Anna Schwan, Leiterin Presse und Kommunikation
Drei Wochen China. Das bedeutet für mich: Seit November treffe und emaile ich mit dem Auswärtigen Amt, stimme mich mit der Deutschen Botschaft in Peking und den Generalkonsulaten ab, mit dem Hamburg Liaison Office, mit den PR-Abteilungen der Theater, in denen wir auftreten. Ich verfasse Pressemitteilungen und gebe fremde frei, versende Pressebilder, koordiniere Pressetermine. Denn schließlich soll China so viel wie möglich über uns erfahren. Bislang habe ich zehn Interviews mit John Neumeier angesetzt, einen Fototermin, eine Pressekonferenz. Hinzu kommen ein Kamerateam aus Australien und mehrere Open Rehearsals, Durchlaufproben unserer Ballette, zu denen chinesische Jugendliche eingeladen werden.

Hong KongBlick auf Hong Kong Island von Kowloon aus (Anna Schwan)
Zu tun gibt es also genug. Aber Termine und Organisation sind nicht die Dinge, die hängen bleiben. Den Zauber einer Tournee machen die kleinen Momente aus. Wie zum Beispiel nach unserer ersten Nijinsky-Vorstellung in Peking, als das Publikum nicht aufhören wollte zu klatschen. Drei Vorhänge lang gab es standing-ovations, Bravos und Gefühle, die vom Publikum auf die Bühne strömten. In solchen Momenten wird deutlich, dass wir etwas in den Menschen bewegt haben, dass sie in den Stunden des Balletts etwas Neues entdeckt haben, das sie berührt. Das macht glücklich. Weiterlesen