Ich hasse St. Pauli nicht

Vierter Spieltag – Derby-Zeit. In Wolfsburg, Gelsenkirchen und Hamburg trafen benachbarte Klubs aufeinander. Besonders stach dabei das Hamburger Duell zwischen St. Pauli und dem HSV heraus. Nach 48 Jahren Pause trafen die beiden Stadtrivalen wieder im kleinen St. Pauli-Millerntor aufeinander. Alle Duelle dazwischen wurden immer ins größere Volksparkstadion des HSV verlegt.

Die Rivalität beider Vereine in Hamburg ist groß. Jeder Fan des einen kennt einen Nachbarn oder Arbeitskollegen vom anderen. Das Duell David Aufsteiger St. Pauli gegen Goliath Bundesligaurgestein HSV elektrisiert die Massen. Leider auch die Idioten. Fanüberfälle und Farbanschläge bestimmten die Berichterstattung vor dem Duell. Hooligangruppen beider Vereine sahen die Chance, sich auf großer Showbühne zu produzieren. Befeuert von Boulevardmedien, die nach Schlagzeilen lechzten. Die Polizei zeigte massive Präsenz.

Ich bin HSV-Fan. Einen Sieg über St. Pauli hätte ich richtig gefeiert. Doch ich lasse mich nicht vereinnahmen von Leuten, die das Derby zum Hassduell hochstilisieren und politisieren. Ich mag Hamburg und St. Pauli ist ein schöner Teil davon. Die Tradition beider Teams reicht weit zurück. Beide Vereine bereichern die Bundesliga und St. Pauli ist mir tausendmal lieber als Retortenvereine á la Hoffenheim oder Red Bull Leipzig. Als St. Pauli 2003 vor dem Konkurs stand, habe auch ich ein Retter-T-Shirt gekauft und so die Braun-Weißen unterstützt. Ich wollte weiter das Derby.

Das Duell 2010 ging unentschieden 1:1 aus. Lange Zeit von Taktik geprägt, nahm die Partie erst in der Schlussviertelstunde Fahrt auf. Treffer von Boll und Petric markierten den Endstand. Ein gerechtes Ergebnis, das St. Pauli mehr nutzt als dem HSV, der höhere Ansprüche hat. Doch bei all dem Wirrwarr ums Derby ein “befriedendes” Ergebnis.

Brisant war es auch in Gelsenkirchen. Schalke 04 traf auf den Ruhrrivalen Borussia Dortmund. Hass blieb draußen. Doch die Rivalität war natürlich groß. Und die Schadenfreude wird bei den Dortmundern noch größer sein. Sie schossen den Nachbarn mit einem 3:1-Sieg auf den letzten Tabellenplatz. Vier Spiele, vier Niederlagen – Schalke bekommt einfach nicht seine Abwehrprobleme in den Griff. Der Austausch des gesamten letztjährigen Abwehrverbunds war ein Fehler von Trainer Felix Magath. Seine Offensiveinkäufe machen den Defensivmangel nicht wett. Dortmunds Regisseur Shinji Kagawa marschierte freudig durch die Schalker Abwehrreihen und erzielte zwei Treffer.

Das dritte Derby des Spieltags zwischen Wolfsburg und Hannover interessiert außerorts wenige. Da es auch kein Spiel war, das einem lange in Erinnerung bleiben sollte, hier die Chronistenpflicht: 2:0. Interessanter war es da in Stuttgart. 7:0 (!!!) gewinnt der VfB gegen Borussia Mönchengladbach. Desolate Gladbacher holten sich nach dem 0:4 letzte Woche gegen Frankfurt die nächste Packung ab. Gladbachs Sportdirektor Eberl fasste zusammen: “Vor dem Spielen kommt das Kämpfen. Wer das vergisst, hat keine Chance.” Meine Meinung: Nach dem Spielen kommt das Bezahlen. Und wer zahlt am Ende die Zeche? Der Trainer. Michael Frontzeck, bye, bye!

Und sonst? Mainz 05 ist Tabellenführer. Mainz? Die spielen mit? All zu oft hat der Kleinverein noch nicht seinen Kopf aus der Masse der grauen Ligamäuse herausgestreckt. Doch im Moment tut er dies mit Jungspunden wie Lewis Holtby und Andre Schürrle. Vier Spiele, vier Siege. Erfreut Euch daran, liebe Mainzer, nächste Saison ist der Spaß vorbei. Holtby ist nur ausgeliehen von Schalke und Schürrle wechselt dann für elf Millionen Euro nach Leverkusen. Außerdem? Bayern München wartet auf den Erlöser. Wie im letzten Jahr. Schwacher Start, dann kam Neueinkauf Arjen Robben und schoss die Bayern nach vorn. Diese Saison ist er verletzt. Trainer Louis van Gaal erwartet Robbens Rückkehr sehnsüchtig, nach dem 0:0 gegen limitierte Kölner.

(Stefan Reichart)

Die Ergebnisse des 4. Spieltags:
Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 0:1
Bayern München – 1. FC Köln 0:0
Werder Bremen – 1. FSV Mainz 05 0:2
VfB Stuttgart – Borussia M’gladbach 7:0
VfL Wolfsburg – Hannover 96 2:0
1. FC Kaiserslautern – 1899 Hoffenheim 2:2
FC St. Pauli – Hamburger SV 1:1
FC Schalke 04 – Borussia Dortmund 1:3
Bayer Leverkusen – 1. FC Nürnberg 0:0

Tabelle
1 1. FSV Mainz 05 12 P
2 1899 Hoffenheim 10 P
3 Borussia Dortmund 9 P
4 SC Freiburg 9 P
5 Hamburger SV 8 P
6 1. FC Kaiserslautern 7 P
7 Hannover 96 7 P
8 Bayer Leverkusen 5 P
9 Bayern München 5 P
10 FC St. Pauli 4 P
11 Werder Bremen 4 P
12 1. FC Köln 4 P
13 Borussia M’gladbach 4 P
14 VfB Stuttgart 3 P
15 Eintracht Frankfurt 3 P
16 1. FC Nürnberg 3 P
17 VfL Wolfsburg 3 P
18 FC Schalke 04 0 P

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Bavaria’s finest Dutchmen against the Italian team without Italians

This Saturday, 22nd May, Bayern Munich will be playing in the Champions League final against Inter Milan. Yes, you read right: on a Saturday! It’s unusual, what with Wednesday tending to be the day for European football – but the marketing whizzes from UEFA will no doubt have noticed that Saturday is far better for viewing figures. And we all know that bad TV ratings are a sure way to destroy a good competition.


This is the first time Bayern have been in the final since 2001; overall, Munich’s biggest team has won this cup – and its predecessor the European Cup – four times and made it to the final another three. Meanwhile Inter Milan have been waiting for another win in the cup after their double-triumph in 1964 and 1965; they were last in the final way back in 1972. This makes Bayern of course the favourites on paper, but if you take a look at the teams both sides will be fielding and the way they have played up until now, though, the chances are an even split.

There’s no other Italian team with such strong connections to Munich as Inter Milan. For example the current chairman of the board, Karl-Heinz Rummenigge, who was a striker for the boys in black and blue back in the 80s. At the beginning of the 90s, it was the Ex-Bayern men Andreas Brehme and Lothar Matthäus along with Jürgen Klinsmann, who would later play for and coach Munich, who defined Inter Milan. Then there was Giovanni Trapattoni, an Inter man through-and-through, who came to Munich and became a cult figure due to his mangling of the German language. Most recently, Bayern lost a defender – Lucio – to Milan.

And it’s not just the teams; the current coaches – Louis van Gaal at Bayern and José Mourinho at Milan – have a shared history. Mourinho was an assistant to van Gaal during his Barcelona days between 1997 and 2000.


Mourinho is currently fielding an Inter team that is, in terms of style, very much like that of Helenio Herrera’s Milan back in the 60s. This way of playing brought the favourites Barcelona to their knees in the semi-final, and yet this very Italian way of playing defensive football is being done without Italians: the main team is composed essentially of Argentinians, Brazilians and Columbians, with Italians on the sub-bench if anywhere at all (like Marco Materazzi, the guy who got headbutted by Zidane in the 2006 World Cup final). Meanwhile Bayern are playing a rather more attack-focussed game from the flanks, which took them to victory against favourites Man-U; nevertheless, the Munich team will have to do without their playmaker Franck Ribéry due to his match ban.

Meanwhile, the heart of the Inter team is the Dutchman Wesley Sneijder; he too could be absent from play due to an injury on to his thigh. If he does play, he’ll be up against fellow Dutchmen like Marc van Bommel, Arjen Robben and Louis van Gaal. An interesting little detail is that Robben and Sneijder were both sifted out of the Real Madrid team before this last season. The bitter irony of them meeting in Madrid in the final that Real really wanted to be playing in can’t have escaped their former employers’ notice.

There a few other points where Bayern and Inter have something in common: both, for example, would have a trio of titles if they won this game, with both teams having won their home leagues and cups. Well, what do I mean by “home”? The German teams full of Dutch guys and the Italian side doesn’t have a single Italian! That’s modern football for you.

(Stefan Reichart/Brian Melican)

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Bayerische Holländer gegen „Italiener“ ohne Italiener

Das Champions League-Endspiel zwischen Bayern und Inter wirft seine Schatten voraus. Die Frauen von Turbine Potsdam sorgten für ein gutes Omen.


Am Samstagabend, den 22. Mai, spielt im Champions League-Endspiel in Madrid Bayern München gegen Inter Mailand. An einem Samstag? Ungewöhnlich, war doch der Mittwoch bislang immer der Tag des europäischen Fußballs. Nun, die Uefa-Marketingstrategen werden gemerkt haben, dass der Samstag mehr TV-Zuschauer garantiert. Und alles ist nichts ohne die Quote.

Bayern München steht nach 2001 wieder im Endspiel der Champions League. Insgesamt gewannen die Bayern diesen Titel und seinen Vorgänger, den Europapokal der Landesmeister, vier Mal. Weitere drei Mal waren sie Finalist. Inter Mailand wartet seit mehr als vierzig Jahren, seit dem Doppelerfolg 1964 und 1965, auf einen Triumph in der Königsklasse. Die letzte Finalteilnahme datiert von 1972. So gesehen sind die Bayern Favorit. Betrachtet man die heutigen Kader und den Weg der Teams ins Finale, dann stehen die Chancen ausgeglichen.

Mit keinem anderen Team in Italien verbindet die Münchener mehr als mit Inter. So war der heutige Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in den 1980er Jahren Stürmer der Schwarz-Blauen. Anfang der 1990er Jahre prägten die Ex-Bayern Andreas Brehme und Lothar Matthäus gemeinsam mit dem späteren Münchener Spieler und Trainer Jürgen Klinsmann eine Inter-Ära. Ihr Trainer: Giovanni Trapattoni, der noch heute in München aus seiner „Flasche-leer-Ära“ Kultstatus genießt. Verteidiger Lucio verließ letzten Sommer München Richtung Mailand.

Auch die heutigen Trainer der CL-Kontrahenten, Bayerns Louis van Gaal und Mailands José Mourinho, haben eine gemeinsame Vergangenheit. Mourinho arbeitete als Assistent van Gaals von 1997 bis 2000 beim FC Barcelona.


José Mourinho lässt mit seiner Mannschaft einen Stil spielen, der an den Catenaccio des Helenio Herrera aus Inters großer Zeit in den Sechzigern erinnert. Damit brachte er im Halbfinale den Favoriten Barcelona zur Verzweiflung. Diese italienisch defensive Art Fußball zu spielen bringen die „Italiener“ ohne Italiener aufs Feld. In der Stammformation stehen Argentinier, Brasilianer oder Kolumbianer. Italiener findet man allenfalls auf der Auswechselbank. (Wie Zinedine Zidanes Kopfstoßopfer aus dem WM-Finale 2006 Marco Materazzi.) Bayern setzt einen offensiven Stil mit Flügelstürmern dagegen. So schlugen sie im Viertelfinale den Favoriten Manchester United. Allerdings müssen die Münchener aufgrund einer Sperre auf Spielmacher Franck Ribéry verzichten.

Das Herz Inters ist der Niederländer Wesley Sneijder, der allerdings noch wegen einer Oberschenkelverletzung ausfallen könnte. Er trifft im Endspiel auf die holländische Bayern-Fraktion mit Marc van Bommel, Arjen Robben und Louis van Gaal. Randnotiz: Robben und Sneijder wurden vor der Saison bei Real Madrid aussortiert und treffen sich nun ausgerechnet in Madrid mit ihren neuen Arbeitgebern in dem Endspiel, das Real so gerne selbst bestritten hätte.

Weitere Gemeinsamkeiten zwischen Bayern und Inter lassen sich finden. Beide würden mit dem Champions League-Titel das Triple mit Meisterschaft und Pokal schaffen. Diese Wettbewerbe konnten nämlich sowohl die Deutschen als auch die Italiener schon in dieser Saison gewinnen – Verzeihung: die bayerischen Holländer und die „Italiener“ ohne Italiener.

Im „Vorspiel“, im Champions League-Endspiel der Frauen in Madrids Vorort Getafe, holte sich der deutsche Meister Turbine Potsdam am Donnerstag den erstmals ausgespielten Titel des Champions League-Siegers der Frauen. Die Ostdeutschen gewannen gegen die Französinnen von Olympique Lyon mit 7:6 nach Elfmeterschießen. Ein gutes Omen für die Bayern.

(Stefan Reichart)

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Joy and sorrow side by side

There’s one thing my coach never tired of saying to me: “Hau den Ball ins Tor hinein!” – best translated with: “Just slam it into the back of the net!” What did yours used to say to you? What about this one: “So, let’s sit down and take stock.” If it was the last day of play, he might well have.

And with the 34th Bundesliga match-day now history, it’s time for all the trainers and all the teams to sit down and look back at the season. In the changing rooms after the matches, some teams were celebrating their successes, others mourning over their failures: often in the same stadium. In Berlin’s Olympiastadion, for example, the capital’s team – already unable to escape relegation – played against the champions Bayern München. Bayern went ahead and won 3:1, receiving the cup after the final whistle; Berlin could only look on.

With the championship now decided, it was time to deal out entry into the international leagues. Meanwhile, at the bottom end of the table, there was another relegation to be handed out – and it went to Bochum after a loss to Hannover 96 on home ground. Hannover were relatively impolite guests inasmuch as they took any remaining excitement out of the game by scoring all three of their three winning goals in the first half. The 3:0 score sheet then remained the same through to full time.

So, now to take stock of the results:

1-Bayern München

These guys deserved to be champions. Back in November, the coach Louis van Gaal was facing the door, but then the team started to do what he was asking and things changed – they had a strong second half of the season, the cup final, and that sensational Champions’ League performance. Not only that, they had the seasons best player Arjen Robben. Along with teammate Bastian Schweinsteiger (pictured here in the parade), he was cheered as he presented the trophy to Munich last night.

2-Schalke 04
Felix Magath as coach got a lot more out of his team than anyone thought possible; in fact, they could have gone for the title, but they messed up the decisive game against champions Bayern.

3-Werder Bremen
If they’d played better in the first half of the season, the Werder lads might well have been able to take the title; nevertheless, they saved face by getting into the Champions league – and could still do well in the cup.

4-Bayer Leverkusen
After ruling the roost last autumn, Leverkusen came crashing down: their record-breaking run of 24 games unbeaten gave them a huge lead that then melted away into nothing.

5-Borussia Dortmund
The Dortmunders played well this season. At the beginning, they wouldn’t necessarily have been top-six candidates and yet finished comfortably within the top-bracket. Nevertheless, they’re not the highest-placed team in the Ruhr area, and that will be sure to annoy them.

6. VfB Stuttgart
It was the change of trainers to Christian Gross that did it, with the Stuttgart boys suddenly coming into form after being candidates for relegation towards the end of the first half of the season. Now they’re in the European leagues and played best in the second half of the season. If they’d got the first half right, who knows where they might be now?

7-Hamburger SV
An expensive team does not always guarantee victory, especially if the coach isn’t right for the job. After Labbadia’s exit, HSV will once again have to start from zero. It’s a familiar story for the Hamburg lads and leaves a lot of questions open about next season.

8-VfL Wolfsburg
The Wolves had the same team as last year, but a different coach – and slipped from first to eighth place. Dzeko, Grafite, Misimovic and the guys may well have made coach Felix Magath a champion, but now he’s gone and the Armin Veh/Lorzenz-Günther Köstner duo could not take Wolfsburg to the top. Now the league’s best striker, Edin Dzeko, is leaving.

9-Mainz 05
A lot of people expected Mainz’ first year in the Bundesliga to also be their last, but they and their newbie trainer Thomas Tuchel surprised everyone.

10-Eintracht Frankfurt
The last two games of the season were where Frankfurt wasted their chances of finishing better. The coach Michael Skibbe has got as much as he can out of his distinctly average team.

11-1899 Hoffenheim
These provincials may have had a big-money patron behind them, but even that is no guarantee of success. Anyone down their dreaming of Champions League glory will have to learn to live with less. They’re in a bad mood – as is the manager, who is leaving.

12-Borussia Mönchengladbach
Although the new coach Frontzeck left Bielefeld with a bad reputation for seeing his team relegated, he did good work in Mönchengladbach, helping them navigate a safe passage through the league – and hold off their arch rivals in Cologne!

13-1. FC Köln
Cologne managed to banish any rumours of relegation relatively quickly, and that was the main thing. Lukas Podolski, who was supposed to guarantee a good season, was nevertheless a disappointment; but perhaps the pressure got to him and he’ll do better next season.

14-SC Freiburg
That Freiburg didn’t go down a league is one of the biggest surprises this year. With the smallest budget and the biggest problems with winning on home turf, it didn’t look good for the guys in the far South. But they pulled it off – just in time!

15-Hannover 96
The Robert-Enke suicide-drama cast a long shadow on this team, but in the end coach Mirko Slomka managed to find a way of communicating with his players and saved the team from relegation. The goalie Fromlowitz said it all after their win at Bochum: “I never want to go through anything like it ever again.”

16-1. FC Nürnberg
This weekend, the relegation decider between the third-last in the Bundesliga and the third-best in the second league will be played – for the second time after its introduction in 2009. And for the second time, Nuremberg will be playing in it. Last season, Nuremberg were newly promoted to the Bundesliga and held their ground against Cottbus. But this time? And against their bitter Bavarian rivals FC Augsburg?

17. VfL Bochum
Heiko Herrlich took over in October and, at first, things went well. Bochum were planning for their next Bundesliga season, but suddenly things went wrong – quite inexplicably. Panicking and getting rid of Herrlich before the last two games of the season didn’t help either and now Bochum are being relegated for the sixth time in their history as a team.

18. Hertha BSC Berlin
The worst team in home games, the worst team in the first half of the season; the wrong way to build a team, a manager with little-to-no experience, a pointless change of coach. All of that and more is why Berlin are going down, why the German capital is no longer represented in the Bundesliga and why Hertha BSC are now in the same category as Tasmania Berlin. Shameful.

Bochum and Berlin, by the way, are being replaced next season by 1. FC Kaiserslautern and by FC St. Pauli in Hamburg. This will lead to some exiting derbies, with Pauli against Hamburg rivals HSV and Kaiserslautern playing Mainz, the other big city in Rhineland-Palatinate. I just can’t wait for the first match day on 20th August…

(Stefan Reichart/Brian Melican)

Results Matchday 34:
Hertha BSC Berlin – Bayern München 1:3
1899 Hoffenheim – VfB Stuttgart 1:1
Werder Bremen – Hamburger SV 1:1
SC Freiburg – Borussia Dortmund 3:1
1. FSV Mainz 05 – FC Schalke 04 0:0
Borussia Mönchengladbach – Bayer Leverkusen 1:1
VfL Bochum – Hannover 96 0:3
1. FC Nürnberg – 1. FC Köln 1:0
VfL Wolfsburg – Eintracht Frankfurt 3:1

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Freud und Leid auf engstem Raum

Haach de Klicker ins Goal enei!“, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. „Hau den Ball ins Tor hinein!“ Oder hat ihrer gesagt: „Heute ziehen wir Bilanz.“? Wenn es der letzte Spieltag war, bestimmt.

Der 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga 2009/2010 ist gespielt. Zeit, Bilanz zu ziehen. Erfolg und Misserfolg lagen an diesem letzten Spieltag der Saison so eng wie nur möglich beieinander – im gleichen Stadion. Im Berliner Olympiastadion spielte der bereits seit einer Woche feststehende Absteiger Hertha BSC gegen den Meister Bayern München. Bayern gewann 3:1 und nahm nach dem Spiel die Meisterschale entgegen. Den Berlinern blieb nur die Zuschauerrolle.

Meisterschaft entschieden, internationale Startplätze verteilt. In Bochum wurde die einzige noch offene Frage der Liga, die nach dem zweiten Absteiger, zwischen dem VfL und Hannover 96 geklärt. Wobei Hannover als Gast in Bochum die Spannung schon zur Halbzeit aus dem Spiel nahm. Das Endergebnis von 0:3 stand nach 45 Minuten fest.

Die Bilanz:

1. Bayern München


Verdienter Meister. Im November stand Trainer Louis van Gaal vor dem Aus. Doch dann setzte die Mannschaft sein Konzept um. Starke Rückrunde, Pokalfinale, Champions League-Sensation. Und mit Arjen Robben den besten Spieler der Saison im Kader. Auf dem Münchener Marienplatz präsentierten die Bayern die Meisterschale. (Bild: Autokorso mit Bastian Schweinsteiger)

2. Schalke 04

Felix Magath hat mehr aus dem Team geholt, als zu erwarten war. Doch es wäre der Titel drin gewesen. Im entscheidenden Spiel gegen die Bayern versagt.

3. Werder Bremen

Mit besserer Hinrunde wäre die Meisterschaft möglich gewesen. Die Saison mit dem Champions League-Rang gerettet. Und der Pokalsieg ist ja noch möglich.

4. Bayer Leverkusen

Nach der Herbstmeisterschaft folgte der Absturz. Die ersten 24 Spiele ungeschlagen – Rekord. Der Punktevorsprung schmolz rapide.

5. Borussia Dortmund

Starke Saison. Zählte vor der Spielzeit nicht unbedingt zum Kreis der Top-Sechs-Kandidaten. Aber im Revier noch nicht die Nummer 1.

6. VfB Stuttgart

Nach dem Wechsel zu Trainer Christian Gross blühten die Schwaben auf. Am 14. Spieltag noch auf einem Abstiegsplatz. Jetzt Europa-League. Bestes Rückrundenteam. Was wäre bei besserer Hinserie möglich gewesen?

7. Hamburger SV

Teure Mannschaft, kein Erfolg. Ex-Trainer Labbadia war ein Fehlgriff. Schon wieder steht der HSV vor einem Neuaufbau. Wie ständig in den letzten sieben Jahren. Für die nächste Saison sind Trainer und Kader ungewiss.

8. VfL Wolfsburg

Gleicher Kader, anderer Trainer, von 1 auf 8. Mit Dzeko, Grafite, Misimovic und Co. wurde Felix Magath Meister. Mit Armin Veh und Lorenz-Günther Köstner wurde es nur ein Mittelfeldplatz. Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko wird den Klub verlassen.

9. Mainz 05

Den Aufsteiger sahen viele auch als ersten Absteiger. Hat mit Greenhorn Thomas Tuchel überrascht.

10. Eintracht Frankfurt

In den letzten beiden Saisonspielen wurde eine bessere Platzierung vertan. Trainer Michael Skibbe hat das Maximum aus dem Durchschnittskader herausgeholt.

11. 1899 Hoffenheim

Der Provinzklub musste erkennen, dass auch mit großem Mäzenatentum nicht die Bäume in den Himmel wachsen. Wer von der Champions League im Kraichgau träumte, wurde enttäuscht. Die Stimmung war schlecht, der Manager geht.

12. Borussia Mönchengladbach

Trainer Michael Frontzeck brachte aus Bielefeld den schlechten Ruf eines Absteigers mit. Hat aber die Gladbacher in sicheres Fahrwasser geführt. Und vor den Erzrivalen Köln!

13. 1. FC Köln

Der Klassenerhalt war früh gesichert. Das war die Hauptsache. Heilsbringer Lukas Podolski aber enttäuschte, ist auf Normalgröße geschrumpft und kann nun, ohne den überdimensionierten Erwartungsdruck, in der neuen Saison befreit aufspielen.

14. SC Freiburg

Der Nichtabstieg ist eine große Überraschung. Die Freiburger hatten den kleinsten Etat und lange Zeit einen Heimkomplex. Den wurden sie gerade noch rechtzeitig los.

15. Hannover 96

Trug das Drama „Robert Enke“ lange mit sich herum. Doch am Schluss fand Trainer Mirko Slomka endlich einen Zugang zu den Spielern und rettete so den Verein vor dem Abstieg. Bezeichnend Torwart Fromlowitz nach dem 3:0-Sieg im entscheidenden Match in Bochum: „So etwas will ich nie wieder erleben.“

16. 1. FC Nürnberg

Am kommenden Wochenende steht die Relegation zwischen dem Drittletzten der ersten und dem Dritten der zweiten Liga an. Zum zweiten Mal, nach der Einführung 2009. Beide Male dabei: der 1. FC Nürnberg. In der letzten Saison behielten die Nürnberger als Emporkömmling gegen Cottbus die Oberhand. Und diesmal? Pikant: Es geht gegen den bayerischen Rivalen FC Augsburg.

17. VfL Bochum

Heiko Herrlich übernahm im Oktober. Es ging aufwärts. Der Verein plante schon für die nächste Saison in der ersten Liga, doch plötzlich gerieten die Bochumer in einen Abwärtssog. Unerklärlich. Die Panikreaktion, Herrlich vor den letzten beiden Saisonspielen zu entlassen, brachte nichts mehr. Sechster Abstieg in der Vereinsgeschichte.

18. Hertha BSC Berlin

Schlechteste Heimmannschaft, schlechtestes Hinrundenteam, falsche Kaderzusammenstellung, unerfahrener Manager, verpuffender Trainerwechsel. Ergebnis: Abstieg. Zukunft ungewiss. Die Hauptstadt ist nicht mehr in der ersten Liga vertreten. Hertha in einer Reihe mit Tasmania Berlin.

Bochum und Berlin werden in der neuen Saison vom 1. FC Kaiserslautern und vom FC St. Pauli ersetzt. Zwei Attraktionen für die Bundesliga, mit Derbys in Hamburg und Rheinland-Pfalz. Eine Bilanz die Vorfreude weckt. Am 20. August geht es los.

Die Ergebnisse des 34. Spieltags im Überblick:

Hertha BSC Berlin  -  Bayern München  1:3  

1899 Hoffenheim   -  VfB Stuttgart  1:1

Werder Bremen   -  Hamburger SV  1:1 

SC Freiburg   -  Borussia Dortmund  3:1 

1. FSV Mainz 05   -  FC Schalke 04  0:0 

Borussia Mönchengladbach   -  Bayer Leverkusen  1:1 

VfL Bochum   -  Hannover 96  0:3 

1. FC Nürnberg   -  1. FC Köln  1:0 

VfL Wolfsburg   -  Eintracht Frankfurt  3:1

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“Völler and modern strikers”, or “Why Frings can’t stand Löw”

There’s one thing my coach never tired of saying to me: “Hau den Ball ins Tor hinein!” – best translated with: “Just slam it into the back of the net!” What did yours used to say to you? What about this one: “I’m taking you with me to South Africa”? If he did, he was probably just offering to take you on holiday.


But we’re talking World Cup, and Germany is going mad for it – with still two months to go. The media are making things worse, speculating constantly on the make-up of the team – e.g. whether the national coach Löw will cap Kuranyi or not. Everyone in Germany has an opinion on who he should take, especially Franz Beckenbauer.

Contributing to the growing hype around the World Cup is the fiftieth birthday of Rudi Völler, a major German striker from back in the day. Fans associate him (and Frank Rijkaard) with the World Cup victory of 1990, and remember his years of sterling service for big teams like 1860 München, Werder Bremen, Bayer Leverkusen, AS Rom and Olympique Marseille; despite all of this professional football, though, Völler has kept his feet on the ground, and his down-to-earth attitude whilst coaching the national team only made him more popular than he already was. On top of that, he got Germany through to the final of the South Korean World Cup in 2002 and turned himself into the stuff of legend with his televised tirade during the qualifying stages of the European Cup in 2003.

http://www.youtube.com/watch?v=V0xIECkaMVA

http://www.youtube.com/watch?v=fq7QI_aB-UM

As sports director on the board of Bayer Leverkusen, he still maintains a presence in the Bundesliga of today – and is pretty much the only member of the 1990 team who has managed to! All of the other ten players who helped see off Argentina in the finals back then have disappeared – Illgner, Augenthaler, Berthold, Kohler, Buchwald, Brehme, Häßler, Matthäus, Littbarski, Klinsmann. Bodo Illgner, for example, is now in retirement in Spain; Thomas Berthold, Jürgen Kohler, Guido Buchwald and Andreas Brehme all had spells of bad luck trying to get a foot back in the door of professional paid football at Düsseldorf, Aalen, Aachen and Stuttgart. Then there’s old bow-legged Pierre Littbarski, who has also just turned 50, is now trying to get back into the swing as an intern at Bayern München. And then there’s Lothar Matthäus, of course: the legendary playmaker of 1990 is now nothing more than a laughing stock after his various embarrassing dalliances with various women… Or take a look at Klaus Augenthaler, whose spells coaching in the Bundesliga at teams like Munich, Leverkusen, Wolfsburg and Nuremberg have resulted in nothing more than his current desperate attempts to keep in the game by coaching at little-known Unterhaching. The only one who can even hold a candle to Völler is Thomas Häßler, who coaches at 1. FC Köln. And then there’s Jürgen Klinsmann, who materialised like a saviour back in 2004 and led the national team to a series of stunning World Cup victories in 2006. Nevertheless, he went on to Bayern as a God and came back as a fallen idol; then he disappeared to the US. So no matter who Löw takes with to South Africa this time round, we can only hope that they have more success after the World Cup than their predecessors.

And who might that be? The 31st day of play would seem to be recommending strikers for the illustrious heights of the World Cup squad – and not just Kevin Kuranyi. Not Bayern’s Miroslav Klose, mind, who was ill this weekend. Nor his counterpart Mario Gomez, who was left hogging the subs’ bench. And not even Lukas Podolski, despite his solid groundwork for one of Cologne’s goals against Bochum. No: the striker who looks likely to get a selection on the basis of his work on this day of play is Thomas Müller, who scored two of Bayern’s 7 (count ‘em!) goals against Hannover. Olic and the unbelievable Arjen Robben also did well, scoring two and three of the remaining goals respectively. Hannover had plenty of time to analyse their defeat on the way home, what with Iceland’s volcano playing havoc with air travel. The long bus journey will have been clouded by thoughts of relegation, with Hannover’s defeat putting them back in the danger zone as Freiburg won 2:1 against Nuremberg. This leaves five teams fighting against relegation: Nuremberg, Bochum, Freiburg, Hannover and of course Berlin, who already seem utterly condemned.

Another two attackers who also want to go to South Africa came head-to-head against each other as VfB Stuttgart and Bayer Leverkusen lined up on this 31st day of play; Leverkusen’s Stefan Kießling scored his 19th goal of the season and put Leverkusen ahead, but Cacau hit back for Stuttgart with two goals and took his team to victory and into the European league. This led to Leverkusen losing their Champions’ League spot, too, with Werder Bremen having taken their place.

This boys from Bremen just haven’t stopped climbing recently, winning 4:2 against Wolfsburg thanks mainly to Torsten Frings, who scored twice – and then gave interviews full of frustration about how Löw is not concentrating on performance in selecting the World Cup team, with Frings being quoted as saying that if Löw had been looking at performance alone, he wouldn’t have dropped him.

So we’ll have to hope that Frings is wrong, that Löw is open to reason and is listening to Beckenbauer – Völlers trainer back in 1990 – and to Klinsmann, his friend and predecessor. But even if they give good advice and Löw picks a good squad, he’ll still have trouble convincing the 80 million other coaches in Germany that he’s got the right guys with him in South Africa.

(Stefan Reichart/Brian Melican)

Results Matchday 31:
1. FC Köln   -  VfL Bochum  2:0
VfB Stuttgart   -  Bayer Leverkusen  2:1
VfL Wolfsburg   -  Werder Bremen  2:4 
FC Schalke 04   -  Borussia Mönchengladbach  3:1
Hamburger SV   -  1. FSV Mainz 05  0:1
SC Freiburg   -  1. FC Nürnberg  2:1
Bayern München   -  Hannover 96  7:0
Borussia Dortmund   -  1899 Hoffenheim  1:1
Eintracht Frankfurt   -  Hertha BSC Berlin 2:2

Table:
1   Bayern München    63 P
2   FC Schalke 04     61 P
3   Werder Bremen   54 P
4   Bayer Leverkusen    54 P
5   Borussia Dortmund    53 P
6   VfB Stuttgart      50 P
7   Hamburger SV    48 P
8   VfL Wolfsburg  46 P
9   Eintracht Frankfurt     45 P
10   1. FSV Mainz 05 44 P
11   1. FC Köln      37 P
12   Borussia Mönchengladbach   37 P
13   1899 Hoffenheim    35 P
14   1. FC Nürnberg   28 P
15   VfL Bochum    28 P
16   SC Freiburg   28 P
17   Hannover 96    27 P
18   Hertha BSC Berlin  23 P

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Völler und die Stürmer von heute oder warum Frings Löw nicht leiden kann

Haach de Klicker ins Goal enei!“, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. „Hau den Ball ins Tor hinein!“ Aber hat Ihrer schon mal zu Ihnen gesagt: „Ich nehme Dich mit nach Südafrika.“? Wahrscheinlich höchstens zu einer privaten Ferienreise.

Matthäus und Völler, Cacau, Müller, Frings und Löw
Deutschland ist im WM-Fieber. Zwei Monate vor dem Event! Kein Tag vergeht in den Medien ohne die quälende Ungewissheit „Nimmt Löw Kuranyi mit?“. Und insgesamt kreist alles um die Frage: Wer soll nominiert werden? Ganz Fußball-Deutschland will dem Nationaltrainer reinreden. Allen voran Experte Franz Beckenbauer.

In der vergangenen Woche rückte die WM auch deshalb wieder ein Stück mehr ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit, weil ein großer deutscher Stürmer vergangener Tage seinen fünfzigsten Geburtstag feierte: Rudi Völler. Mit ihm verbinden deutsche Fans (und Frank Rijkaard) den Weltmeistertitel 1990. Außerdem hat er für 1860 München, Werder Bremen, Bayer Leverkusen, AS Rom und Olympique Marseille über viele Jahre hervorragende Leistungen gebracht und ist dabei ein sympathischer, zugänglicher Profi geblieben. Seine Zeit als Teamchef der Nationalmannschaft hat seine Beliebtheit noch gesteigert. Mit ihr erreichte Völler 2002 das WM-Finale in Südkorea. Seine Wutrede während der EM-Qualifikation 2003 ist legendär.

http://www.youtube.com/watch?v=V0xIECkaMVA

http://www.youtube.com/watch?v=fq7QI_aB-UM

Als Sportdirektor von Bayer Leverkusen ist er bis heute Teil der Bundesliga. Doch damit ist er der einzige Spieler aus dem Endspiel-Team 1990, das gegen Argentinien den Weltmeistertitel holte, auf den dies zutrifft. Illgner, Augenthaler, Berthold, Kohler, Buchwald, Brehme, Häßler, Matthäus, Littbarski, Klinsmann, Völler – so die erste Elf im Finale damals. Bodo Illgner befindet sich heute im Dauerruhestand in Spanien. Thomas Berthold, Jürgen Kohler, Guido Buchwald und Andreas Brehme missglückten in Düsseldorf, Aalen, Aachen oder Stuttgart die Versuche, im bezahlten Fußball nach der Spielerkarriere Fuß zu fassen. Säbelbein Pierre Littbarski, ebenfalls letzte Woche fünfzig geworden, unternimmt gerade einen neuen Anlauf als Praktikant beim FC Bayern München. Lothar Matthäus, 1990 der geniale Spielmacher, taugt ob seiner Frauengeschichten nur noch als Comedy-Zielscheibe. Klaus Augenthaler, zumindest mal in München, Leverkusen, Wolfsburg und Nürnberg in der Bundesliga als Trainer gearbeitet, versucht nun den Wiedereinstieg in der dritten Klasse in Unterhaching. Nur Thomas Häßler ist der ersten Liga neben Völler derzeit nahe. Als Techniktrainer beim 1. FC Köln. Bleibt noch Jürgen Klinsmann. Er erschien der Nationalmannschaft 2004 als Retter, vollbrachte das Fußballmärchen 2006, stieg 2008 als Buddha beim FC Bayern ein und stürzte als Ikarus ab. Danach entschwand er wieder in die USA. Für welchen Kader 2010 sich Joachim Löw schlussendlich auch entscheiden mag, den Nominierten bleibt zu wünschen, dass sie nach ihrer Karriere erfolgreicher agieren als ihre WM-Vorgänger.

Für den erlauchten Kreis der WM-Fahrer haben sich am 31. Spieltag wieder Stürmer, und dabei nicht nur Kevin Kuranyi, empfohlen. Zwar nicht Bayerns Miroslav Klose, der lag krank im Bett. Auch nicht Teamkollege Mario Gomez, der ist nur Bankdrücker. Und auch nicht Lukas Podolski, obwohl er ein Tor beim 2:0 seiner Kölner gegen Bochum vorbereitete. Aber Thomas Müller. Der Bayern-Shootingstar schoss zwei Tore beim 7:0 (!) des Rekordmeisters gegen Hannover. Olic und der unglaubliche Arjen Robben trafen außerdem zwei- bzw. dreimal. Natürlich bleibt der FC Bayern so auf Meisterkurs. Und Hannover hatte dank des isländischen Vulkans viel Zeit zum Nachdenken auf der langen Busheimfahrt. Hannover befindet sich nach dem Debakel wieder auf einem Abstiegsplatz, weil Freiburg gegen Nürnberg 2:1 gewann. Somit bleibt der Abstiegskampf ein Fünfkampf, aus dem sich kein Team vorzeitig lösen kann, zwischen Nürnberg, Bochum, Freiburg, Hannover und den unrettbaren Berlinern.

Beim Duell des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen trafen zwei Angreifer, die ebenfalls noch nach Südafrika reisen wollen. Leverkusens Stefan Kießling brachte mit seinem 19. Saisontreffer Bayer in Führung. Doch Stuttgarts Cacau schoss mit zwei Toren noch den Sieg des VfB heraus, der damit auf einen Europa League-Platz klettert. Leverkusen verliert dagegen seinen Champions League-Rang.

Den hat nun Werder Bremen inne. Die Hanseaten sind stetig in der Tabelle nach oben geklettert. In Wolfsburg gewannen die Bremer 4:2. Mann des Spiels war Mittelfeldspieler Torsten Frings, der zwei Treffer erzielte und danach in den Interviews frustriert schwadronierte, bei Joachim Löws Nominierungen für die Nationalelf ginge es nicht nach Leistung. Denn sonst wäre er ja nicht ausgebootet worden.

Bleibt zu hoffen, dass er sich irrt, Lichtgestalt Franz Beckenbauer, Völlers Trainer 1990, die richtigen Einflüsterungen haucht, Jürgen Klinsmann, Löws Vorgänger und Freund, gute Ratschläge gibt und Joachim Löw am Ende allein die richtigen WM-Fahrer wählt. 80 Millionen Bundestrainern kann er es ohnehin nicht recht machen.

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Die Ergebnisse des 31. Spieltags im Überblick:
1. FC Köln   -  VfL Bochum  2:0
VfB Stuttgart   -  Bayer Leverkusen  2:1
VfL Wolfsburg   -  Werder Bremen  2:4  
FC Schalke 04   -  Borussia Mönchengladbach  3:1
Hamburger SV   -  1. FSV Mainz 05  0:1
SC Freiburg   -  1. FC Nürnberg  2:1
Bayern München   -  Hannover 96  7:0
Borussia Dortmund   -  1899 Hoffenheim  1:1
Eintracht Frankfurt   -  Hertha BSC Berlin 2:2

Tabelle
1   Bayern München    63 P
2   FC Schalke 04     61 P
3   Werder Bremen   54 P
4   Bayer Leverkusen    54 P
5   Borussia Dortmund    53 P
6   VfB Stuttgart      50 P
7   Hamburger SV    48 P
8   VfL Wolfsburg  46 P
9   Eintracht Frankfurt     45 P
10   1. FSV Mainz 05 44 P
11   1. FC Köln      37 P
12   Borussia Mönchengladbach   37 P
13   1899 Hoffenheim    35 P
14   1. FC Nürnberg   28 P
15   VfL Bochum    28 P
16   SC Freiburg   28 P
17   Hannover 96    27 P
18   Hertha BSC Berlin  23 P

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