Sieger und Verlierer dieser Bundesligasaison

Der letzte Spieltag der Saison 2010/2011 ist gespielt. Die 18 Bundesligavereine teilen sich in Gewinner und Verlierer. Meine persönliche Bilanz:

Gewinner:
Natürlich Borussia Dortmund. Der verdiente, überlegene Meister. Mit vielen jungen Spielern, die hoffentlich, von Nuri Sahin abgesehen, der nach Madrid geht, der Borussia auch in der nächsten Spielzeit erhalten bleiben.
Leverkusen als Zweiter ist ebenfalls ein Gewinner. Wer Zweiter in der Bundesliga wird und sich vor den Bayern für die Champions League qualifiziert, gehört in diese Kategorie.
Dann nätürlich die „kleinen“ Vereine Hannover 96, Mainz 05, Nürnberg, Freiburg, die die Liga gewaltig aufmischten und überraschend weit oben stehen. Wollen mal sehen, wie sich Hannover und Mainz in Europa schlagen.
Gewinner sind auch die Teams, die von vornhinein nur den Klassenerhalt ausgegeben hatten und diesen realisierten. Kaiserslautern und der 1. FC Köln schafften dies, wobei man im Falle Kaiserslauterns noch ergänzen muss, dass sie die gesamte Saison über in kritischen Situationen die Nerven behielten und nicht dem vermeintlichen Allheilmittel Trainerwechsel verfielen. Lohn: ein toller siebter Rang.
Ein Sieger ist auch Borussia Mönchengladbach, die schon längst abgestiegen schien. Im Winter abschlagen auf Rang 18, setzten „die Fohlen“ eine Aufholjagd in Gang, die die Chance eröffnet, über die Relegation am nächsten Wochenende die Klasse zu erhalten. Natürlich bleibt in Gladbach nur das Lächeln, wenn der VfL Bochum in zwei Entscheidungsspielen unten gehalten wird.
Auch der Blick auf einzelne Fußballer offenbart Gewinner. Mario Gomez zum Beispiel, der Torschützenkönig der Bundesliga mit 28 Treffern wurde. Vor einem Jahr hätten ihn die Bayern als Chancentod fast noch vom Hof gejagt. Oder Trainer Thomas Tuchel, der in Mainz ein nationales Spitzenteam formte, das in dieser Saison nie schlechter als Rang 5 platziert war. Oder Schalkes Weltklassemann Manuel Neuer, der unter Beweis stellte, dass er der beste deutsche Torwart und ein würdiger Nachfolger von Oliver Kahn im Nationaltor ist. Oder Marco Reus oder Mirko Slomka oder Ilkay Gündogan oder oder oder.

Die Welt besteht aber nicht nur aus Gewinnern. Wo es Sieger gibt, da gibt es auch Verlierer. Gerade in der Bundesliga.
Bayern München wurde nicht Meister und jede Saison ohne Meistertitel ist dort eine verlorene. Jedoch, die Fans anderer Verein werden das differenzierter sehen und eine Spielzeit ohne Bayern-Titel als Gewinn bewerten.
Echte Verlierer sind die Absteiger FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt. Natürlich ist die Eintracht die größere Enttäuschung. Abgestürzt nach guter Hinrunde, müssen sich die Hessen in Liga 2 neu sammeln. Aber auch von St. Pauli hätte ich mehr erwartet. Die Hinrunde lief gut. Doch Fanproteste gegen Kommerzialisierung und die Diskussionen um den Wechsel von Trainer Stanislawski trieben einen Tropfen der Missgunst ins hamburgische Freudenhaus-Gebilde. Der Zusammenhalt im Verein bekam Risse und ihn hätte es bedürft, um Grandioses zu leisten. St. Pauli steigt hoch erhobenen Hauptes ab. Doch die Paar Prozent mehr zum Klassenerhalt wären möglich gewesen. Sie wurden nicht ausgeschöpft.
Verlierer sind ansonsten die großen Vereine, die nach oben strebten und nach unten fielen. Mancher blieb einfach im Mittelmaß stecken, wie der HSV. Mancher kämpfte lange gegen den Abstieg: Wolfsburg, Bremen, Stuttgart, Schalke. Für sie ging die Saison glimpflich aus. Es hätte schlimmer kommen können.
Schalke ist deshalb für mich ein Verlierer, weil der Kader auf Bundesligaerfolg (Meisterschaft?) zusammengestellt wurde und dort enttäuschte. Allerdings können die Schalker die Spielzeit noch mit dem Pokalsieg retten und überzeugten in der Champions League. Mit Schalke verlor auch Zampano Magath, der Fans und Spieler gefühlsmäßig spaltete und nach dem Blitzwechsel zu Wolfsburg fast verzweifelte.

Schwer gezeichnet geht Christoph Daum aus der Saison, der sein Magier-Image mit dem Eintracht-Abstieg verloren hat und nicht mehr tragbar ist. Auf das Abstellgleis geraten ist Michael Ballack, der in Leverkusen voll angreifen wollte, aber von Verletzungen zurückgeworfen nun die Ausmusterung durch Bundestrainer Joachim Löw erwartet. Und schließlich Wolfsburgs Diva Diego, der beleidigt die existenziell wichtige Reise zur entscheidenden Partie seiner Mannschaft verweigerte, weil er nicht von Anfang an spielen durfte. So ein Typ ist keinem zahlenden Fan mehr zuzumuten.

Es war eine spannende, nie langweilige 48. Spielzeit der Fußball-Bundesliga. Am 5. August geht es von vorne los. Mit neuen Gewinnern und Verlierern.

Die Ergebnisse des 34. Spieltags:
Bayern München – VfB Stuttgart 2:1
1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg 1:3
Hannover 96 – 1. FC Nürnberg 3:1
Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt 3:1
Hamburger SV – Borussia M’gladbach 1:1
1. FSV Mainz 05 – FC St. Pauli 2:1
1. FC Köln – FC Schalke 04 2:1
SC Freiburg – Bayer Leverkusen 0:1
1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen 3:2

Tabelle:
1 Borussia Dortmund 75 P
2 Bayer Leverkusen 68 P
3 Bayern München 65 P
4 Hannover 96 60 P
5 1. FSV Mainz 05 58 P
6 1. FC Nürnberg 47 P
7 1. FC Kaiserslautern 46 P
8 Hamburger SV 45 P
9 SC Freiburg 44 P
10 1. FC Köln 44 P
11 1899 Hoffenheim 43 P
12 VfB Stuttgart 42 P
13 Werder Bremen 41 P
14 FC Schalke 04 40 P
15 VfL Wolfsburg 38 P
16 Borussia Mönchengladbach 36 P
17 Eintracht Frankfurt 34 P
18 FC St. Pauli 29 P

Bookmark and Share

Tradition is all very well and good, but…

After having recently spent most a blog post cracking jokes at the (considerable) expense of vulgar nouveau riche football clubs, I thought I should even things out a bit by admitting something: tradition, as nice as it is to have, is no better at buying success than good, hard cash. A team that has been demonstrating this over and over again in the last couple of weeks is the Hamburger Sportverein, or HSV. This Hamburg team, with their long and great history, lost by a very poor 0:3 to VfB Stuttgart on the weekend; the week before, they only just limped to a disappointing 0:0 draw against Hannover Sportverein 1896, despite the fact that they were playing at home and that Hannover are supposed to be the smaller and less important HSV from the North German plain.

It’s not like Hamburg are running short on tradition. No, the harbour city boys have never been relegated from the top league since its inception in 1963; neither have they been lacking in titles, winning the league six times since then – in 1983, they even won the European Cup against Juventus Turin. In 1987, they won their third DFB cup, and then… and then nothing.

Now, before we go any further, let me just respond to a few points. Firstly, of course things could be worse – just look at Borussia Mönchengladbach and 1. FC Köln, or Eintracht Frankfurt or 1. FC Kaiserslautern, all of whom have tasted the bitter draught that is relegation and had to fight their way back up to Bundesliga play. Then again, this fight and the victories gained in it at least energised the young fans in a way that HSV supporters born after 1980 have never experienced. Add to this the fact that Frankfurt and Kaiserslautern very nearly went bankrupt just a few years back, and you’ll see that being a HSV fan is very much like living in a comfortable, well-off, but quite boring bubble. Even with their expensive squad, full of big-name international players and what some might like to call stars, HSV have trouble shaking off the lethargy and call it a good season if they make it to fifth place.

Meanwhile, Cologne’s team only really has one star: Lukas “Prince Poldi” Podolski, who has already been relegated with his team once (seven years back) and who, with the 1:4 caning administered by Wolfsburg on the weekend, looks like he’ll be going through another. Just before the disastrous game, the popular coach Frank Schaefer said he would step down at the end of the season of his own free will; team insiders, however, cite director Volker Finke as the source of at least some of this “free will”, in no small part due to his habit of getting involved in coaching business. I wonder if he’s learned anything from recent examples of what happens when teams know that their coach will be leaving at the end of the season: just look at FC Bayern München and Louis van Gaal – or Hamburger SV, of course, where Armin Veh “surprisingly” announced his departure (before they could fire him…).

Johannes Göbel

Results match day 31:

SC Freiburg – Hannover 96 1:3
FC Schalke 04 – 1. FC Kaiserslautern 0:1
Bayer Leverkusen – 1899 Hoffenheim 2:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 3:0
Eintracht Frankfurt – Bayern München 1:1
FC St. Pauli – Werder Bremen 1:3
Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund 1:0
VfL Wolfsburg – 1. FC Köln 4:1
1. FC Nürnberg – 1. FSV Mainz 05 0:0

Table:
1 Borussia Dortmund 69 P
2 Bayer Leverkusen 64 P
3 Hannover 96 57 P
4 Bayern München 56 P
5 1. FSV Mainz 05 49 P
6 1. FC Nürnberg 47 P
7 Hamburger SV 43 P
8 SC Freiburg 41 P
9 1899 Hoffenheim 40 P
10 FC Schalke 04 40 P
11 Werder Bremen 38 P
12 1. FC Kaiserslautern 37 P
13 VfB Stuttgart 36 P
14 1. FC Köln 35 P
15 Eintracht Frankfurt 34 P
16 VfL Wolfsburg 32 P
17 Borussia Mönchengladbach 29 P
18 FC St. Pauli 29 P

Bookmark and Share

Für Tradition kann man sich auch nichts kaufen

Nachdem ich mich hier zuletzt über die neureichen Clubs VfL Wolfsburg (zum wiederholten Male!) und TSG 1899 Hoffenheim lustig gemacht habe, muss ich heute etwas zugeben: Für Tradition allein kann man sich auch nichts kaufen. Eine Mannschaft, die das zurzeit von Spieltag zu Spieltag aufs Neue beweist, ist der Hamburger SV. Am Wochenende verloren die Norddeutschen mit 0:3 beim abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart. Die Woche zuvor gab’s ein müdes 0:0 im Heimspiel gegen den Hannoverschen Sportverein von 1896, eigentlich der unbedeutendere, „kleinere“ HSV aus dem Norden. Zurück zum berühmten HSV aus Hamburg: Die einzige Mannschaft, die der Ersten Bundesliga von Anbeginn (seit 1963) angehört. Sechsmal wurde der HSV schon deutscher Meister. 1983 gewann das Team sogar den Europapokal der Landesmeister im Finale gegen Juventus Turin. 1987 holten die Hamburger ihren dritten DFB-Pokal. Und seitdem: Gar nichts mehr.

Schon klar, schlimmer geht’s immer. Ruhmreiche Vereine wie Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln, die Frankfurter Eintracht oder der 1. FC Kaiserslautern sind wiederholt abgestiegen und mussten in der zweiten Liga spielen. Aber bei den Aufstiegen in Liga 1 wurden bei den Anhängern dieser Clubs Glücksgefühle freigesetzt, die jüngeren HSV-Fans vermutlich völlig fremd sind. Zudem mussten vor allem Eintracht Frankfurt und der 1. FC Kaiserslautern in den vergangenen 15 Jahren um das finanzielle Überleben fürchten. Existenzkampf pur. Das kennen sie beim wohlhabenden Hamburger SV nicht. Langeweile dafür umso besser. Der HSV hofft Saison für Saison auf den großen Wurf. Jetzt müssen sie sich mächtig anstrengen, um zumindest noch Platz 5 zu erreichen, der zur Teilnahme am Europapokal berechtigt. Und das mit einem teuren Kader, zu dem zahlreiche Nationalspieler und sogenannte Stars gehören.

Der 1. FC Köln hat eigentlich nur einen Star: Lukas „Prinz Poldi“ Podolski. Der stieg mit dem rheinländischen Traditionsverein schon einmal vor sieben Jahren ab. Nach der desolaten Vorstellung der Kölner am Sonntag (1:4 gegen Wolfsburg) sieht es nach einer Wiederholung aus. Vor der Partie in Wolfsburg gab der beliebte Trainer Frank Schaefer bekannt, dass er nach der Saison freiwillig auf den Cheftrainer-Posten verzichtet. Sportdirektor Volker Finke soll zumindest mitverantwortlich dafür sein, dass Schaefer aufgibt. Unter anderem, weil er sich in die Arbeit des Trainers einmischte. Wozu das führt, wenn der Abschied eines Trainers vorzeitig feststeht, haben in dieser Saison schon mehrere Vereine vorgemacht. Etwa der FC Bayern München mit dem erst entmachteten und später gefeuerten Louis van Gaal. Und, Überraschung, der Hamburger SV, bei dem Armin Veh seinen Abschied zum Saisonende ankündigte – bevor er gefeuert wurde.

Johannes Göbel

Die Ergebnisse des 31. Spieltags:
SC Freiburg – Hannover 96 1:3
FC Schalke 04 – 1. FC Kaiserslautern 0:1
Bayer Leverkusen – 1899 Hoffenheim 2:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 3:0
Eintracht Frankfurt – Bayern München 1:1
FC St. Pauli – Werder Bremen 1:3
Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund 1:0
VfL Wolfsburg – 1. FC Köln 4:1
1. FC Nürnberg – 1. FSV Mainz 05 0:0

Tabelle:
1 Borussia Dortmund 69 P
2 Bayer Leverkusen 64 P
3 Hannover 96 57 P
4 Bayern München 56 P
5 1. FSV Mainz 05 49 P
6 1. FC Nürnberg 47 P
7 Hamburger SV 43 P
8 SC Freiburg 41 P
9 1899 Hoffenheim 40 P
10 FC Schalke 04 40 P
11 Werder Bremen 38 P
12 1. FC Kaiserslautern 37 P
13 VfB Stuttgart 36 P
14 1. FC Köln 35 P
15 Eintracht Frankfurt 34 P
16 VfL Wolfsburg 32 P
17 Borussia Mönchengladbach 29 P
18 FC St. Pauli 29 P

Bookmark and Share

Football coaches madness, part 2

If you read last week, you’ll remember me dedicating the entire text to the absolute lunacy that has swept through the Bundesliga in the last few weeks, with boards of directors running around like headless chickens and firing coaches left, right and centre.

Well, the bad news is that these chickens are still headless. Bayern München, for example, lost its Champions League round-of-16 decider against Inter Milan and ended up in stormy waters, desperately looking for somewhere to drop anchor and get back to an even keel: to do this, however, they’ll need to offload some ballast in the form of Louis van Gaal, but he just doesn’t want to walk the plank – and, try as they might, the Bavarian boatswains can’t find a replacement first mate. For the moment, he has been saved from going overboard by Franck Ribéry, who shot a winning goal against Freiburg which has at least kept Bayern on course for the Champions League next season. The map who’ll be leading the good ship München through this, however, is likely to be Leverkusen’s Jupp Heynckes.

Meanwhile, at the other end of the country, HSV have chucked everything overboard and are in dry docks for a complete refit: after the departure of coach Armin Veh, Chairman of the Board Bernd Hoffmann has had to go, too, and the Hamburg team has essentially written off this season and is waiting for director Frank Arnesen to come up with some good ideas – and a new coach. However, he may not have to, what with the current stop-gap solution Michael Oenning managing to land an astonishing, completely unexpected 6:2 victory over Cologne on the weekend.

Another interesting development since I last wrote has been the merry-go-round of coaches at Schalke 04. Now, if you’d asked me last week whether I thought the following game of musical chairs would have been possible, I’d have laughed dismissively, but it just goes to show you…

So what happened was that, despite his successes in the Cup and Champions League, Schalke fired Felix Magath: he didn’t get along well with his team, and they went to the Board and got the chairman to start telling tales about missing funds and embezzlement; it was a nasty opening punch straight below the belt, and the fight was over before it had started.

Who was Magath’s replacement, though? Well, it was the guy before the coach Magath himself replaced: Ralf Rangnick. He’d already trained the Schalke team in 2004-5 before going to Hoffenheim, and as he was driving towards Gelsenkirchen to try and get into Magath’s seat while it was still nice and cosy warm, Magath was flying at top speed down the autobahn to Wolfsburg to try and save them from relegation. He could probably drive the last few kilometres on autopilot, though, because he’d only left Wolfsburg in 2009 after taking them to the top of the Bundesliga. Hearing of his arrival, the Wolves – predictably enough – decided to get rid of coach Pierre Littbarski; what I didn’t see coming, though, was that they sent Dieter Hoeneß packing with him. It’s nice to see the coach not being the only fall guy for once!

Nevertheless, Wolfsburg have yet to profit from the return of Magath, only playing to a 1:1 draw against Stuttgart: I somehow wonder whether Magath’s undoubtedly generous contract would also be valid in the second league next year? Meanwhile, his replacement Rangnick is only starting this week, leaving Schalke losing to Leverkusen on the weekend.

Amidst all this madness, however, Eintracht Frankfurt showed just what can be achieved by sticking to one trainer through thick and thin: they won 2:1 against fellow relegation candidates St. Pauli, landing them their first win in the second half of the season – and Michael Skibbe a stay of execution.

Results Matchday 27:
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Kaiserslautern 0:1
Hamburger SV – 1. FC Köln 6:2
Eintracht Frankfurt – FC St. Pauli 2:1
SC Freiburg – Bayern München 1:2
Hannover 96 – 1899 Hoffenheim 2:0
1. FC Nürnberg – Werder Bremen 1:3
Borussia Dortmund – 1. FSV Mainz 05 1:1
Bayer Leverkusen – FC Schalke 04 2:0
VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg 1:1

Table:
1 Borussia Dortmund 62 P
2 Bayer Leverkusen 55 P
3 Hannover 96 50 P
4 Bayern München 48 P
5 1. FSV Mainz 05 44 P
6 1. FC Nürnberg 42 P
7 Hamburger SV 40 P
8 SC Freiburg 37 P
9 1899 Hoffenheim 36 P
10 FC Schalke 04 33 P
11 1. FC Köln 32 P
12 Werder Bremen 32 P
13 1. FC Kaiserslautern 31 P
14 Eintracht Frankfurt 31 P
15 VfB Stuttgart 29 P
16 FC St. Pauli 28 P
17 VfL Wolfsburg 27 P
18 Borussia Mönchengladbach 23 P

Bookmark and Share

Der Trainerwahnsinn, Teil 2

In der letzten Woche habe ich an dieser Stelle über das rasante Trainerkarussell in der Bundesliga und kopflos hektische Vereinsvorstände geschrieben. In der Zwischenzeit hat sich der Wahnsinn weiterentwickelt.

Bayern München hat das Champions League-Achtelfinalspiel gegen Inter Mailand verloren und sucht dringender denn je den Rettungsanker für die missratene Saison. Trainer Louis van Gaal ist eigentlich nicht mehr zu halten. Der „lame duck“ der Bundesliga traut im Vorstand keiner mehr etwas zu. Doch die bajuwarischen Großkopferten finden keine Alternative. Franck Ribéry hat nun van Gaal vorerst den Job gerettet. Sein Siegtreffer zum 2:1 in Freiburg hält die Bayern auf Champions League-Kurs. Zur neuen Saison übernimmt aber wohl Leverkusens Jupp Heynckes.

Der Hamburger SV macht tabula rasa. Nachdem Armin Veh als Trainer entlassen wurde, musste jetzt auch Vorstandsboss Bernd Hoffmann den Schreibtisch räumen. Der HSV hat die Saison abgehakt und wartet nun auf die Ideen des neuen Sportdirektors Frank Arnesen. Welchen Trainer wird er wohl im Sommer mitbringen? Vielleicht keinen. Denn die Interimslösung Michael Oenning trieb die lethargischen HSV-Profis zu einem nicht für möglich gehaltenen 6:2-Festival gegen den 1. FC Köln.

In der letzten Woche hätte ich folgendes Bäumchen-Wechsel-dich-Spiel noch ins Reich der Fabeln verwiesen. Jetzt ist es zur Gewissheit geworden. Felix Magath ist nicht länger Trainer des FC Schalke 04. Magath wurde am Mittwoch im Ruhrpott entlassen. Trotz Erfolgs in Pokal und Champions League. Doch die Mannschaft hatte gegen Magath opportuniert und sich an den Aufsichtsratsvorsitzenden gewandt. Der reimte sich mit seinen Kollegen eine schmutzige Trennung mit Unterschlagungsvorwürfen gegen Magath zusammen. Die Schlammschlacht ist eröffnet.

Als Nachfolger kehrt Magaths Vor-Vorgänger Ralf Rangnick zu Schalke zurück. Der Ex-Hoffenheim-Trainer war von 2004 bis 2005 schon einmal Schalkes Übungsleiter. Jetzt versucht er die Früchte zu ernten, die Magath gesät hat. Magath wiederum setzte sich, als die Tür des Gelsenkirchener Trainingsgeländes hinter ihm zum letzten Mal schloss, direkt in sein Auto und fuhr nach Wolfsburg, um dort den VfL vor dem Abstieg zu retten, mit dem er 2009 Meister wurde. Das wurde Pierre Littbarski – wenig überraschend – nicht mehr zugetraut. Überraschend aber, dass Sportvorstand Dieter Hoeneß seine Koffer gleich mitpacken durfte. Hier muss ein Trainer mal nicht alleine die sportliche Misere ausbaden.

Nun, für Magath und Wolfsburg zahlte sich der Transfercoup zunächst nicht aus. Die Wolfsburger spielten in Stuttgart nur 1:1. Ob Magaths Vertrag auch für die zweite Liga gilt? Ralf Rangnick war bei Schalkes 0:2 in Leverkusen noch nicht im Einsatz. Er übernimmt erst ab heute.

Dass das Festhalten an einem Trainer sich auch auszahlen kann, bewies die Frankfurter Eintracht. Im wichtigen Abstiegsduell gegen den FC St. Pauli gewannen die Hessen 2:1 und landeten damit endlich ihren ersten Sieg in der Rückrunde. Wohl gerade noch rechtzeitig, um Michael Skibbe den Arbeitsplatz zu erhalten.

Die Ergebnisse des 27. Spieltags:
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Kaiserslautern 0:1
Hamburger SV – 1. FC Köln 6:2
Eintracht Frankfurt – FC St. Pauli 2:1
SC Freiburg – Bayern München 1:2
Hannover 96 – 1899 Hoffenheim 2:0
1. FC Nürnberg – Werder Bremen 1:3
Borussia Dortmund – 1. FSV Mainz 05 1:1
Bayer Leverkusen – FC Schalke 04 2:0
VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg 1:1

Tabelle:
1 Borussia Dortmund 62 P
2 Bayer Leverkusen 55 P
3 Hannover 96 50 P
4 Bayern München 48 P
5 1. FSV Mainz 05 44 P
6 1. FC Nürnberg 42 P
7 Hamburger SV 40 P
8 SC Freiburg 37 P
9 1899 Hoffenheim 36 P
10 FC Schalke 04 33 P
11 1. FC Köln 32 P
12 Werder Bremen 32 P
13 1. FC Kaiserslautern 31 P
14 Eintracht Frankfurt 31 P
15 VfB Stuttgart 29 P
16 FC St. Pauli 28 P
17 VfL Wolfsburg 27 P
18 Borussia Mönchengladbach 23 P

Bookmark and Share

Directionless directors: a chronic Bundesliga problem

It’s been a dramatic few days, and as I write, a whole locker-room full of coaches is facing the sack, jockeying to try and find other teams or biting their nails about their first ever trip to the dole office. In fact, the kind of frenetic behind-the-scenes wrangling that’s been going on in the last couple of weeks is something of a novelty for most Bundesliga fans: Van Gaal, Magath, Veh, Skibbe, Littbarski, Dutt, Tuchel, Heynckes – 8 out of the 18 club trainers in Germany’s top football league are making more headlines than the teams they coach.

Bayern München, for example, is looking to get rid of Louis van Gaal; and yesterday just isn’t soon enough. Why? Well, for this champion record-breaking team, their current league position is a scandal – only fourth?! This means that they are not even sure of a Champions’ League place, which in turn has led to a rather acrimonious atmosphere between coach van Gaal and the director-duo Rummenigge-Uli Hoeneß. Then again, with no good replacement around, it seems as if they’ll have to bite the bullet and let him run until the end of the season whilst harrying him about that Champions’ League spot.

Meanwhile, Felix Magath is rumoured to be leaving Schalke – well, if by “rumoured to be leaving” you mean: “Tönnies wants him out”. Yes, the chief of the Board of Directors doesn’t like his style, despite his success in the Champions’ League, where Schalke have got through to the quarter finals, and in the DFB cup, where 04 are in the final. Tönnies’ big problem is that Magath also sits on the Board of Directors and, as such, can’t simply be fired.

Unlike his counterpart in Hamburg, Armin Veh. The HSV directors spent two years recruiting Frank Arnesen as sporting director, and then promptly lost Armin Veh as the Supervisory Board sacked the Board of Directors (don’t ask – German company law is very, very complicated). Veh announced his departure for the end of this season, but his team clearly thought he had already left and suffered a crushing 0:6 defeat this weekend. This then led one of the boards (the one that is itself getting fired) to sack him with immediate effect. Michael Oenning, his assistant, will be taking over temporarily.

Speaking of assistants, Pierre Littbarski started out as one. Then his boss, Steve McClaren, left Wolfsburg and he had to take over; he didn’t seem particularly happy about this, though, and has looked oddly distanced recently – even as his team lost 1:2 to Nuremberg and slipped down to 17th place. The problem is that Dieter Hoeneß, whilst being the all-powerful director of the team, does not have the magic power necessary to simply wizard in an adequate replacement without prior research, so he stays. Nevertheless, no-one really expects him to survive the week.

Meanwhile, rumours of ersatz are being heard at Frankfurt, too, who have been the most unsuccessful team in the second leg of Bundesliga play to date this season – even their first goal of 2011 against Schalke 04 did not result in a victory. After 7 defeats and 2 draws, there are calls for coach Skibbe to go, but he’s lucky inasmuch as the Chairman of the Board of Directors, Heribert Bruchhagen, is not the kind of man to make hasty decisions. Nevertheless, if Eintracht Frankfurt don’t win against St. Pauli next week and push their losing run into double figures, there will be no choice but to get Skibbe to skedaddle.

Then again, you can’t chuck coaches out unless you’ve got good replacements, and good ones are hard to come by. In Germany at the moment, the only ones who come to mind are Dutt (currently Freiburg), Heynckes (still Leverkusen) and Tuchel (still Mainz), and Tuchel just keeps repeating that he is happy where he is. Heynckes, however, used to be in Munich and might well want to return, and Dutt would then a possible replacement for him a Leverkusen.

With all these failed coaches, the $64,000 question is: what makes the good ones good? How do Dutt, Tuchel and, say, Klopp at Dortmund or Hecking at Nuremberg or Slomka at Hannover manage to do so well and be so popular? Is it because they are known as “coaches with a concept” whilst the other ones often just seem to be tooling around by trial and error? If you want my opinion, I reckon it’s more simple than that: it’s because they’re allowed to work in peace.

Just look at all the teams with “trainer troubles”: in reality, the problem is meddling directors, whether it be Hoeneß and Rummenigge in Munich, Tönnies, Dieter Hoeneß or… well, just everyone at HSV. All of them want to tell the coaches how to do their jobs, but instead of directing, they end up confusing. Meanwhile, the current top six – Dortmund, Leverkusen, Hannover, Mainz, Nuremberg and Freiburg all have relaxed boards of directors who are willing to let the coaches find their own way to success.

Results Matchday 26:
1. FC Köln – Hannover 96 4:0
Bayern München – Hamburger SV 6:0
FC Schalke 04 – Eintracht Frankfurt 2:1
VfL Wolfsburg – 1. FC Nürnberg 1:2
1899 Hoffenheim – Borussia Dortmund 1:0
1. FC Kaiserslautern – SC Freiburg 2:1
Werder Bremen – Borussia Mönchengladbach 1:1
1. FSV Mainz 05 – Bayer Leverkusen 0:1
FC St. Pauli – VfB Stuttgart 1:2

Table:
1 Borussia Dortmund 61 P
2 Bayer Leverkusen 52 P
3 Hannover 96 47 P
4 Bayern München 45 P
5 1. FSV Mainz 05 43 P
6 1. FC Nürnberg 42 P
7 SC Freiburg 37 P
8 Hamburger SV 37 P
9 1899 Hoffenheim 36 P
10 FC Schalke 04 33 P
11 1. FC Köln 32 P
12 Werder Bremen 29 P
13 VfB Stuttgart 28 P
14 1. FC Kaiserslautern 28 P
15 Eintracht Frankfurt 28 P
16 FC St. Pauli 28 P
17 VfL Wolfsburg 26 P
18 Borussia Mönchengladbach 23 P

Bookmark and Share

Das Problem der Bundesliga: Konzeptlose Vorstände

Was derzeit in der Bundesliga los ist, hat der Fan in den letzten Jahren auch noch nicht erlebt. Eine ganze Heerschar an Trainern steht derzeit auf der Kippe, wird in Frage gestellt, muss einen Verein verlassen oder wird mit einem anderen in Verbindung gebracht. Van Gaal, Magath, Veh, Skibbe, Littbarski, Dutt, Tuchel, Heynckes – 8 von 18 Trainern beherrschen die Schlagzeilen. Der Reihe nach:

Bayern München will sich von Louis van Gaal trennen. Am liebsten sofort. Der Bundesliga-Tabellenstand ist für Münchener Verhältnisse nicht hinnehmbar. Vierter, die Champions League-Teilnahme in Gefahr. Die Kommunikation vom Trainer zum Vorstandsduo Rummenigge-Uli Hoeneß gestört. Problem: Es ist kein adäquater Ersatz in Sicht. Notlösung: Van Gaal muss bis Saisonende weitermachen, die CL sichern, dann abtreten.

Felix Magath soll Schalke verlassen. Wenn es nach Aufsichtsratsboss Tönnies geht. Der sieht durch Magath einen Keil in den Verein getrieben. Dabei ist Magath erfolgreich. Zumindest in der Champions League mit dem Erreichen des Viertelfinals und im DFB-Pokal mit der Endspielteilnahme. Problem: Magath ist nicht nur Trainer sondern auch Vorstandsmitglied und damit nicht so einfach zu schassen.

Anders der Fall in Hamburg. Zwei Jahre suchte man dort einen Sportdirektor. Als der endlich gefunden wurde, beschloss der Aufsichtsrat prompt die Vertragsbeendigung des Vorstands zum Ende 2011. Dies nahm Trainer Armin Veh zum Anlass, seinen Abschied zum Saisonende zu verkünden. Richtig hatte er analysiert, dass es beim HSV nicht mehr um Fußball ging, sondern um Machtspiele zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Blöd nur, dass Vehs Mannschaft das als Abschied von der Saison begriff und am letzten Spieltag mit 0:6 in München unterging. Veh bekam daraufhin sein Kündigungsschreiben vom Noch-Vorstand quittiert. Assistent Michael Oenning übernimmt.

Pierre Littbarski war auch mal Assistent. Dann ging sein Chef Steve McClaren und er musste den Job in Wolfsburg übernehmen. Was ihm gar nicht recht zu sein scheint. Littbarski wirkt immer merkwürdig desinteressiert. Seine Mannschaft ist nach dem 1:2 gegen Nürnberg auf Rang 17 abgerutscht. Problem: Allmacht-Manager Dieter Hoeneß findet keinen anderen, der die Arbeit machen will. Noch nicht. Für diese Woche wird Littbarskis Rauswurf prognostiziert.

Fall 5: Eintracht Frankfurt. Keine Mannschaft ist in der Rückrunde erfolgloser. Gegen Schalke dürften die Fans das erste Tor im Jahr 2011 bejubeln! Einen Sieg gab es trotzdem nicht – schon seit neun Spielen nicht. Skibbes Glück: Vorstandsboss Heribert Bruchhagen ist, anders als die oben genannten, keiner, der im Schnellschuss Trainer feuert. Eher ein Zauderer? Kein Sieg nächstes Wochenende gegen St. Pauli und Bruchhagen wird über seinen Schatten springen müssen. Dann braucht er Ersatz.

Hochwertigen Ersatz am besten, wie ihn die Herren Dutt (noch Freiburg), Heynckes (noch Leverkusen) und Tuchel (noch Mainz) darstellen würden. Während allerdings Thomas Tuchel schon seine Ablehnung gegen irgendeine Veränderung gebetsmühlenartig verkündet hat, scheint Jupp Heynckes einem Wechsel zurück nach München, dort kam er 2009 her, nicht abgeneigt. Und Robin Dutt ist mehr als im Gespräch als Heynckes’ Nachfolger in Leverkusen.

Was ist diesen erfolgreichen Übungsleitern gemein? Warum erfahren gerade Dutt und Tuchel, aber auch ein Jürgen Klopp in Dortmund, ein Dieter Hecking in Nürnberg oder ein Mirko Slomka in Hannover im Moment solch eine Anerkennung und Wertschätzung? Warum haben sie so großen Erfolg? Ist es ihr Ruf als Konzepttrainer? (Hört sich an, als hätten alle anderen kein Konzept.) Ich denke, es ist ganz einfach: Sie können in Ruhe arbeiten. Konzeptlos sind in den oben genannten Vereinen mit „Trainerproblemen“ vor allem die Vereinsvorstände respektive die Aufsichtsräte.

Uli Hoeneß, Rummenigge, Tönnies, Dieter Hoeneß oder der Chaos-HSV, ihnen allein ist vor allem eines gemein: Die schlechte Angewohnheit, jedem Trainer ständig in die Arbeit zu reden und für Unruhe zu sorgen. Denn vergleiche mal Dortmund, Leverkusen, Hannover, Mainz, Nürnberg, Freiburg. In sechs Vereinen unter den Top-7 können die Trainer in Ruhe arbeiten und müssen sich nicht ständig mit Vorstandsquerulanten herumärgern. Mit Erfolg.

Die Ergebnisse des 26. Spieltags:
1. FC Köln – Hannover 96 4:0
Bayern München – Hamburger SV 6:0
FC Schalke 04 – Eintracht Frankfurt 2:1
VfL Wolfsburg – 1. FC Nürnberg 1:2
1899 Hoffenheim – Borussia Dortmund 1:0
1. FC Kaiserslautern – SC Freiburg 2:1
Werder Bremen – Borussia Mönchengladbach 1:1
1. FSV Mainz 05 – Bayer Leverkusen 0:1
FC St. Pauli – VfB Stuttgart 1:2

Tabelle:
1 Borussia Dortmund 61 P
2 Bayer Leverkusen 52 P
3 Hannover 96 47 P
4 Bayern München 45 P
5 1. FSV Mainz 05 43 P
6 1. FC Nürnberg 42 P
7 SC Freiburg 37 P
8 Hamburger SV 37 P
9 1899 Hoffenheim 36 P
10 FC Schalke 04 33 P
11 1. FC Köln 32 P
12 Werder Bremen 29 P
13 VfB Stuttgart 28 P
14 1. FC Kaiserslautern 28 P
15 Eintracht Frankfurt 28 P
16 FC St. Pauli 28 P
17 VfL Wolfsburg 26 P
18 Borussia Mönchengladbach 23 P

Bookmark and Share