37. Hamburger Ballett-Tage – Teil V

Tanz – Lied – Parzival

Ein Interview mit dem Starbariton Thomas Hampson.
Die Fragen stellte Andrea C. Röber.

Am 1. Juli wird es eine besondere Aufführung von »Parzival – Episoden und Echo« im Rahmen der 37. Hamburger Ballett-Tage geben: Der US-amerikanische Starbariton Thomas Hampson singt »The Wound-Dresser«, John Adams’ Vertonung eines Gedichtes von Walt Whitman.

Thomas Hampson
Thomas Hampson © Dario Acosta

Neben weltweit gefeierten Auftritten in Konzert und Oper ist Thomas Hampson künstlerischer Leiter der »Lied Akademie« im Rahmen des Festivals »Heidelberger Frühling«, die in diesem Jahr erstmals stattfand. Er möchte hier mit dem Sängernachwuchs an der Bewahrung des Lieds als Kunstform arbeiten. Im Rahmen der Akademie gab es eine Zusammenarbeit mit John Neumeier und seiner Ballettschule. Der als Workshop konzipierte Aufführungstag stieß auf große Resonanz – zur Freude aller Beteiligten. Die Kooperation soll im nächsten Jahr mit der Ballettschule des HAMBURG BALLETT und dem Bundesjugendballett fortgesetzt werden. Weiterlesen

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37. Hamburger Ballett-Tage – Teil IV

Des Tonmeisters Schaffen während der 37. Ballett-Tage

Von Elisa Stahmleder
Wie verabredet warte ich um halb vier vor dem Bühneneingang der Staatsoper auf Frédéric Couson, Tonmeister und Leiter der Tonabteilung des HAMBURG BALLETT. Er tritt pünktlich aus der Tür, am Hosenbund trägt er ein Walkie Talkie, das ihn mit seinem Kollegen Jochen Schefe verbindet – sicher ist sicher!

Frédéric Couson
Frédéric Couson © Elisa Stahmleder

Wir holen uns ein Eis und setzten uns an die Alster. Die halbe Stunde Sonne ist eine willkommene Abwechslung, wenn man den ganzen Tag in der Tonkabine der Oper verbringt. Zwischendurch rauscht das Walkie Talkie und Frédéric stellt erfreut fest, wie weit die Verbindung reicht. Weiterlesen

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37. Hamburger Ballett-Tage – Teil III

Treffen mit Alma, Gustav und Walter

Die Ballett-Werkstatt zur John Neumeiers Ballett »Purgatorio«
von Andrea C. Röber
Zu spät – die U-Bahn ist gerade weg. Ein Blick auf den Fahrplan beruhigt mich, es sind nur wenige Minuten bis zu meiner Zielstation. Sonntags fährt die Bahn nur alle 10 Minuten, aber wenn ich mich beeile, schaffe ich es gerade noch pünktlich. Ich bin gespannt: Heute findet die letzte Ballett-Werkstatt dieser Spielzeit statt: zu »Purgatorio«, John Neumeiers neuer Kreation. Und obwohl es der Morgen des Pfingstsonntags ist und mein innerer Schweinehund gern noch weiter geschlafen hätte, freue ich mich. Wie die Dame, hinter der ich aus den Tiefen der U-Bahn-Station Gänsemarkt auftauche. Sie ist ebenfalls spät dran, hat genauso wie ich schon ihr Ticket in der Hand. Damit sie schnell die Marmorstufen der Staatsoper heraufeilen kann – und ja nicht den Anfang verpasst.

Probenbesuche sind das eine. Diese Möglichkeit kann und muss ich als Mitarbeiterin der Pressestelle beim HAMBURG BALLETT nutzen – gerade wenn ich das Werk wie bei Premieren und oft bei Wiederaufnahmen noch nicht kenne. Schließlich muss ich wissen, wovon ich rede. Wenn die Phase der Bühnenproben angefangen hat und meine Zeit es zulässt, mache ich gern von der Möglichkeit Gebrauch. Weiterlesen

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37. Hamburger Ballett-Tage – Teil II

Die erste Bühnenprobe von »Purgatorio«
von Sandra Fischer
Der Countdown läuft. Der Juni schreitet voran und bald ist Premiere von John Neumeiers neuester Kreation »Purgatorio«. Vor wenigen Tagen erst sind die Tänzerinnen und Tänzer für die Proben auf die Bühne der Hamburgischen Staatsoper umgezogen. Hier wird nun im originalen Bühnenbild geprobt, in Beleuchtungs- und Kostümproben, vor allem aber in Platzierungs- und Durchlaufproben. Und das alles ohne Schließtage – das heißt der normale Opernbetrieb geht weiter.

Purgatorio - Buehnenprobe 1
Bühnenprobe zu »Purgatorio« © Sandra Fischer

Ich bin bei einer der ersten Bühnenproben dabei. Als ich in den Zuschauerraum komme schwebt ein rotes Haus schräg über der Bühne. Es ist eine Nachbildung von Mahlers Kompositionshäuschen. In mühseliger Feinarbeit wird hier und da eine Ecke abgesenkt oder in die Höhe gezogen, bis das Ergebnis perfekt ist. Auch die Tänzer sind auf der Bühne. Hélène Bouchet probiert zusammen mit Lloyd Riggins auf einer Holz-Schräge unterschiedliche Bodenbeläge aus, um herauszufinden auf welchem sie nicht rutscht. Mir wäre vorher nicht in den Sinn gekommen, dass natürlich auch solche Details für den reibungslosen Ablauf einer Vorstellung wichtig sind.

Weil ich noch nie eine Bühnenprobe in der Anfangsphase gesehen habe, frage ich mich zunächst, wie aus diesem vermeintlichen Wirrwarr irgendwann ein Stück über zweieinhalb Stunden Länge entstehen wird. Müsste ich die Geschehnisse in einer Art Drehbuch zusammenfassen, würde ich wahrscheinlich verrückt werden. Alles scheint gleichzeitig abzulaufen: Hier dreht einer Pirouetten, da steht John Neumeier in einem Tross von Menschen, die alle lauschen, mitschreiben, antworten, verschwinden, wiederkommen oder in Funkgeräte sprechen. Tänzer tauchen einzeln oder in Gruppen auf der Bühne auf, schauen, tanzen, gehen und kommen zurück, fragen etwas, und verschwinden dann wieder. Manchmal wird auch ein Stuhl auf die Bühne getragen oder eine Wand heraus geschoben, um gleich darauf wieder entfernt zu werden. Doch plötzlich wird getanzt. Das Durcheinander ist verschwunden. Stattdessen sehe ich unsere Tänzer, die sich in gewohnter Perfektion über die Bühne bewegen.

Purgatorio - Buehnenprobe 2
Bühnenprobe zu »Purgatorio« – John Neumeier und Ensemble © Sandra Fischer

Mittlerweile hat John Neumeier ein paar Reihen vor mir am Regiepult Platz genommen und gibt den Tänzern per Mikrofon auf der Bühne Anweisungen. Immer wieder unterbricht er, weil man einzelne Tänzer oder auch Paare nicht richtig sehen kann oder Requisiten anders positioniert werden müssen. »Can you please move the chair between the other two and dance behind it?« Seine Änderungen sind sehr präzise und der Unterschied ist sofort deutlich sichtbar. Mittendrin läuft die Choreologin Sonja Tinnes am Bühnenrand entlang, beobachtet und schreibt jede kleine Änderung akribisch genau auf, um später alles nachvollziehen zu können. Sie ist diejenige die das Drehbuch zu dieser Probe schreibt. Sie weiß genau Bescheid, wo welcher Tänzer, welches Requisit, welche Kulisse stehen wird. Was für mich wie eine fremde Welt wirkt, ist für sie und alle anderen, die an dieser Probe beteiligt sind, Arbeitsalltag.
Glücklich und gespannt auf das Endergebnis, welches ich am 26. Juni zu sehen bekommen werde, verlasse ich die Probe.

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37. Hamburger Ballett-Tage – Teil I

Nur noch 6 Tage, bis die Hamburger Ballett-Tage mit der Weltpremiere von »Purgatorio« am 26. Juni eingeläutet werden. Die Zeit der Vorbereitung auf das Festival ist für alle Mitarbeiter des HAMBURG BALLETT voller Spannung und Aufregung – und es gibt mehr als genug zu tun, damit zwei Wochen lang jeden Abend eine perfekte Vorstellung gezeigt werden kann. Es wird unter Hochdruck an der Fertigstellung der neuen Choreografie von John Neumeier gearbeitet. Die Tänzer probieren auch alle anderen Repertoire-Stücke, die während der Ballett-Tage gezeigt werden und nicht zuletzt die verschiedenen Auftritte für die Nijinsky-Gala, dem glanzvollen Abschluss des Festivals.

Staatsoper Buehne
© Elisa Stahmleder

Mit einer Blog-Reihe zu den Ballett-Tagen läuten wir den Countdown ein: Während der nächsten zwei Wochen werden wir verschiedene Einblicke hinter die Kulissen des HAMBURG BALLETT geben. Den Anfang macht Robert, der derzeit als John Neumeier’s Choreografie-Praktikant dem großen Meister über die Schulter blicken darf.

My name is Robert Binet and I am a choreographer from Toronto, Canada. I am a graduate of Canada’s National Ballet School (NBS) and have created many works for NBS, as well as for the National Ballet of Canada’s Choreographic Lab and the New York Choreographic Institute. I am currently shadowing John Neumeier during the creation of his new ballet, »Purgatorio«.

I am really enjoying my time here at the Hamburg Ballet. The dancers are beautiful and incredibly hard-working and the staff have all been very welcoming. I am learning a lot from John. He has been very generous towards me, taking time to explain his concept of the ballet and answer my questions, as well as letting me sit beside him through all the rehearsals.

Watching how John collaborates with the dancers is especially interesting. He has such a strong connection with them, because of working together for many years, that the dancers understand so well what he likes, and he understands so well how to make a role suit the dancer perfectly. Often, once the dancers have finished a phrase of movement, they will continue to improvise because they are inspired by the music and can feel where the movement can naturally go next. John really values creativity in a dancer, and aims never to stifle it, so these improvisations will often be kept in the ballet in some form.

This week has been the beginning of the rehearsals on stage at the Opera House. There are always differences between what is effective in the studio and what is effective on stage. Partly because of proximity, some patterns or formations will look better up close in the rehearsal studio, than they do from the seats in the theatre. It is very interesting to see how John is able to quickly identify these discrepancies and know exactly what changes need to be made to make the production visually pleasing. Also, the way the dancers’ energy affects the audience can really change from the studio to the stage, and seeing how the dancers develop their characters as they begin to work on stage is really inspiring.

Purgatorio
Hélène Bouchet, Lloyd Riggins, Thiago Bordin © Holger Badekow

»Purgatorio« is a very special ballet for many reasons, but I think particularly because of the connection between the music and the concept of the ballet. The ballet is centered around Mahler’s relationship with his wife, and the affair she had with another man, Walter Gropius. Mahler was writing his Tenth Symphony, the music for the second act, when he found out about the affair. This creates a connection far deeper than having music created to follow a story, Mahler’s emotions are deeply embedded in the score.

I am having a really inspiring time witnessing the creation of this ballet, and I think the performances are going to be very moving. I am really looking forwards to the premiere!

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The winners and losers this season

kloppdiego34

So there you go: the last match day of the 2010-2011 season has been played, and the 18 Bundesliga teams is divided into two camps – the winners and the losers. Nevertheless, deciding which teams belong to which category is a matter of personal interpretation – and here’s mine.

Winners
The biggest winners are, of course, Borussia Dortmund. They won the league and deserved to do so, with their range of young players who should – with the exception of Madrid-bound Nuri Sahin – stay with the side for the foreseeable future.
Second-placed Leverkusen too are clear winners: coming second in the Bundesliga and beating Bayern in the race for the Champions League starting positions is a great showing.
Some of the “smaller” teams are worthy of the winner title, too: Hannover 96, Mainz 05, Nuremberg, Freiburg – all of these teams had an unexpectedly big effect on the league this season and are surprisingly highly placed. I’ll be interested to see how Hannover and Mainz fair on a European level, though.
Other winners are, in my opinion, teams who, although not near the top of the league, aimed to stay in it and managed not to get relegated: look at Kaiserslautern and 1. FC Köln, both of whom stayed up. Kaiserslautern deserve a very special mention, in fact, for keeping their nerve when things got tough and not doing what almost every team did in similar situations – firing their coach. By avoiding chaos, they managed to finish in seventh place, a great result for them.
Another winner is Borussia Mönchengladbach, who looked like they were headed down into the second league. During the winter break, they were languishing at 18, but then the “Colts” (as German football jargon calls them) managed to get going and are now in the play-offs with the possibility of staying put. Nevertheless, a lot is dependent on VfL Bochum’s performance, so it’s too early to say how this will finish.
In terms of individuals, there are some clear winners and losers, too. Mario Gomez, for example, who is a clear winner with 28 goals in one season – and this after the Bayern management almost chased him off with pitchforks claiming that he was cursed with bad luck! Or just look at coach Thomas Tuchel, who turned the Mainz team into an national-quality side and kept the team consistently at fifth place or above. Or Schalke’s world-class Manuel Neuer, who proved again and again that he is the best German goalkeeper around and more than worthy of following Oliver Kahn. And then there’s Marco Reus, Mirko Slomka, Ilkay Gündogan, and plenty more who I could mention but won’t.

Why won’t I? Because the Bundesliga world is not just full of winners, but has losers too, and I want to write about some of them too!
Look at Bayern München, for example, who are losers as soon as they don’t win the league title – I mean, it’s a question of expectations, and everyone expects them to win.
In fact, the real losers of the season are both a good few hundred clicks north of Munich: Eintracht Frankfurt and FC St. Pauli. Of the two, Frankfurt are not only losers, but disappointingly so: they had such a good start to the season and are now going down into the second league – way to manage expectations, boys! Nevertheless, I would have expected better of St. Pauli, too, to be frank. They too did alright in the first half of the season, but the fans started protesting against “commercialisation” and then there were the arguments about coach Stanislawski moving to another team, and the team started to fall apart. St. Pauli just weren’t strong enough to play well under this kind of stress, and so they too are headed down a league. They could have stayed up – the potential was there. Nevertheless, they are dropping with their heads held high.
Other losers are, if you see things my way, the other “big” teams who finished at the bottom end of the league, or just stayed as mediocre as ever – HSV in Hamburg, for example. Wolfsburg, Bremen, Stuttgart and Schalke, too, all had to fight against relegation at points, and all of them got lucky – but all should be playing at a far higher standard.

This makes Schalke a big loser by my calculation: their team was put together to win the league, and didn’t – not even close. They might still win the cup, I suppose, and have been good in the Champions League, but in the process they’ve lost Magath; although he split the squad and the supporters when he was there, they’re lost without him now he’s at Wolfsburg.

A big individual loser this season is Christoph Daum, who lost his aura of invincibility as Frankfurt went down. His career is now as good as over. Michael Ballack, too, is at a dead end: he wanted to really get his teeth into the league at Leverkusen, but injury set him back and it’s now only a matter of time until national coach Joachim Löw pulls the plug on his international ambitions. Wolfsburg’s diva in residence, Diego, is a loser, refusing to go with his team to the decisive match of the season because he wasn’t in the starting line-up. You can’t expect paid-up supporters to put up with that kind of nonsense.

So as you can see, it was a pretty exciting 48th Bundesliga season, and I can hardly wait for the next season (starts 5th August). As ever, the deck will be reshuffled and we’ll have another 10 months until we know who the winners and losers are again.

Results Matchday 34:
Bayern München – VfB Stuttgart 2:1
1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg 1:3
Hannover 96 – 1. FC Nürnberg 3:1
Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt 3:1
Hamburger SV – Borussia Mönchengladbach 1:1
1. FSV Mainz 05 – FC St. Pauli 2:1
1. FC Köln – FC Schalke 04 2:1
SC Freiburg – Bayer Leverkusen 0:1
1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen 3:2

Table:
1 Borussia Dortmund 75 P
2 Bayer Leverkusen 68 P
3 Bayern München 65 P
4 Hannover 96 60 P
5 1. FSV Mainz 05 58 P
6 1. FC Nürnberg 47 P
7 1. FC Kaiserslautern 46 P
8 Hamburger SV 45 P
9 SC Freiburg 44 P
10 1. FC Köln 44 P
11 1899 Hoffenheim 43 P
12 VfB Stuttgart 42 P
13 Werder Bremen 41 P
14 FC Schalke 04 40 P
15 VfL Wolfsburg 38 P
16 Borussia Mönchengladbach 36 P
17 Eintracht Frankfurt 34 P
18 FC St. Pauli 29 P

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Sieger und Verlierer dieser Bundesligasaison

Der letzte Spieltag der Saison 2010/2011 ist gespielt. Die 18 Bundesligavereine teilen sich in Gewinner und Verlierer. Meine persönliche Bilanz:

Gewinner:
Natürlich Borussia Dortmund. Der verdiente, überlegene Meister. Mit vielen jungen Spielern, die hoffentlich, von Nuri Sahin abgesehen, der nach Madrid geht, der Borussia auch in der nächsten Spielzeit erhalten bleiben.
Leverkusen als Zweiter ist ebenfalls ein Gewinner. Wer Zweiter in der Bundesliga wird und sich vor den Bayern für die Champions League qualifiziert, gehört in diese Kategorie.
Dann nätürlich die „kleinen“ Vereine Hannover 96, Mainz 05, Nürnberg, Freiburg, die die Liga gewaltig aufmischten und überraschend weit oben stehen. Wollen mal sehen, wie sich Hannover und Mainz in Europa schlagen.
Gewinner sind auch die Teams, die von vornhinein nur den Klassenerhalt ausgegeben hatten und diesen realisierten. Kaiserslautern und der 1. FC Köln schafften dies, wobei man im Falle Kaiserslauterns noch ergänzen muss, dass sie die gesamte Saison über in kritischen Situationen die Nerven behielten und nicht dem vermeintlichen Allheilmittel Trainerwechsel verfielen. Lohn: ein toller siebter Rang.
Ein Sieger ist auch Borussia Mönchengladbach, die schon längst abgestiegen schien. Im Winter abschlagen auf Rang 18, setzten „die Fohlen“ eine Aufholjagd in Gang, die die Chance eröffnet, über die Relegation am nächsten Wochenende die Klasse zu erhalten. Natürlich bleibt in Gladbach nur das Lächeln, wenn der VfL Bochum in zwei Entscheidungsspielen unten gehalten wird.
Auch der Blick auf einzelne Fußballer offenbart Gewinner. Mario Gomez zum Beispiel, der Torschützenkönig der Bundesliga mit 28 Treffern wurde. Vor einem Jahr hätten ihn die Bayern als Chancentod fast noch vom Hof gejagt. Oder Trainer Thomas Tuchel, der in Mainz ein nationales Spitzenteam formte, das in dieser Saison nie schlechter als Rang 5 platziert war. Oder Schalkes Weltklassemann Manuel Neuer, der unter Beweis stellte, dass er der beste deutsche Torwart und ein würdiger Nachfolger von Oliver Kahn im Nationaltor ist. Oder Marco Reus oder Mirko Slomka oder Ilkay Gündogan oder oder oder.

Die Welt besteht aber nicht nur aus Gewinnern. Wo es Sieger gibt, da gibt es auch Verlierer. Gerade in der Bundesliga.
Bayern München wurde nicht Meister und jede Saison ohne Meistertitel ist dort eine verlorene. Jedoch, die Fans anderer Verein werden das differenzierter sehen und eine Spielzeit ohne Bayern-Titel als Gewinn bewerten.
Echte Verlierer sind die Absteiger FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt. Natürlich ist die Eintracht die größere Enttäuschung. Abgestürzt nach guter Hinrunde, müssen sich die Hessen in Liga 2 neu sammeln. Aber auch von St. Pauli hätte ich mehr erwartet. Die Hinrunde lief gut. Doch Fanproteste gegen Kommerzialisierung und die Diskussionen um den Wechsel von Trainer Stanislawski trieben einen Tropfen der Missgunst ins hamburgische Freudenhaus-Gebilde. Der Zusammenhalt im Verein bekam Risse und ihn hätte es bedürft, um Grandioses zu leisten. St. Pauli steigt hoch erhobenen Hauptes ab. Doch die Paar Prozent mehr zum Klassenerhalt wären möglich gewesen. Sie wurden nicht ausgeschöpft.
Verlierer sind ansonsten die großen Vereine, die nach oben strebten und nach unten fielen. Mancher blieb einfach im Mittelmaß stecken, wie der HSV. Mancher kämpfte lange gegen den Abstieg: Wolfsburg, Bremen, Stuttgart, Schalke. Für sie ging die Saison glimpflich aus. Es hätte schlimmer kommen können.
Schalke ist deshalb für mich ein Verlierer, weil der Kader auf Bundesligaerfolg (Meisterschaft?) zusammengestellt wurde und dort enttäuschte. Allerdings können die Schalker die Spielzeit noch mit dem Pokalsieg retten und überzeugten in der Champions League. Mit Schalke verlor auch Zampano Magath, der Fans und Spieler gefühlsmäßig spaltete und nach dem Blitzwechsel zu Wolfsburg fast verzweifelte.

Schwer gezeichnet geht Christoph Daum aus der Saison, der sein Magier-Image mit dem Eintracht-Abstieg verloren hat und nicht mehr tragbar ist. Auf das Abstellgleis geraten ist Michael Ballack, der in Leverkusen voll angreifen wollte, aber von Verletzungen zurückgeworfen nun die Ausmusterung durch Bundestrainer Joachim Löw erwartet. Und schließlich Wolfsburgs Diva Diego, der beleidigt die existenziell wichtige Reise zur entscheidenden Partie seiner Mannschaft verweigerte, weil er nicht von Anfang an spielen durfte. So ein Typ ist keinem zahlenden Fan mehr zuzumuten.

Es war eine spannende, nie langweilige 48. Spielzeit der Fußball-Bundesliga. Am 5. August geht es von vorne los. Mit neuen Gewinnern und Verlierern.

Die Ergebnisse des 34. Spieltags:
Bayern München – VfB Stuttgart 2:1
1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg 1:3
Hannover 96 – 1. FC Nürnberg 3:1
Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt 3:1
Hamburger SV – Borussia M’gladbach 1:1
1. FSV Mainz 05 – FC St. Pauli 2:1
1. FC Köln – FC Schalke 04 2:1
SC Freiburg – Bayer Leverkusen 0:1
1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen 3:2

Tabelle:
1 Borussia Dortmund 75 P
2 Bayer Leverkusen 68 P
3 Bayern München 65 P
4 Hannover 96 60 P
5 1. FSV Mainz 05 58 P
6 1. FC Nürnberg 47 P
7 1. FC Kaiserslautern 46 P
8 Hamburger SV 45 P
9 SC Freiburg 44 P
10 1. FC Köln 44 P
11 1899 Hoffenheim 43 P
12 VfB Stuttgart 42 P
13 Werder Bremen 41 P
14 FC Schalke 04 40 P
15 VfL Wolfsburg 38 P
16 Borussia Mönchengladbach 36 P
17 Eintracht Frankfurt 34 P
18 FC St. Pauli 29 P

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