung von den Titelseiten der Boulevardblätter. Joachim Löw und Theo Zwanziger wird’s recht gewesen sein. Fakt ist aber, dass nur im Fall einer erfolgreichen Weltmeisterschaft das Duo Löw-Bierhoff für die Nationalmannschaft verantwortlich bleiben wird. Ansonsten war’s das dann. Die Nationalspieler hätten einen, vor zehn Tagen kurzfristig im Raum stehenden sofortigen Rücktritt Löws mit Sicherheit bedauert. Allen voran Thomas Hitzlsperger.

Warum? Quer durch Europa haben Nationalspieler, die Gefahr liefen auf Grund eines fehlenden Vereinsstammplatzes ihre WM-Nominierung zu verlieren, Hals über Kopf kurz vor Ende der Wechselfrist im Januar den Verein gewechselt. In der Hoffnung, in einer neuen Mannschaft auch für den Nationaltrainer interessant zu bleiben. Siehe Luca Toni (von Bayern München zu AS Rom), siehe Patrick Vieira (von Inter Mailand zu Manchester City). Auch Thomas Hitzlsperger ist diesen Weg gegangen. Er wurde von Stuttgarts Trainer Christian Gross ausgebootet und sollte nach Saragossa wechseln. Doch der Transfer kam nicht zu Stande. Hitzlsperger hatte richtig erkannt, dass er in einem fremden Land, ohne Sprachkenntnisse, bei einem Krisenklub es schwer haben dürfte, sich einen Stammplatz zu erkämpfen und Spielpraxis zu sammeln. Er lehnte den Transfer ab. Doch Joachim Löw riet ihm, laut Presseberichten, wohl weiterhin zum Wechsel und so nahm Hitzlsperger ein Angebot von Lazio Rom an. Frei nach Andi Möllers Maxime: “Mailand oder Madrid? Egal, Hauptsache Italien.” (Spricht Hitzlsperger besser Italienisch als Spanisch?)
Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Der letzte Verein, zu dem ich wechseln würde, wenn mein Talent für Profifußballer gereicht hätte, wäre Lazio Rom. Faschistischere Fans als die dortigen findet man selten in Europa.
Nun, auch Hitzlsperger hat aus rein fußballerischen Motiven schon gemerkt, zu welchem abstiegsbedrohtem Chaosklub er gewechselt ist. “Wir hätten eine andere Art Mittelfeldspieler gebraucht als Hitzlsperger, einen, der am Ball besser ist”, sagte Trainer Ballardino nach dem ersten Spiel des Deutschen, das Lazio vorvergangenes Wochenende 0:1 verlor. Es war Ballardinos letztes Spiel als Lazio-Trainer. Doch der Neue, Edoardo Reja, ließ Hitzlsperger dann gleich ganz draußen, als die Römer nun in Parma 2:0 gewannen. Scheint so, als war’s das für einen, den sie einst in England “the Hammer” nannten. Klassischer Fall von Karriereknick. Hätte Löw nun in Deutschland hingeschmissen, Hitzlsperger hätte ihn mit Sicherheit verflucht.
Torsten Frings mit Sicherheit nicht. So ist aber der WM-Zug für Frings längst abgefahren. Muss er sich also auf Werder Bremen konzentrieren. Das tat er gut. Denn Bremen hat am letzten Dienstag das Pokalhalbfinale erreicht – schon wieder. Und Bremen gewann auch das Bundesligaduell gegen Hannover 96 gleich mit 5:1. Die Bremer also nach verkorster Hinrunde klar im Aufwind, Hannover strebt dem Abstieg entgegen. Kein Kampf, wenig spielerische Moment, verdiente Niederlage. Mirko Slomka, was hast du dir da angetan?
Spieler des 22. Spieltags war klar Ruud van Nistelrooy. Beim Stand von 1:1 gegen Hitzlspergers ehemalige Stuttgarter für den HSV eingewechselt, brauchte der niederländische Ausnahmestürmer genau zwei Ballkontakte, um in 90 Sekunden zwei Tore für seinen neuen Verein zu erzielen. 3:1 dank Ruud. Die Hamburger gratulieren sich zu ihrem Transfercoup.
Außer dem HSV gewannen auch Leverkusen, Bayern München und Schalke, und damit die Top 4, ihre Spiele. Die Meisterschaft scheint sich erst in den direkten Duellen dieses Quartetts zu entscheiden. Die Bayern konnten einmal mehr auf Arjen Robben und Franck Ribéry zählen. Ribéry bereitete zwei Treffer vor, Robben lieferte eine Vorlage und traf einmal selbst beim 3:1 gegen Dortmund. Leverkusen rang den VfL Wolfsburg 2:1 nieder und Schalke hatte mit wenig karnevalistisch veranlagten Kölnern mehr Probleme als gehofft (2:0).
Genauso wie das Spitzenquartett gewann, blieb das Schlussquartett ohne dreifachen Punktgewinn. Hertha war beim 1:1 gegen Mainz zwar überlegen, doch der Siegtreffer wollte nicht gelingen. Nürnberg fühlte sich beim 1:2 in Mönchengladbach benachteiligt. Elfmeter nicht bekommen, irregulären Gegentreffer kassiert, der Abstieg rückt näher. Freiburg mit Pech 1:2 in Frankfurt. Und Hannover, wie oben beschrieben, indiskutabel. Auch hier fällt die Entscheidung über die Absteiger wohl erst in den direkten Duellen. Und dann wird es für Siege auf jeden Fall heißen müssen: “Haach de Klicker in’s Goal enei!”

(von Stefan Reichart)

Wie ist Ihre Meinung zum Bundesliga-Meisterschafts- und -Abstiegskampf? Schreiben Sie uns doch einen Kommentar in unseren Blog.
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Die Ergebnisse des 22. Spieltags im Überblick:
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Nürnberg 2:1
Bayer Leverkusen – VfL Wolfsburg 2:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 1:3
VfL Bochum – 1899 Hoffenheim 2:1
Hannover 96 – Werder Bremen 1:5
Hertha BSC Berlin – 1. FSV Mainz 05 1:1
Bayern München – Borussia Dortmund 3:1
FC Schalke 04 – 1. FC Köln 2:0
Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 2:1

Tabelle
1 Bayer Leverkusen 48 P
2 Bayern München 48 P
3 FC Schalke 04 45 P
4 Hamburger SV 39 P
5 Borussia Dortmund 36 P
6 Werder Bremen 34 P
7 Eintracht Frankfurt 34 P
8 1. FSV Mainz 05 31 P
9 1899 Hoffenheim 28 P
10 VfB Stuttgart 28 P
11 Borussia Mönchengladbach 28 P
12 VfL Wolfsburg 25 P
13 1. FC Köln 25 P
14 VfL Bochum 25 P
15 SC Freiburg 19 P
16 Hannover 96 17 P
17 1. FC Nürnberg 16 P
18 Hertha BSC Berlin 12 P

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The Berlinale 2010 – Berlin at its best

Yolanda Rother

Yesterday was the kick-off of the world’s largest public filmfestival: The Berlinale. And it is a special occasion, the celebration of  the filmfestival’s sixtieth birthday. Happy Birthday Berlinale! The opening ceremony showed the world-premiere of the chinese film “Tuan Yuan“ (“Together Apart“) by Wang Quan’an, who already won the much sought after Golden Bear in ’07.

Like in the past years, a number of 400 films will be shown. Of these, twenty films are competing for the Golden and Silver Bears. Like every year, there is a judging panel that awards the best production towards the end of the filmfestival. So if its the same procedure as every year, you might ask yourself what makes the Berlinale so special?

First, there are the films. World-premieres such as Martin Scorsese’s highly anticipated “Shutter Island“, with Leonardo DiCaprio, make the Berlinale a remarkable highlight throughout the world. But also films that usually don’t make their way into the cinema, because they are either too short or too long, can be seen here. The Berlinale gives these smaller productions a chance to be acknowledged, nonetheless.

Then, of course, there are the stars who walk down the red carpet. This years list ranges from bollywood-superstar Shah Rukh Khan over Leonardo DiCaprio to Ben Stiller and Gérard Depardieu. Hopefully I’ll get lucky and can catch a glimpse of Leo at his premiere.

But its not only the stars and the films that draw almost half a million visitors to the Berlinale – it is Berlin. And here I can spill my love for Berlin: During the eleven days of the fimfestival, Berlin undergoes a cinematic transformation. Suddenly, every party is associated with the Berlinale and every café has a “Director’s Cut Deal“. Berlin is on its best behaviour and turns into a large stage for many different performances: Cinemas all over town participate with the filmfestival to show films, a wonderful opportunity for visitors to get a taste of what Berlin has to offer.

Also, the Berlinale takes us beyond the cinema. Great museums take part in the festival, showing art in form of film productions. Then, there are public viewings, like the screening of the 80-year old movie “Metropolis“ at the Brandeburg Gate today. Mostly, I appreciate that the tickets for a show start at three euros. This filmfest insists on making culture and art accessable to everyone and I find this very special.

Finally, I wanted to share an anecdote with you: Yesterday, I was on my way to a press-conference, when I suddenly found myself in a screening of a french documentary about orang-utans. Later I found out it was the film “Nénette“ by Nicolas Philibert. The film was very entertaining and a cool surprise. And this is a perfect example of what the Berlinale and also Berlin is all about: unexpected, fun surprises that await behind every corner.

I encourage everyone in Berlin to go visit the Berlinale, because it is more than just a filmfestival – it is a mix of culture, art and glamour and in a city like Berlin this creates a new and exciting symbiosis. This is Berlin at its best!

Feel free to read my blog about the next days of the Berlinale. My agenda is full, I plan to visit workshops at the Berlinale-Talentcampus (for young people just getting started in the business), as well as going to the public viewing at the Brandenburg Gate and checking out some parties. Stay updated and follow me either here or on twitter!
 

 www.berlinale.de

www.berlinale-talentcampus.de

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ispo – Sport & Style: Alles in Bewegung


Joachim Schirrmacher berichtet über den immer größeren Einfluss, die der Sport auf die Mode hat, stellt den ispo Career Day und den European Fashion Award FASH 2010 vor.

Super Winter, super Stimmung. So einfach ist die Erfolgsformel für die weltgrößte Sportartikelmesse ispo (www.ispo.com). Der seit sechs Wochen andauernde strenge Winter (nach 13 Jahren war der Hamburger Stadtsee wieder zugefroren!) ließ die Kassen in ganz Deutschland klingeln. Dabei wurde im Wintersportgeschäft im letzten Jahr schon 20 Prozent mehr Umsatz gemacht. Alle Modemagazine, alle Trendprognosen sind sich einig: Sport ist im Trend. Zum einen als Ausgleich dafür, dass wir fast nur – nahezu reglos – vor dem Computer hocken. Schwimmen, Rad fahren oder laufen – da schnurrt die ganze Komplexität des Lebens zusammen. Der Sportlook greift immer mehr im Alltag um sich. „Alles in Bewegung“, kommentierte denn auch die deutsche Fachzeitschrift Textilwirtschaft. Sie meinte allerdings das sich radikal verändernde Geschäft der Mode. Alles Klassische und Elegante scheint vorbei, alles, was von der Straße und aus dem Sport kommt, ist angesagt. Das gilt nicht nur für 25-Jährige, sondern auch für 66-Jährige, die sich kleiden wie 40-Jährige, wie eine Fotostrecke im Magazin Brigitte Woman zeigt. Dieser Klartext ist selten in der Modewelt.

Was bedeutet dies für die Zukunft der einst größten Modemesse der Welt, der CPD, die zeitgleich mit der ispo stattfindet? Für die Profis heißt es in diesen Tagen sich zu entscheiden: Modemesse in Düsseldorf oder Sport in München?

Ich fahre nach München und hoffe, dass die Sportbranche besser Funktion und Fashion unter ein Hut kriegt. Bisher verstehen nur sehr wenige Unternehmen, wie viel Emotion in ihrer Branche steckt. Das erstaunt umso mehr, da ein Großteil der Leute in dieser Branche arbeitet, weil sie ihr Hobby zum Beruf machten. Doch anders als vor zwei Wochen in Berlin, gibt es in München weniger Party und Glamour. Nicht mal der Anbieter von “functional equipment” Fjäll Räven mag seinen 50. Geburtstag zünftig feiern. Langweilig wird es dennoch nicht. Zum einen ist das Messegelände riesig, zum anderen gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Die wichtigsten Highlights:

Immer wichtiger wird das Eco-Thema. Im 7Skygreenroom, stellen sich innerhalb der board_ispo Marken wie Zimtstern oder Umweltvorreiter Patagonia vor, die mit verringertem Energie- und Ressourcenaufwand Sporttextilien produzieren. Das Umweltengagement der Hersteller wird an einem Rating-System gemessen, das anhand verschiedener Umweltzertifikate für Bekleidung entwickelt wurde.

Oliver Kahn, der erfolgreichste deutsche Torhüter aller Zeiten (Welttorhüter des Jahres 1999, 2001, 2002, 86 Spiele der Deutschen Nationalmannschaft, 141 Spiele im Europapokal und in der Champions League), wird mit dem ispo-Pokal für seine Nachwuchsförderung geehrt. Man sollte meinen, der Fußballer, der 2008 seine Karriere beendete, sollte dafür Zeit haben, schließlich wurden vor ihm Max Schmeling (1972), Pele (Brasilien, 1983), Franz Beckenbauer (1990), Eddy Merckx (Belgien, 1993) oder Li Ning (China, 2001) ausgezeichnet. Doch er fliegt nach Asien wo er Jurymitglied der TV-Casting-Show „I never give up – the Kahn principle” ist. Also werden wir beim Dinner in der Gobelin Hall des Lehnbach Hauses alleine das 4-Gang Menü verspeisen müssen. Neben Oliver Kahn werden viele weitere Prominente Sportler erwartet: Philipp Lahm der Tennisprofi Nicolas Kiefer der Abenteurer und Kletterer Stefan Glowacz oder die Biathletin Uschi Disl.

Besonders freue ich mich auf den Filmregisseur Josef Vilsmeier. Er hat das Buch „Schlafes Bruder“ verfilmt. Eine Geschichte die so phantastisch ist, dass man sie eigentlich nicht verfilmen kann. Auf der ispo stellt er bei Salewa den Film Nanga Parbat vor. Er handelt von einer Expedition der Bergsteiger Reinhold und Günther Messner, bei dem Günther ums Leben kam.

Um den Nachwuchs geht es auch beim ispo Career Day. Hier hat, anders als bei der ispo selber, jeder Zutritt. Dort können sich Studenten, Freiberufler und Young-Professionals um ihre berufliche Zukunft in der Sportbranche kümmern. 50 Praktika, Traineestellen und Abschlussarbeiten sollen vergeben werden. Dahinter stecken die ehemaligen Geschäftsführer von Chiemsee, Dietmar Damith und Florian Steinberger, die jetzt für den Headhunter sport INVEST search arbeiten.

In den USA sind viele Unternehmen stolz, wenn ihr Sales-Stuff ein 24h-Training bekommt. In Deutschland ist der Beruf des Verkäufers ein 24-monatiger Ausbildungsberuf. Für die Azubis, wie sie kurz genannt werden, gibt es das ispo trainee project. Rund 250 Azubis aus Deutschland, Österreich und der Schweiz lernen am 10. Februar in Fachvorträgen und Workshops wie eine Messe funktioniert.

Joachim Schirrmacher lebt und arbeitet in Hamburg als Berater und Journalist für Mode und Design.

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Löws Glück: John Terry ist Engländer

“Haach de Klicker ins Goal enei!”– der Fußball-Bundesliga-Blog: 21. Spieltag (von Stefan Reichart)

“Haach de Klicker ins Goal enei!”, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. “Hau den Ball ins Tor hinein!” Oder hat Ihrer stattdessen gesagt: “Zieh heute die rote Unterhose an.”?
Die deutsche Fußballseele kreiste in dieser Woche um die Frage, ob Arjen Robben von Bayern München eine lange graue Unterhose unter der Sporthose tragen darf oder ob diese gegen die Spielbestimmungen der DFL (Deutsche Fußball Liga) verstößt. Dann müsste er in einer “der kurzen Hose entsprechenden Farbe” spielen. “Trifft er dann aber noch das Tor?”, so die blödsinnige Frage. Markus Hörwick, Pressesprecher des FC Bayern, wusste dann in einem Interview mit dem Radiosender Bayern 3 noch zu berichten, “dass sie an den Beinen etwas schlabbern muss, um innen für Wärme zu sorgen”. Huch, jetzt wird’s aber schlüpfrig. Die Biederkeit des deutschen Fußballs ist in solchen Momenten mit Händen zu greifen.

Da lob ich mir doch die Engländer. Anstatt über die richtige Unterhose für ein Spiel zu sinnieren, (haben Sie überhaupt schon einmal einen Engländer in langen Unterhosen gesehen?) wird dort gleich mit einem sexy Unterwäschemodell gepennt. Die ist auch noch die Ex-Freundin eines Mannschaftskameraden, so dass sich der nationale Sportminister zum Widerspruch genötigt fühlt und der Nationaltrainer den verdienten Haudegen vom Kapitänsamt suspendiert. Jawohl John Terry, so sorgt man für Aufsehen. Das ist Action außerhalb des Platzes.
Was uns zu der nächsten Meldung der Woche bringt: Joachim Löw wird vorerst nicht seinen Vertrag beim DFB bis 2012 verlängern. Eigentlich sollte das in dieser Woche geschehen, um Ruhe vor der WM zu haben. Doch Löw und DFB-Präsident Zwanziger konnten sich nicht einigen. Gleich ließ Löw auch noch verlauten, einen Handschlag-Vertrag habe es nie gegeben und jetzt ist dicke Luft. Der ausschlaggebende Streitpunkt sind angeblich unangemessene finanzielle Forderungen Löws und des Nationalmannschaftsmanagers Oliver “der Fön“ Bierhoff. Außerdem will der Bundestrainer die alleinige Verantwortung für die U21. Die will ihm DFB-Sportdirektor Matthias Sammer nicht geben. Zu Recht, wie ich denke, denn in Sammers Amtszeit haben die U-Auswahlmannschaften nie gekannte Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften erzielt. Warum sollte Sammer sich da reinreden lassen. Was für ein Glück für Löw, dass er nicht John Terry in seiner Mannschaft hat. Da müsste er sich auch noch sorgen um seine Frau machen. (Weshalb ist eigentlich noch mal Thorsten Frings hochkant aus der Nationalmannschaft geflogen…?) In jedem Fall gehört „der nette Herr Löw“ seit dieser Woche der Vergangenheit an. Und wenn die WM unter den Erwartungen abgeschlossen wird, war das sicher sein letztes Turnier als Nationaltrainer der Deutschen.
Bundesliga-Fußball wurde natürlich am Wochenende auch noch gespielt. Arjen Robben hat in einer roten Unterhose die Bayern zum Sieg in Wolfsburg geschossen. Scheint ihm also egal zu sein, mit welcher Unterbux er “de Klicker ins Goal haacht”. Hat jemand etwas anderes erwartet? Damit hat der Rekordmeister nach Punkten mit Tabellenführer Leverkusen (nur 1:1 in Bochum) gleichgezogen. Stolz geschwellte Brust nun in Süddeutschland, wo sie die Wachablösung an der Tabellenspitze nicht mehr erwarten können.
Der HSV hat eine 3:1-Führung in Köln nicht über die Zeit gebracht. Am Ende 3:3. Im Norden verspielt man wie jedes Jahr in der zweiten Saisonhälfte eine gute Hinrunde.
Zur Überraschung der Saison mausern sich immer mehr die Rhein-Main-Rivalen Eintracht Frankfurt und Mainz 05. Eintrachts Auswärtssieg in Dortmund hievt die Frankfurter auf Rang 7. Der Mainzer Erfolg gegen Mönchengladbach bringt ihnen Platz 8. Tabellenstände, die kein Experte vor der Saison für diese beiden Teams erwartet hätte.
Und mal noch ein Hinweis an die Jungs von Bochum, Freiburg, Hannover, Nürnberg und Berlin: Wenn ihr aus dem Abstiegsschlamassel rauskommen wollt, müsst ihr mal gewinnen! Diesmal klappte es kollektiv nicht. Vielleicht ja am nächsten Spieltag. Hilfreicher Tipp: “Haach de Klicker ins Goal enei!”

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Die Ergebnisse des 21. Spieltags im Überblick:

Werder Bremen   -  Hertha BSC Berlin  2:1
VfL Wolfsburg   -  Bayern München  1:3
1. FC Köln   -  Hamburger SV  3:3  
SC Freiburg   -  FC Schalke 04  0:0  
VfL Bochum   -  Bayer Leverkusen  1:1
1899 Hoffenheim   -  Hannover 96  2:1
1. FC Nürnberg   -  VfB Stuttgart  1:2 
1. FSV Mainz 05   -  Borussia Mönchengladbach  1:0  
Borussia Dortmund   -  Eintracht Frankfurt  2:3 

Tabelle

1   Bayer Leverkusen     45 P
2   Bayern München    45 P
3   FC Schalke 04     42 P
4   Hamburger SV     36 P
5   Borussia Dortmund    36 P
6   Werder Bremen 31 P
7   Eintracht Frankfurt     31 P
8   1. FSV Mainz 05   30 P
9   1899 Hoffenheim     28 P
10   VfB Stuttgart     28 P
11   1. FC Köln    25 P
12   VfL Wolfsburg 25 P
13   Borussia Mönchengladbach     25 P
14   VfL Bochum     22 P
15   SC Freiburg    19 P
16   Hannover 96     17 P
17   1. FC Nürnberg   16 P
18   Hertha BSC Berlin   11 P

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Hyypiä, der Garant des Leverkusener Erfolgs

Keine Veränderung an der Spitze der Fußball-Bundesliga nach dem 20. Spieltag. Das Dreigestirn Bayer Leverkusen, Bayern München und Schalke 04 gewann am Wochenende sicher seine Heimspiele.
Schalke 04 siegte verdient gegen Hoffenheim 2:0. Kevin Kuranyi traf erneut. Seine Rückkehr in die Nationalelf wird von immer mehr Bundesligaexperten gefordert – Bundestrainer Joachim Löw wird dieser Forderung aber wohl nicht nachkommen.
Bayern München hatte keine Probleme mit dem FSV Mainz 05. Arjen Robben war der überragende Spieler der Partie. Er traf selbst zum 3:0-Endstand. Das 1:0 hatte er vorbereitet.
An der Tabellenspitze thront aber unerschütterlich Bayer Leverkusen. Der Aufsteiger SC Freiburg war nur eine halbe Stunde lang ebenbürtig. Dann entschied Leverkusen innerhalb von vier Minuten das Spiel und wurde auch vom späten 1:3-Ehrentreffer der Breisgauer nicht mehr aus dem Konzept gebracht.
Die Stärke von Bayer Leverkusen kann in dieser Saison an mehreren Namen festgemacht werden. Natürlich an Trainer Jupp Heynckes, der dem Team großes Selbstvertrauen gegeben hat. Natürlich an Mittelfelddribbler Toni Kroos, der sich als Shootingstar der Saison gerade in den WM-Kader spielt. Natürlich an Stefan Kießling, der mit 13 Toren die Torschützenliste anführt. Doch Leverkusens anhaltendes Hoch hat noch einen ganz anderen Namen: Sami Hyypiä.

Sami Hyypiä

Sami Hyypiä

Der 36-jährige Finne wechselte im Spätherbst seiner Karriere aus England nach Leverkusen. Der FC Liverpool verzichtete auf seine weiteren Dienste, obwohl Hyypiä dort Kultstatus genoss und seine internationale Klasse in zehn Jahren Premier League-Stahlbad nachgewiesen hatte. Mittlerweile, denke ich, ist man in Liverpool schlauer. Denn während man dort nun verbissen um Rang vier kämpft und ungekannte defensive Schwächen offenbart, hektisch Notnachkäufe wie Sotirios Kyrgiakos tätigte und den Traum von der Meisterschaft ein weiteres Mal früh abschreiben musste, führt Hyypiä nun Leverkusen zielstrebig Richtung Titelgewinn.
Hyypiä ruht sich in Leverkusen nicht aus. Er lässt dort nicht locker die Karriere ausklingen, sondern geht mit konstant guten Leistungen als Teamleader voran. In den letzten beiden Spielen schoss er sogar jeweils ein Tor. Das Kicker-Sportmagazin wählte ihn zu Recht in der Winterpause zum besten Innenverteidiger der Bundesliga. Sollte Leverkusen tatsächlich den Titel holen – Sami Hyypiä hätte einen entscheidenden Anteil daran.
Von Stefan Reichart

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Die Ergebnisse des 20. Spieltags im Überblick:
Hamburger SV   -  VfL Wolfsburg  1:1
Borussia Mönchengladbach   -  Werder Bremen  4:3 
Eintracht Frankfurt   -  1. FC Köln  1:2
Hertha BSC Berlin  -  VfL Bochum  0:0
Bayern München   -  1. FSV Mainz 05  3:0
Hannover 96   -  1. FC Nürnberg  1:3
FC Schalke 04   -  1899 Hoffenheim  2:0
VfB Stuttgart   -  Borussia Dortmund  4:1
Bayer Leverkusen   -  SC Freiburg  3:1

Tabelle
1   Bayer Leverkusen    44 P
2   Bayern München      42 P
3   FC Schalke 04      41 P
4   Borussia Dortmund     36 P
5   Hamburger SV      35 P
6   Werder Bremen   28 P
7   Eintracht Frankfurt      28 P
8   1. FSV Mainz 05   27 P
9   1899 Hoffenheim       25 P
10   VfB Stuttgart      25 P
11   VfL Wolfsburg  25 P
12   Borussia Mönchengladbach      25 P
13   1. FC Köln      24 P
14   VfL Bochum      21 P
15   SC Freiburg   18 P
16   Hannover 96     17 P
17   1. FC Nürnberg  16 P
18   Hertha BSC Berlin     11 P

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