Unbezahlbare Momente

Anna Schwan, Leiterin Presse und Kommunikation
Drei Wochen China. Das bedeutet für mich: Seit November treffe und emaile ich mit dem Auswärtigen Amt, stimme mich mit der Deutschen Botschaft in Peking und den Generalkonsulaten ab, mit dem Hamburg Liaison Office, mit den PR-Abteilungen der Theater, in denen wir auftreten. Ich verfasse Pressemitteilungen und gebe fremde frei, versende Pressebilder, koordiniere Pressetermine. Denn schließlich soll China so viel wie möglich über uns erfahren. Bislang habe ich zehn Interviews mit John Neumeier angesetzt, einen Fototermin, eine Pressekonferenz. Hinzu kommen ein Kamerateam aus Australien und mehrere Open Rehearsals, Durchlaufproben unserer Ballette, zu denen chinesische Jugendliche eingeladen werden.

Hong KongBlick auf Hong Kong Island von Kowloon aus (Anna Schwan)

Hong KongBlick auf Hong Kong Island von Kowloon aus (Anna Schwan)

Zu tun gibt es also genug. Aber Termine und Organisation sind nicht die Dinge, die hängen bleiben. Den Zauber einer Tournee machen die kleinen Momente aus. Wie zum Beispiel nach unserer ersten Nijinsky-Vorstellung in Peking, als das Publikum nicht aufhören wollte zu klatschen. Drei Vorhänge lang gab es standing-ovations, Bravos und Gefühle, die vom Publikum auf die Bühne strömten. In solchen Momenten wird deutlich, dass wir etwas in den Menschen bewegt haben, dass sie in den Stunden des Balletts etwas Neues entdeckt haben, das sie berührt. Das macht glücklich. Weiterlesen

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And Christopher was on the front of the newspaper…

Ballettschule
Christopher Evans © Stuttgarter Ballett

Die Ballettschule des HAMBURG BALLETT zu Gast in Stuttgart: Ein Interview.

Am 25. November feierte die John Cranko Schule ihr vierzigstes Jubiläum mit einer prächtigen Gala im Stuttgarter Opernhaus mit vielen internationalen Gästen. Auch die Ballettschule des HAMBURG BALLETT überbrachte ihre getanzten Glückwünsche. Eine Schülerin und drei Schüler aus der achten Klasse zeigten Ausschnitte aus John Neumeiers Ballett »Spring and Fall«. Wieder zurück im Hamburger Alltag, sprachen Aurore Aleman-Lissitzky (16, Französin), Christopher Evans (17, Amerikaner), Dale Rhodes (20, Brite) und Eliot Warrell (19, Brite) über ihre Eindrücke.

Die Fragen stellte Daniela Rothensee.
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Ma(h)lerische Momente – Die 193. Hamburger Ballett-Werkstatt

von Daniela Rothensee
Dank der durch die Zeitumstellung gewonnenen zusätzlichen Stunde Schlaf, fühle ich mich ausgeruhter als für Sonntagvormittage so üblich. Es ist der letzte Sonntag dieses  sonnenscheinreichen Oktobers und es ist Ballett-Werkstatt: die erste dieser Spielzeit, die 193. seit der ersten Werkstatt vor 38 Jahren. Fast genauso lange ist es her, dass das Ballett, über das John Neumeier heute spricht, in Hamburg uraufgeführt wurde: Am 14. Juni 1975 hatte »Dritte Sinfonie von Gustav Mahler« damals Premiere. Heute spricht John Neumeier über die bevorstehende Wiederaufnahme.

Dritte Sinfonie von Gustav Mahler
© Holger Badekow

Nach der Begrüßung nähern wir uns dem Ballett aber zuerst einmal über die Gattung und gehen dafür in der Geschichte des Tanzes zurück bis ins 19. Jahrhundert: »Dritte Sinfonie von Gustav Mahler« ist nämlich ein sinfonisches Ballett und das habe er, so Neumeier, natürlich nicht erfunden. Mein Notizblock befindet sich unnötigerweise in der anderen Handtasche. Die wiederum liegt ungünstigerweise zu Hause. Angestrengt versuche ich die Namen der Choreografen im Gedächtnis zu behalten. Von Salvatore Viganò ist die Rede und seinem 1801 entstandenen Ballett »Die Geschöpfe des Prometheus« zur Musik von Ludwig van Beethoven, danach von Michel Fokines »Les Sylphides« von 1907. Léonide Massine merke ich mir noch und Maurice Béjart, schalte dann aber meinen Kopf erst einmal aus und genieße die erste Tanzeinlage der Werkstatt: ein von Anna Laudere im weißen Tutu getanztes Solo aus »Les Sylphides«. Weiterlesen

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“Kameliendame” die Zweihundertsechste, -siebte und -achte

von Daniela Rothensee
Cojocaru oder Bolle? Bouchet oder Riabko? Zum Spielzeitauftakt beim HAMBURG BALLETT stand das Ballett-Publikum vor keiner leichten Wahl. Die Antwort kam meist einstimmig: am liebsten alle vier. Für den Großteil der Zuschauer hieß es dann aber doch entweder oder. Drei Mal gab es Gelegenheit die tragische Liebe zwischen Marguerite und Armand an diesem verlängerten Wochenende zu erleben, für viele ein Anlass ihren Kurzurlaub in die Staatsoper zu verlagern.

Die Kameliendame
Hélène Bouchet und Roberto Bolle © Holger Badekow

Auch ich will mir keine der beiden Besetzungen entgehen lassen und habe mir für den 3. und 4. Oktober Karten organisiert. An der Kartenkasse geht’s an beiden Abenden um kurz nach sieben professionell zu. »Wer jetzt noch keine Karten hat bitte der Reihe nach anstellen. Die zuerst da waren bitte vorlassen«.

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37. Hamburger Ballett-Tage – Teil VI

»Die rote Laterne« – Gastspiel des National Ballet of China

von Sandra Fischer
Am 5. und 6. Juli gastierte das National Ballet of China im Rahmen der 37. Hamburger Ballett-Tage in der Hamburgischen Staatsoper. Die Compagnie aus Peking zeigt das auf dem gleichnamigen Film basierende Ballett »Die rote Laterne«.

Die Rote Laterne
Die rote Laterne © National Ballet of China

Film und Ballett stammen von dem über die Grenzen Chinas hinaus bekannten Regisseur Zhang Yimou, welcher auch die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele in Peking 2008 künstlerisch gestaltet hat.

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37. Hamburger Ballett-Tage – Teil V

Tanz – Lied – Parzival

Ein Interview mit dem Starbariton Thomas Hampson.
Die Fragen stellte Andrea C. Röber.

Am 1. Juli wird es eine besondere Aufführung von »Parzival – Episoden und Echo« im Rahmen der 37. Hamburger Ballett-Tage geben: Der US-amerikanische Starbariton Thomas Hampson singt »The Wound-Dresser«, John Adams’ Vertonung eines Gedichtes von Walt Whitman.

Thomas Hampson
Thomas Hampson © Dario Acosta

Neben weltweit gefeierten Auftritten in Konzert und Oper ist Thomas Hampson künstlerischer Leiter der »Lied Akademie« im Rahmen des Festivals »Heidelberger Frühling«, die in diesem Jahr erstmals stattfand. Er möchte hier mit dem Sängernachwuchs an der Bewahrung des Lieds als Kunstform arbeiten. Im Rahmen der Akademie gab es eine Zusammenarbeit mit John Neumeier und seiner Ballettschule. Der als Workshop konzipierte Aufführungstag stieß auf große Resonanz – zur Freude aller Beteiligten. Die Kooperation soll im nächsten Jahr mit der Ballettschule des HAMBURG BALLETT und dem Bundesjugendballett fortgesetzt werden. Weiterlesen

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37. Hamburger Ballett-Tage – Teil IV

Des Tonmeisters Schaffen während der 37. Ballett-Tage

Von Elisa Stahmleder
Wie verabredet warte ich um halb vier vor dem Bühneneingang der Staatsoper auf Frédéric Couson, Tonmeister und Leiter der Tonabteilung des HAMBURG BALLETT. Er tritt pünktlich aus der Tür, am Hosenbund trägt er ein Walkie Talkie, das ihn mit seinem Kollegen Jochen Schefe verbindet – sicher ist sicher!

Frédéric Couson
Frédéric Couson © Elisa Stahmleder

Wir holen uns ein Eis und setzten uns an die Alster. Die halbe Stunde Sonne ist eine willkommene Abwechslung, wenn man den ganzen Tag in der Tonkabine der Oper verbringt. Zwischendurch rauscht das Walkie Talkie und Frédéric stellt erfreut fest, wie weit die Verbindung reicht. Weiterlesen

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