Drei gute Gründe für Meister Dortmund und Manuel Neuer

Borussia Dortmund ist Meister. Verdienter Meister. Drei Spieltage vor Saisonschluss hat der BVB durch ein 2:0 gegen Nürnberg den Titelgewinn klar gemacht, weil Leverkusen in Köln mit 0:2 verlor. Dabei waren die Leverkusener Titelchancen ohnehin nur noch gering.

Dortmund ist in allen statistischen Belangen herausragend. Die meisten Siege, die wenigsten Niederlagen, die wenigsten Gegentreffer. Seit dem zehnten Spieltag auf Platz 1. Mit einer jungen, dynamischen Mannschaft, gespickt mit tollen Einzelspielern wie Götze, Großkreuz, Hummels, Sahin, Schmelzer oder Barrios. Mein Glückwunsch geht nach Dortmund.

Das zweite große Thema der Bundesliga dieser Tage ist der bevorstehende Vereinswechsel von Manuel Neuer. Er möchte den FC Schalke verlassen, vermutlich zu Bayern München. Obwohl seit letzter Woche Manchester United mitbietet. Die grandiose Leistung des Nationaltorhüters in der Champions League-Partie ließ die Engländer ihren Blick auf Neuer richten. Doch der will lieber innerhalb der Bundesliga wechseln. Warum?

Nun, drei Gründe kann ich dafür finden, warum der Spitzentorwart nicht in eine der drei anderen großen europäischen Ligen wechseln möchte:
1.) In deutschen Stadien ist die Stimmung besser als in englischen. Der Erhalt der Stehplätze in den deutschen Stadien schafft eine herausragende Atmosphäre, mit Fangesängen und Choreographien. Der Verlust eben dieser Stehtraversen und horrende Eintrittskartenpreise machen aus englischen Arenen vielfach Stimmungsfriedhöfe mit Opernpublikum. Dortmunds riesige Südtribüne ist mit ihren Fans dagegen eines Meisters würdig und der „zwölfte Mann“ des Teams.

2.) Die Bundesliga ist besser organisiert als die italienische Serie A. Spielerstreiks wegen ausstehender Gehälter, sich wild gebärdende Großinvestoren, mangelnde Zuschauersicherheit aufgrund maroder Stadien – alles hierzulande unbekannt. Ein beinahe insolventer Fußballverein wird in Deutschland nicht durch dubiose Finanzspritzen, sondern durch besonnenes Wirtschaften auf den Erfolgsweg zurückgeführt. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat hier vorbildlich gearbeitet und den Grundstein für die Dortmunder Meistermannschaft gelegt.

3.) In Deutschland gibt es nicht nur zwei Klubs, die um die Meisterschaft kämpfen. In Spaniens Primera Division ist alljährlich nur die Frage: Real oder Barcelona? Klar, in Deutschland ist Bayern München vor jeder Saison der große Favorit. Aber es gibt eine Menge Teams, die dem Rekordmeister Paroli bieten können. Bremen 2004, Stuttgart 2007, Wolfsburg 2009 oder eben Dortmund 2011.

Drei gute Gründe also für Manuel Neuer, in der Bundesliga zu bleiben. Drei gute Gründe eigentlich um, äh, nach Dortmund zu wechseln. Doch das verbietet sich als Schalker dann doch.

Die Ergebnisse des 32. Spieltags:
Werder Bremen – VfL Wolfsburg 0:1
1. FC Kaiserslautern – FC St. Pauli 2:0
Borussia Dortmund – 1. FC Nürnberg 2:0
Hamburger SV – SC Freiburg 0:2
1. FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfurt 3:0
1899 Hoffenheim – VfB Stuttgart 1:2
1. FC Köln – Bayer Leverkusen 2:0
Hannover 96 – Borussia Mönchengladbach 0:1
Bayern München – FC Schalke 04 4:1

Tabelle:

1 Borussia Dortmund 72 P
2 Bayer Leverkusen 64 P
3 Bayern München 59 P
4 Hannover 96 57 P
5 1. FSV Mainz 05 52 P
6 1. FC Nürnberg 47 P
7 SC Freiburg 44 P
8 Hamburger SV 43 P
9 1899 Hoffenheim 40 P
10 FC Schalke 04 40 P
11 1. FC Kaiserslautern 40 P
12 VfB Stuttgart 39 P
13 Werder Bremen 38 P
14 1. FC Köln 38 P
15 VfL Wolfsburg 35 P
16 Eintracht Frankfurt 34 P
17 Borussia Mönchengladbach 32 P
18 FC St. Pauli 29 P

Bookmark and Share

Bundesliga und Fans – die schwierige Beziehung

Haach de Klicker ins Goal enei!“, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. „Hau den Ball ins Tor hinein!“ Aber hat ein Fan schon mal zu Ihnen gesagt: „Ich will Dich kämpfen seh’n!“? Bundesligaprofis müssen sich dies, jetzt in der entscheidenden Phase der Saison, oft von den eigenen Sympathisanten anhören. In der Bundesliga brodelt es.

Leere Ränge im Berliner Olympiastadion
Das Verhältnis Bundesligaprofi-Fan ist in dieser Saison ein ganz spezielles. Nach dem Selbstmord von Hannovers Torhüter Robert Enke im November 2009, der an schweren Depressionen erkrankt war, die er vor der Öffentlichkeit geheim halten wollte, sprachen Funktionäre, Spieler und auch Fans viel von Respekt, Rücksicht, Verständnis und Achtung, die künftig im Umgang miteinander herrschen müsse. Ein halbes Jahr später ist nichts mehr davon übrig geblieben.

Während bei Erfolgen Mannschaft und Anhänger miteinander tanzen, jubeln und „Humba humba humba täterä“ singen, ein Spieler sein Trikot küsst und auf den Begrenzungszaun steigt, um ins Megaphone zu brüllen und einfach alle in Glückseligkeit baden, dreht sich dieses Schauspiel bei Misserfolg brutal um. In der Bundesliga geht es mittlerweile um viel Geld. Bleibt der Erfolg aus, betrachten die Fans die Spieler nur noch aus dem mitleidlosen Blickwinkel der Neidgesellschaft.

Im Berliner Olympiastadion waren an diesem 30. Spieltag nur 30000 Zuschauer zugelassen. Hinter dem eher lustig klingenden Slogan „In Berlin dürfte der Ostblock nicht besetzt werden!“ steckte der ernste Hintergrund der Platzstürmung und Randale durch Hertha-Fans nach dem Spiel gegen Nürnberg vor vier Wochen. Die von den hartgesottenen Anhängern benutzte Osttribüne musste diesmal leer bleiben. Die Fans wichen für das Spiel gegen Stuttgart auf Public Viewing aus.

Der 1. FC Köln dürfte an diesem Spieltag nicht von seinem Anhang zum Auswärtsspiel in Hoffenheim begleitet werden. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern sowie geballter Münzen- und Feuerzeugwurf bei jeder bisherigen Auswärtspartie führten nach wiederholten Geldstrafen nun zu dieser drastischen Maßnahme. Auch dem 1. FC Nürnberg stehen solche Geister-Auswärtsspiele aus gleichen Gründen noch bevor.

HSV-Profi Paolo Guerrero wurden letzte Woche die wüsten Beschimpfungen eines Zuschauers beim Verlassen des Spielfeldes zu viel. In einer Kurzschlusshandlung warf er einem „Fan“ eine Trinkflasche an den Kopf. Dennoch dürfte der Peruaner nur vier Tage später in der Europa League wieder auflaufen. Und die HSV-Verantwortlichen legten auch noch Einspruch gegen die fünf Bundesligaspiele-Sperre Guerreros ein. Darf man so einfach zur Tagesordnung übergehen und von der Gefolgschaft andererseits Respekt verlangen?

Im beschaulichen Hoffenheim, dem Disneyland des deutschen Profifußballs, hagelt es plötzlich Protestartikulationen á la Fußball-Proletariat. Mittelmaß wird im Kraichgauer Fußball-Wirtschaftswunder nicht geduldet. Die Fans protestieren mit „Scheiss Millionäre!“, „Rangnick raus!“ und Sitzblockaden vor dem Mannschaftsbus. Grund: Dem 1. FC Köln gab der Ausschluss des eigenen Anhangs Auftrieb. Durch den 2:0-Sieg in Hoffenheim sind die Kölner so gut wie vor dem Abstieg gerettet. Hinzuweisen noch auf den feinen Unterschied, den die Anhänger der TSG Hoffenheim machen: Hier wird nur „Scheiss Millionäre!“ gebrüllt. Mit „Scheiss Milliardäre!“ würde man ja den eigenen Mäzen vergrätzen.

Gegner der Hertha war im Berliner Olympiastadion nach dem Ausschluss der Fans nur noch der VfB Stuttgart. Jener VfB, bei dem verblendete Anhänger noch im November den Spielern entgegen warfen: „Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot!“ Nach einer Aufholjagd in der Rückrunde, in deren Verlauf der VfB mittlerweile auf Europa League-Reichweite hinaufgeklettert ist, wird wieder miteinander getanzt. 1:0 gewann die beste Mannschaft der Rückrunde beim niederliegenden Hauptstadtklub.

Verdruss bereitet der FC Bayern München seinen Fans dieser Tage nicht. Nach dem Sieg letzte Woche bei Schalke 04 und dem Halbfinaleinzug in der Champions League gegen Manchester United, freuten sich diesmal Mannschaft und Anhängerschaft über ein 1:1 beim direkten Meisterschaftskonkurrenten Bayer Leverkusen. Die Tabellenführung wurde gefestigt, auch weil Schalke 04 überraschend in Hannover 2:4 verlor. Mirko Slomka, Hannover- und Ex-Schalke-Trainer versaut so seinem früheren Klub die Meisterschaft. Doch Schalker Fans protestieren in solch einem Misserfolgsfall nicht. Sie würden sonst Gefahr laufen, vom allmächtigen Felix Magath verkauft zu werden. „Magath raus!“

For an english Bundesliga blog click http://blog.young-germany.de

Die Ergebnisse des 30. Spieltags im Überblick:
Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 2:0
Hertha BSC Berlin – VfB Stuttgart 0:1
1. FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund 1:0
Hannover 96 – FC Schalke 04 4:2
1899 Hoffenheim – 1. FC Köln 0:2
Werder Bremen – SC Freiburg 4:0
Bayer Leverkusen – Bayern München 1:1
VfL Bochum – Hamburger SV 1:2
1. FC Nürnberg – VfL Wolfsburg 0:2

Tabelle
1 Bayern München 60 P
2 FC Schalke 04 58 P
3 Bayer Leverkusen 54 P
4 Borussia Dortmund 52 P
5 Werder Bremen 51 P
6 Hamburger SV 48 P
7 VfB Stuttgart 47 P
8 VfL Wolfsburg 46 P
9 Eintracht Frankfurt 44 P
10 1. FSV Mainz 05 41 P
11 Borussia Mönchengladbach 37 P
12 1899 Hoffenheim 34 P
13 1. FC Köln 34 P
14 1. FC Nürnberg 28 P
15 VfL Bochum 28 P
16 Hannover 96 27 P
17 SC Freiburg 25 P
18 Hertha BSC Berlin 22 P

Bookmark and Share

Heute gegen Argentinien – today against Argentina

Heute spielt Argentinien in München gegen Deutschland. Eine tolle Stimmung brachten die argentinischen Fans 2006 zur WM nach Deutschland. Schaut es euch nochmal an und freut euch auf heute Abend.

Today, Argentina will play against Germany in Munich. Watch the Argentina Fans during World Cup match 2006 against the Netherlands. Great atmosphere. Look forward to tonight.

Argent-in-Frankfurt

Bookmark and Share