Tippen ist so einfach – hinterher

Es gibt Spieltage in der Fußball-Bundesliga, die laufen wie nach exakter Voraussage ab. Ohne große Überraschungen. Der 16. Spieltag war einer, auf den hätte ich eigentlich bei einem Buchmacher Ergebnistipps abgeben müssen.

Spitzenreiter Dortmund (Foto: Nuri Sahin) gewann gegen Bremen 2:0 – das darf keine Verwunderung hervorrufen. Der Tabellenzweite Leverkusen siegte beim kriselnden HSV 4:2 – verblüfft muss man da nicht sein. Bayern München behielt gegen Aufsteiger St. Pauli mit 3:0 die Oberhand – das kann vom Rekordmeister verlangt werden. Hoffenheim gegen Nürnberg 1:1, Kaiserslautern gegen Wolfsburg 0:0 und Freiburg schlägt Mönchengladbach 3:0 – zumindest in der Tendenz hätte man auf solche Ergebnisse tippen können. Allenfalls dass Köln gegen Frankfurt mit 1:0 gewann, würde ich als kleine Überraschung werten.

Nicht aber den 2:1-Sieg von Hannover gegen Stuttgart. Nach dem bisherigen Saisonverlauf herrscht nur in Stuttgart darüber Fassungslosigkeit. Hier sieht man, was allein mit mannschaftlicher Geschlossenheit und zueinander passenden Charakteren erreicht werden kann. Hier die befreit aufspielenden Hannoveraner, mit Tabellenplatz 3 belohnt, dort die sich gegenseitig zerfleischenden Stuttgarter, mit einer Vielzahl an Nationalspielern nicht in der Lage dem Abstiegskampf zu entrinnen. Und so ist es dann auch nicht erstaunlich, dass Stuttgart bereits zum zweiten Mal in dieser Saison den Trainer wechselt. Jens Keller muss nach 59 Tagen seine Sachen packen. Es übernimmt Bruno Labbadia – mit der Empfehlung von gescheiterten Engagements in Hamburg und Leverkusen.

Erstaunt hätte ich nach diesem Spieltag höchstens von dem Ergebnis aus Mainz sein dürfen. Schalke gewann auswärts 1:0. Vor der Saison hätte auch das erwartet werden können, immerhin spielte hier der Champions League-Teilnehmer gegen einen Liga-Zwerg. Doch die bislang gezeigten Leistungen der Teams ließen einen Mainzer Sieg logischer erscheinen. Falsch gedacht. Mainz stagniert, Schalke marschiert.

Also, nächste Woche wird getippt. Mit ordentlichem Geldeinsatz und auf alle neun Spiele. Der fette Gewinn wartet förmlich auf mich. Wobei, dann spielen die Herren Profis wahrscheinlich wieder 4:4 oder 6:5. Tippen ist so einfach – hinterher.

Die Ergebnisse des 16. Spieltags:
Hannover 96 – VfB Stuttgart 2:1
Bayern München – FC St. Pauli 3:0
Hamburger SV – Bayer Leverkusen 2:4
1899 Hoffenheim – 1. FC Nürnberg 1:1
1. FC Köln – Eintracht Frankfurt 1:0
1. FC Kaiserslautern – VfL Wolfsburg 0:0
Borussia Dortmund – Werder Bremen 2:0
SC Freiburg – Borussia Mönchengladbach 3:0
1. FSV Mainz 05 – FC Schalke 04 0:1

Tabelle:
1 Borussia Dortmund 43 P
2 Bayer Leverkusen 32 P
3 Hannover 96 31 P
4 1. FSV Mainz 05 30 P
5 SC Freiburg 27 P
6 Bayern München 26 P
7 1899 Hoffenheim 24 P
8 Eintracht Frankfurt 23 P
9 Hamburger SV 21 P
10 FC Schalke 04 19 P
11 1. FC Nürnberg 19 P
12 Werder Bremen 19 P
13 1. FC Kaiserslautern 18 P
14 VfL Wolfsburg 18 P
15 FC St. Pauli 17 P
16 1. FC Köln 15 P
17 VfB Stuttgart 12 P
18 Borussia Mönchengladbach 10 P

Bookmark and Share

Die Bundesliga vor dem Start: Zurück zur Daily Soap

Das südafrikanische Sommermärchen ist nur noch eine blasse Erinnerung, die Vuvuzelas verstummt (Gott sei Dank!). Menschen, die sich alle vier Jahre zur WM Fähnchen ans Fahrzeug tackern, haben diese abgenommen. Der Fußball wird wieder zur Daily Soap: die Bundesliga fängt an.

Am 20. August startet die Liga in ihre 48. Spielzeit. Eröffnet durch die Partie Bayern München gegen VfL Wolfsburg. Mit den Bayern als Top-Meisterschaftsfavorit und dem FC St. Pauli als erstem Abstiegskandidat. Dazwischen soll sich an 34 Spieltagen ein Klassement formieren.

Der Spanier Raul ist die Topverpflichtung der Liga. Schalke hat auch einen zweiten Ex-Madrilenen unter Vertrag genommen: Christoph Metzelder. Im Gegenzug gingen Sami Khedira vom VfB Stuttgart und Mesut Özil von Werder Bremen zu Real. Das zeigt den gestiegenen Wert des deutschen Fußballs und hebt das weltweite Interesse an der Bundesliga. Gerade durch die Abgänge wird sie stärker wahrgenommen. Mehr große Stars werden kommen und landesweit für Furore sorgen. Aktuell sind Robinho bei Schalke und Hatem Ben Arfa bei Werder Bremen im Gespräch.

Zurückgekehrt ist Michael Ballack, der wieder für Bayer Leverkusen aufläuft. Der europaweit umworbene Däne Simon Kjaer schloss sich dem VfL Wolfsburg an, der mit Steve McClaren auch einen neuen ausländischen Trainer präsentiert. Dortmund hofft durch den polnischen Torjäger Robert Lewandowski nach vorne geschossen zu werden.

Doch noch ist kein Spiel gespielt. Die Tabellen sind verwaist. Meint man. Aber quer durch die Internetangebote der Bundesligavereine stehen die Tabellen in den Startlöchern und warten auf die ersten Punkte und Tordifferenzen. Dabei setzt jeder Verein in den leeren Rankings andere Akzente und gibt, teilweise kräftige, vorsaisonale Statements ab.

Ganz diplomatisch die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf ihrer Website www.bundesliga.de. Der Stand zum Ende der letzten Saison wurde übernommen, die Punkte auf Null gesetzt und die beiden Aufsteiger hinten angestellt. Das tut keinem Weh, ist aber langweilig.

Klarer Standpunkt dagegen von Werder Bremen. Werder nimmt die gleiche Basistabelle wie die DFL, setzt sich aber klar an Position 1.

Noch mehr Spaß macht das Tabellen-Watching, wenn man nach dem Konkurrenzcharakter in den Tabellen sucht.

Der 1. FC Kaiserslautern sieht sich in seiner Übersicht ebenfalls auf 1. Dem FSV Mainz 05 gönnt man Platz 4. Ein Gruß in die Landeshauptstadt an den rheinland-pfälzischen Rivalen. Die in Kaiserslautern ungeliebte Frankfurter Eintracht landet auf Rang 9.

Der HSV zeigt sich generöser. Selbst auf Eins, erringt der Hamburger Stadtrivale St. Pauli hier prophetisch die Vizemeisterschaft. Die Münchener Bayern aber sind in der HSV-Tabelle Letzter.

Die Derbyfeindschaft wird beim 1. FC Köln gepflegt. Die Tradition verlangt es vom dortigen Contentmanager einfach, die Kölner als Ersten zu führen, die Mönchengladbacher Borussia aber mit Rang 17 abzustrafen.

Beim 1. FC Nürnberg schließlich wünscht man sich die Revolution, den Aufstand der Kleinen: Mainz vor St. Pauli, dann Mönchengladbach und Köln, gefolgt von Kaiserslautern, Nürnberg und Hannover. Am Tabellenende rangieren Leverkusen, München, Stuttgart, Hamburg, Bremen und der FC Schalke. Diese Tabelle würde am Saisonende in jedem Fall für Überraschung bei den Fans sorgen und fette Quoten bei den Buchmachern versprechen.

Bei allem Geschäftsgebaren der Bundesligisten scheint also doch noch zwischen den Zeilen der alte Geist der Rivalität durch. Hoffen wir, dass auch die neuen Bundesligastars von ihm beseelt sind.

(Von Stefan Reichart)

Bookmark and Share

Freud und Leid auf engstem Raum

Haach de Klicker ins Goal enei!“, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. „Hau den Ball ins Tor hinein!“ Oder hat ihrer gesagt: „Heute ziehen wir Bilanz.“? Wenn es der letzte Spieltag war, bestimmt.

Der 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga 2009/2010 ist gespielt. Zeit, Bilanz zu ziehen. Erfolg und Misserfolg lagen an diesem letzten Spieltag der Saison so eng wie nur möglich beieinander – im gleichen Stadion. Im Berliner Olympiastadion spielte der bereits seit einer Woche feststehende Absteiger Hertha BSC gegen den Meister Bayern München. Bayern gewann 3:1 und nahm nach dem Spiel die Meisterschale entgegen. Den Berlinern blieb nur die Zuschauerrolle.

Meisterschaft entschieden, internationale Startplätze verteilt. In Bochum wurde die einzige noch offene Frage der Liga, die nach dem zweiten Absteiger, zwischen dem VfL und Hannover 96 geklärt. Wobei Hannover als Gast in Bochum die Spannung schon zur Halbzeit aus dem Spiel nahm. Das Endergebnis von 0:3 stand nach 45 Minuten fest.

Die Bilanz:

1. Bayern München


Verdienter Meister. Im November stand Trainer Louis van Gaal vor dem Aus. Doch dann setzte die Mannschaft sein Konzept um. Starke Rückrunde, Pokalfinale, Champions League-Sensation. Und mit Arjen Robben den besten Spieler der Saison im Kader. Auf dem Münchener Marienplatz präsentierten die Bayern die Meisterschale. (Bild: Autokorso mit Bastian Schweinsteiger)

2. Schalke 04

Felix Magath hat mehr aus dem Team geholt, als zu erwarten war. Doch es wäre der Titel drin gewesen. Im entscheidenden Spiel gegen die Bayern versagt.

3. Werder Bremen

Mit besserer Hinrunde wäre die Meisterschaft möglich gewesen. Die Saison mit dem Champions League-Rang gerettet. Und der Pokalsieg ist ja noch möglich.

4. Bayer Leverkusen

Nach der Herbstmeisterschaft folgte der Absturz. Die ersten 24 Spiele ungeschlagen – Rekord. Der Punktevorsprung schmolz rapide.

5. Borussia Dortmund

Starke Saison. Zählte vor der Spielzeit nicht unbedingt zum Kreis der Top-Sechs-Kandidaten. Aber im Revier noch nicht die Nummer 1.

6. VfB Stuttgart

Nach dem Wechsel zu Trainer Christian Gross blühten die Schwaben auf. Am 14. Spieltag noch auf einem Abstiegsplatz. Jetzt Europa-League. Bestes Rückrundenteam. Was wäre bei besserer Hinserie möglich gewesen?

7. Hamburger SV

Teure Mannschaft, kein Erfolg. Ex-Trainer Labbadia war ein Fehlgriff. Schon wieder steht der HSV vor einem Neuaufbau. Wie ständig in den letzten sieben Jahren. Für die nächste Saison sind Trainer und Kader ungewiss.

8. VfL Wolfsburg

Gleicher Kader, anderer Trainer, von 1 auf 8. Mit Dzeko, Grafite, Misimovic und Co. wurde Felix Magath Meister. Mit Armin Veh und Lorenz-Günther Köstner wurde es nur ein Mittelfeldplatz. Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko wird den Klub verlassen.

9. Mainz 05

Den Aufsteiger sahen viele auch als ersten Absteiger. Hat mit Greenhorn Thomas Tuchel überrascht.

10. Eintracht Frankfurt

In den letzten beiden Saisonspielen wurde eine bessere Platzierung vertan. Trainer Michael Skibbe hat das Maximum aus dem Durchschnittskader herausgeholt.

11. 1899 Hoffenheim

Der Provinzklub musste erkennen, dass auch mit großem Mäzenatentum nicht die Bäume in den Himmel wachsen. Wer von der Champions League im Kraichgau träumte, wurde enttäuscht. Die Stimmung war schlecht, der Manager geht.

12. Borussia Mönchengladbach

Trainer Michael Frontzeck brachte aus Bielefeld den schlechten Ruf eines Absteigers mit. Hat aber die Gladbacher in sicheres Fahrwasser geführt. Und vor den Erzrivalen Köln!

13. 1. FC Köln

Der Klassenerhalt war früh gesichert. Das war die Hauptsache. Heilsbringer Lukas Podolski aber enttäuschte, ist auf Normalgröße geschrumpft und kann nun, ohne den überdimensionierten Erwartungsdruck, in der neuen Saison befreit aufspielen.

14. SC Freiburg

Der Nichtabstieg ist eine große Überraschung. Die Freiburger hatten den kleinsten Etat und lange Zeit einen Heimkomplex. Den wurden sie gerade noch rechtzeitig los.

15. Hannover 96

Trug das Drama „Robert Enke“ lange mit sich herum. Doch am Schluss fand Trainer Mirko Slomka endlich einen Zugang zu den Spielern und rettete so den Verein vor dem Abstieg. Bezeichnend Torwart Fromlowitz nach dem 3:0-Sieg im entscheidenden Match in Bochum: „So etwas will ich nie wieder erleben.“

16. 1. FC Nürnberg

Am kommenden Wochenende steht die Relegation zwischen dem Drittletzten der ersten und dem Dritten der zweiten Liga an. Zum zweiten Mal, nach der Einführung 2009. Beide Male dabei: der 1. FC Nürnberg. In der letzten Saison behielten die Nürnberger als Emporkömmling gegen Cottbus die Oberhand. Und diesmal? Pikant: Es geht gegen den bayerischen Rivalen FC Augsburg.

17. VfL Bochum

Heiko Herrlich übernahm im Oktober. Es ging aufwärts. Der Verein plante schon für die nächste Saison in der ersten Liga, doch plötzlich gerieten die Bochumer in einen Abwärtssog. Unerklärlich. Die Panikreaktion, Herrlich vor den letzten beiden Saisonspielen zu entlassen, brachte nichts mehr. Sechster Abstieg in der Vereinsgeschichte.

18. Hertha BSC Berlin

Schlechteste Heimmannschaft, schlechtestes Hinrundenteam, falsche Kaderzusammenstellung, unerfahrener Manager, verpuffender Trainerwechsel. Ergebnis: Abstieg. Zukunft ungewiss. Die Hauptstadt ist nicht mehr in der ersten Liga vertreten. Hertha in einer Reihe mit Tasmania Berlin.

Bochum und Berlin werden in der neuen Saison vom 1. FC Kaiserslautern und vom FC St. Pauli ersetzt. Zwei Attraktionen für die Bundesliga, mit Derbys in Hamburg und Rheinland-Pfalz. Eine Bilanz die Vorfreude weckt. Am 20. August geht es los.

Die Ergebnisse des 34. Spieltags im Überblick:

Hertha BSC Berlin  -  Bayern München  1:3  

1899 Hoffenheim   -  VfB Stuttgart  1:1

Werder Bremen   -  Hamburger SV  1:1 

SC Freiburg   -  Borussia Dortmund  3:1 

1. FSV Mainz 05   -  FC Schalke 04  0:0 

Borussia Mönchengladbach   -  Bayer Leverkusen  1:1 

VfL Bochum   -  Hannover 96  0:3 

1. FC Nürnberg   -  1. FC Köln  1:0 

VfL Wolfsburg   -  Eintracht Frankfurt  3:1

Bookmark and Share

Frauengeschichten – damals Formel 1, heute in der Bundesliga

Haach de Klicker ins Goal enei!“, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. „Hau den Ball ins Tor hinein!“ Aber hat eine Frau schon mal zu Ihnen gesagt: „Fußballspieler finde ich sooo attraktiv.“? Denn das sind sie offensichtlich – oder aber ihr Geld.


Früher standen Frauen auf Formel-1-Rennfahrer. Schnelle Autos, verwegene Typen, rassige Boxenluder. Jackie Stewart, Nelson Piquet, Jody Scheckter, Mario Andretti, Playboys für die Yellow-Press. Heute dagegen kommt die Formel 1 mit lauter Schwiegermütterlieblingen und Milchbubis daher: Sebastian Vettel, Nico Roßberg, Michael Schumacher, Lewis Hamilton. Kennen Sie auch nur eine brisant schlüpfrige Geschichte zu diesen Weicheiern?

Aus Verzweiflung muss sich die Boulevardpresse mit GOLF beschäftigen! Was ist daran eigentlich männlich? Tiger Woods’ Aufstieg und Fall plus öffentliche Geständnisse sind wohl eher was für Rosamunde-Pilcher-Fans. Aber es gibt ja Fußball. Da ist MANN proletenmäßig gut unterwegs. Frauen und Fußball (bitte jetzt nicht verwechseln mit „Frauenfußball“), nichts interessiert Männer mehr. Und Frauen interessieren sich für Fußballspieler. Bei der nächsten WM wird auch Ihre Frau wieder schwärmen: „Ach, schau nur die süßen Portugiesen. Und die gelockten Italiener. Und die Sixpacks der Brasilianer.“ Dass Fußball-Popstars und ihre Groupies auch horizontal öfter aufeinandertreffen und die Allgemeinheit dann genauestens – mal amüsiert, mal angewidert – zuschaut, verwundert nicht. Die omnipräsenten Medien lassen uns teilhaben. Die unerreichbaren, reichen Idole schrumpfen auf menschliche Größe.

Fußballer sind die Formel-1-Playboys früherer Tage. John Terry fiel jüngst in die testosterongesteuerte Liebesfalle. Auch Ashley Cole, Cristiano Ronaldo oder Wayne Rooney machten schon Boulevardschlagzeilen. Ganze Nationalmannschaften feierten wilde Partys mit leichten Mädchen. Ja, sogar der, hach, so absolute Rebell Stefan Effenberg ließ uns teilhaben an seinem außerehelichen Techtelmechtel mit Frau Strunz. Ihnen allen folgt nun Franck Ribéry. Ausgerechnet in der bayerischen Woche der sportlichen Wahrheit. Zwischen zwei Champions League-Halbfinalspielen und in der entscheidenden Phase der Meisterschaft bestimmt der flinke Franzose die Klatschpresse. Das ist Timing. Der Fan schaut zu – amüsiert oder angewidert.

Ohne psychologische Analysen herausarbeiten zu wollen, ob nun die Affäre Ribéry die Bayern gehemmt hat oder doch wohl eher der Kraftverlust nach dem Champions League-Hinspiel gegen Lyon: Fakt ist, die Bayern haben ihr Punktepolster an der Spitze der Bundesliga eingebüßt. Am 32. Spieltag kamen die Münchener nur zu einem 1:1 in Mönchengladbach. Nur dank des Torverhältnisses steht Bayern München noch auf Rang 1. Dieses ist zwar sehr gut, doch ein Ausrutscher in den letzten beiden Spielen genügt und Schalke 04 zieht vorbei. Die Schalker schlossen auf, weil Heiko Westermann kurz vor dem Ende der Partie seiner „Königsblauen“ in Berlin den 1:0-Siegtreffer markierte. Die Meisterschaftsfrage bleibt spannend. Die Hertha spielte keinesfalls wie ein Absteiger, aber es fehlte einmal mehr an der Entschlossenheit zum Sieg. Hertha BSC ist nur noch einen Schritt vom Absturz entfernt.

Allgemein gab es für die Abstiegskandidaten nichts zu holen. Berlin verlor und nicht besser erging es Hannover (0:3 in Leverkusen), Bochum (0:2 gegen Stuttgart) und Nürnberg (2:3 gegen Dortmund). Deren Gegner hatten allesamt nichts zu verschenken. Die spielen um die internationalen Startplätze. Nürnberg fiel Dortmunds Lucas Barrios zum Opfer. Der hat offensichtlich im Moment keine Frauengeschichten im Kopf und konzentriert sich voll auf das Toreschießen. Er erzielte für Dortmund alle drei Treffer.

Gewinner im Abstiegskampf war an diesem Wochenende Freiburg. Der Sportclub gewann gegen den VfL Wolfsburg, für den die Saison gelaufen ist, mit 1:0. Hoffnung im Breisgau.

HSV-Trainer Bruno Labbadia hätte sich gefreut, wenn seine Hamburger Spieler Frauengeschichten im Kopf gehabt hätten. Die aber dachten augenscheinlich nur an ihn und betrieben hinterlistig seinen Rausschmiss. Anders ist die Arbeitsverweigerung beim 1:5 in Hoffenheim nicht zu erklären. Damit ist die Bundesligasaison im Eimer. Doch die Vorzeichen für das Europa League-Halbfinal-Rückspiel am Donnerstag gegen Fulham sind gut. Denn Bruno Labbadia wurde heute entlassen und muss nicht mehr die unwilligen Profis betreuen. Statt dessen kann er in den Armen (s)einer Frau liegen.

Die Ergebnisse des 32. Spieltags:

VfL Bochum   -  VfB Stuttgart  0:2
Borussia Mönchengladbach   -  Bayern München  1:1
1. FC Nürnberg   -  Borussia Dortmund  2:3
Hertha BSC Berlin  -  FC Schalke 04  0:1
Bayer Leverkusen   -  Hannover 96  3:0
1. FSV Mainz 05   -  Eintracht Frankfurt  3:3
Werder Bremen   -  1. FC Köln  1:0 
1899 Hoffenheim   -  Hamburger SV  5:1
SC Freiburg   -  VfL Wolfsburg  1:0 

Tabelle

1   Bayern München      64 P
2   FC Schalke 04   64 P
3   Werder Bremen   57 P
4   Bayer Leverkusen    57 P
5   Borussia Dortmund      56 P
6   VfB Stuttgart     53 P
7   Hamburger SV     48 P
8   VfL Wolfsburg 46 P
9   Eintracht Frankfurt     46 P
10   1. FSV Mainz 05   45 P
11   1899 Hoffenheim    38 P
12   Borussia Mönchengladbach    38 P
13   1. FC Köln      37 P
14   SC Freiburg   31 P
15   1. FC Nürnberg    28 P
16   VfL Bochum    28 P
17   Hannover 96     27 P
18   Hertha BSC Berlin   23 P

Bookmark and Share

The Bundesliga and its fans – a difficult relationship

There’s one thing my coach never tired of saying to me: “Hau den Ball ins Tor hinein!” – best translated with: “Just slam it into the back of the net!” What did yours used to say to you? What about this one: “I want to see you struggle!” Well, professionals in the Bundesliga are hearing this one a lot at this decisive point in the season: and it’s their own fans who are saying it.


The relationship between players and fans in the Bundesliga is simmering just below boiling point this season. After Hannover’s goalkeeper Robert Enke, suffering from a severe depression and trying to hide it from public view, ended up committed suicide in November of last year, Bundesliga officials, players and fans have been talking a lot about developing an atmosphere of respect, care and recognition – but these last six months have not seen these words become reality.

Whilst victory sees the players and fans dancing together, in raptures of ecstasy as goal-scorers kiss their tops and balance on the barriers around the pitch, yelling victory chants into megaphones, defeat sees the brutal opposite occur. After all, there’s a lot of money in the Bundesliga now and if success is not achieved, the fans start to see their players as nothing more than spoiled brats cashing fat pay-checks without putting in the performance.

The effects of this attitude could be seen on this 30th day of play, with only 30,000 spectators being allowed in Berlin’s Olympiastadion. Despite good-humoured Cold-War-quips about the “Eastern sector not being occupied”, the reason for the empty stands was the pitch invasion by Hertha Berlin fans after the game against Nuremberg four weeks back, which was also followed by riots. This led to the Eastern tribunes, the seats taken by the hardcore Hertha fans, being completely closed off; many fans had to content themselves with a big-screen showing of the game against Stuttgart.

Bad behaviour by fans also led to 1. FC Köln supporters being prevented from accompanying their team to Hoffenheim; at all previous away games, Cologne fans had been setting off fireworks as well as throwing handfuls of coins and lighters at players. With heavy fines having failed to prevent this kind of behaviour, more drastic measures had to be employed – 1. FC Nürnberg will also have to play away games without its supporters due to similar behaviour on their part.

Sometimes, players get involved, with HSVs Paolo Guerrero cracking after the taunts of one fan got too much. He lost his cool and threw his bottle at this particular “supporter”, but the Peruvian was still allowed in the European league starting line-up just four days later; on top of that, HSV also complained to the Bundesliga about the five-match ban he got himself for this lack of composure. It appears to me that there is a question here: how can teams demand respect from their supporters if they treat abuse of them so laxly?

Even in quiet little Hoffenheim, the Disneyland of German professional football, football’s loudmouths are gaining the upper hand. Hoffenheim’s fans just won’t tolerate mediocrity from their high-earning players and shout “Greedy bastards!” or “Get rid of Rangnick!” whilst blocking the team’s route to the bus after matches. The reason for this outpouring of bad feeling was Cologne’s 2:0 victory against TSG Hoffenheim, which seems to have saved 1. FC. from relegation. By the way, it could be interesting to speculate as to whether Hoffenheim fans are talking to just their players when they shout out “Greedy bastards”: after all, the team is kept by patrons who are not just million- but billionaires.

Now back to the Berlin fans who weren’t watching as their team played on home turf against VfB Stuttgart. This was the same Stuttgart team, by the way, whose own fans shouted slogans like “If you get us relegated, will kill every last one of you” while they were going through a rough patch in November. Now that they’re catching up in the second half of the season, though, the fans are dancing again – just as they were on the weekend after Stuttgart’s 1:0 win against the boys from the capital city.

The only fans who seem to be very happy at the moment are Bayern Munich’s. After beating Schalke 04 last week and then moving into the semi-final of the Champions League against Manchester United, the team and supporters had a 1:1 draw against Leverkusen, competitors for the Bundesliga title, to celebrate about. This game secured Bayern’s place at the top of the table, with Schalke obligingly losing to Hannover in a 2:4 shock defeat. Mirko Slomka, Hannover’s coach, used to train Schalke and so had the pleasure of ruining the championship chances of his former club. You won’t hear Schalke fans complaining, mind you, since they’re all in awe of the all-powerful coach Felix Magath. “Drop Magath!” is one chant you won’t be hearing just yet.

Results Matchday 30:
Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 2:0
Hertha BSC Berlin – VfB Stuttgart 0:1
1. FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund 1:0
Hannover 96 – FC Schalke 04 4:2
1899 Hoffenheim – 1. FC Köln 0:2
Werder Bremen – SC Freiburg 4:0
Bayer Leverkusen – Bayern München 1:1
VfL Bochum – Hamburger SV 1:2
1. FC Nürnberg – VfL Wolfsburg 0:2

Table
1 Bayern München 60 P
2 FC Schalke 04 58 P
3 Bayer Leverkusen 54 P
4 Borussia Dortmund 52 P
5 Werder Bremen 51 P
6 Hamburger SV 48 P
7 VfB Stuttgart 47 P
8 VfL Wolfsburg 46 P
9 Eintracht Frankfurt 44 P
10 1. FSV Mainz 05 41 P
11 Borussia Mönchengladbach 37 P
12 1899 Hoffenheim 34 P
13 1. FC Köln 34 P
14 1. FC Nürnberg 28 P
15 VfL Bochum 28 P
16 Hannover 96 27 P
17 SC Freiburg 25 P
18 Hertha BSC Berlin 22 P

Bookmark and Share

Bundesliga und Fans – die schwierige Beziehung

Haach de Klicker ins Goal enei!“, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. „Hau den Ball ins Tor hinein!“ Aber hat ein Fan schon mal zu Ihnen gesagt: „Ich will Dich kämpfen seh’n!“? Bundesligaprofis müssen sich dies, jetzt in der entscheidenden Phase der Saison, oft von den eigenen Sympathisanten anhören. In der Bundesliga brodelt es.

Leere Ränge im Berliner Olympiastadion
Das Verhältnis Bundesligaprofi-Fan ist in dieser Saison ein ganz spezielles. Nach dem Selbstmord von Hannovers Torhüter Robert Enke im November 2009, der an schweren Depressionen erkrankt war, die er vor der Öffentlichkeit geheim halten wollte, sprachen Funktionäre, Spieler und auch Fans viel von Respekt, Rücksicht, Verständnis und Achtung, die künftig im Umgang miteinander herrschen müsse. Ein halbes Jahr später ist nichts mehr davon übrig geblieben.

Während bei Erfolgen Mannschaft und Anhänger miteinander tanzen, jubeln und „Humba humba humba täterä“ singen, ein Spieler sein Trikot küsst und auf den Begrenzungszaun steigt, um ins Megaphone zu brüllen und einfach alle in Glückseligkeit baden, dreht sich dieses Schauspiel bei Misserfolg brutal um. In der Bundesliga geht es mittlerweile um viel Geld. Bleibt der Erfolg aus, betrachten die Fans die Spieler nur noch aus dem mitleidlosen Blickwinkel der Neidgesellschaft.

Im Berliner Olympiastadion waren an diesem 30. Spieltag nur 30000 Zuschauer zugelassen. Hinter dem eher lustig klingenden Slogan „In Berlin dürfte der Ostblock nicht besetzt werden!“ steckte der ernste Hintergrund der Platzstürmung und Randale durch Hertha-Fans nach dem Spiel gegen Nürnberg vor vier Wochen. Die von den hartgesottenen Anhängern benutzte Osttribüne musste diesmal leer bleiben. Die Fans wichen für das Spiel gegen Stuttgart auf Public Viewing aus.

Der 1. FC Köln dürfte an diesem Spieltag nicht von seinem Anhang zum Auswärtsspiel in Hoffenheim begleitet werden. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern sowie geballter Münzen- und Feuerzeugwurf bei jeder bisherigen Auswärtspartie führten nach wiederholten Geldstrafen nun zu dieser drastischen Maßnahme. Auch dem 1. FC Nürnberg stehen solche Geister-Auswärtsspiele aus gleichen Gründen noch bevor.

HSV-Profi Paolo Guerrero wurden letzte Woche die wüsten Beschimpfungen eines Zuschauers beim Verlassen des Spielfeldes zu viel. In einer Kurzschlusshandlung warf er einem „Fan“ eine Trinkflasche an den Kopf. Dennoch dürfte der Peruaner nur vier Tage später in der Europa League wieder auflaufen. Und die HSV-Verantwortlichen legten auch noch Einspruch gegen die fünf Bundesligaspiele-Sperre Guerreros ein. Darf man so einfach zur Tagesordnung übergehen und von der Gefolgschaft andererseits Respekt verlangen?

Im beschaulichen Hoffenheim, dem Disneyland des deutschen Profifußballs, hagelt es plötzlich Protestartikulationen á la Fußball-Proletariat. Mittelmaß wird im Kraichgauer Fußball-Wirtschaftswunder nicht geduldet. Die Fans protestieren mit „Scheiss Millionäre!“, „Rangnick raus!“ und Sitzblockaden vor dem Mannschaftsbus. Grund: Dem 1. FC Köln gab der Ausschluss des eigenen Anhangs Auftrieb. Durch den 2:0-Sieg in Hoffenheim sind die Kölner so gut wie vor dem Abstieg gerettet. Hinzuweisen noch auf den feinen Unterschied, den die Anhänger der TSG Hoffenheim machen: Hier wird nur „Scheiss Millionäre!“ gebrüllt. Mit „Scheiss Milliardäre!“ würde man ja den eigenen Mäzen vergrätzen.

Gegner der Hertha war im Berliner Olympiastadion nach dem Ausschluss der Fans nur noch der VfB Stuttgart. Jener VfB, bei dem verblendete Anhänger noch im November den Spielern entgegen warfen: „Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot!“ Nach einer Aufholjagd in der Rückrunde, in deren Verlauf der VfB mittlerweile auf Europa League-Reichweite hinaufgeklettert ist, wird wieder miteinander getanzt. 1:0 gewann die beste Mannschaft der Rückrunde beim niederliegenden Hauptstadtklub.

Verdruss bereitet der FC Bayern München seinen Fans dieser Tage nicht. Nach dem Sieg letzte Woche bei Schalke 04 und dem Halbfinaleinzug in der Champions League gegen Manchester United, freuten sich diesmal Mannschaft und Anhängerschaft über ein 1:1 beim direkten Meisterschaftskonkurrenten Bayer Leverkusen. Die Tabellenführung wurde gefestigt, auch weil Schalke 04 überraschend in Hannover 2:4 verlor. Mirko Slomka, Hannover- und Ex-Schalke-Trainer versaut so seinem früheren Klub die Meisterschaft. Doch Schalker Fans protestieren in solch einem Misserfolgsfall nicht. Sie würden sonst Gefahr laufen, vom allmächtigen Felix Magath verkauft zu werden. „Magath raus!“

For an english Bundesliga blog click http://blog.young-germany.de

Die Ergebnisse des 30. Spieltags im Überblick:
Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 2:0
Hertha BSC Berlin – VfB Stuttgart 0:1
1. FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund 1:0
Hannover 96 – FC Schalke 04 4:2
1899 Hoffenheim – 1. FC Köln 0:2
Werder Bremen – SC Freiburg 4:0
Bayer Leverkusen – Bayern München 1:1
VfL Bochum – Hamburger SV 1:2
1. FC Nürnberg – VfL Wolfsburg 0:2

Tabelle
1 Bayern München 60 P
2 FC Schalke 04 58 P
3 Bayer Leverkusen 54 P
4 Borussia Dortmund 52 P
5 Werder Bremen 51 P
6 Hamburger SV 48 P
7 VfB Stuttgart 47 P
8 VfL Wolfsburg 46 P
9 Eintracht Frankfurt 44 P
10 1. FSV Mainz 05 41 P
11 Borussia Mönchengladbach 37 P
12 1899 Hoffenheim 34 P
13 1. FC Köln 34 P
14 1. FC Nürnberg 28 P
15 VfL Bochum 28 P
16 Hannover 96 27 P
17 SC Freiburg 25 P
18 Hertha BSC Berlin 22 P

Bookmark and Share

Wer mit wem in der neuen Saison?

Man sollte ja meinen, vier Spieltage vor Saisonende würden sich die Mannschaften der Fußball-Bundesliga voll auf das Erreichen ihrer Ziele, auf Titelentscheidung und Abstiegskampf konzentrieren. Doch weit gefehlt. Stattdessen wird ein munteres „Trainerwechseldich“-Spiel angezettelt. Spielorte sind Wolfsburg, München, Hoffenheim und Schalke. Mutmaßungen und Hypothesen sind die Gesprächsthemen, fußballerische Fakten und Ergebnisse stehen im Hintergrund.

Beispiel Wolfsburg: Der VfL steht souverän auf Tabellenplatz 1. Die erste Meisterschaft in der Vereinsgeschichte ist greifbar. Herbstmeister Hoffenheim wurde gerade 4:0 weggehauen. Immer mehr Verfolger verlieren an Boden (Berlin, Stuttgart, Hamburg). Und der Trainer Felix Magath? Streitet im Hintergrund um noch mehr Geld und noch mehr Einfluss, bereitet heimlich seinen Abschied Richtung Schalke vor, nährt so Spekulationen und steht in Wolfsburg vor dem Rausschmiss. Auch Schalke zeigt sich ob der Trainerdiskussion nicht beflügelt und verliert das Heimspiel gegen Leverkusen 1:2.

Beispiel München: Die Bayern machten ja schon letzte Woche „Tabula Rasa“. Jürgen Klinsmann vor die Tür gesetzt, Jupp Heynckes als Hoffnungsträger verpflichtet, der nun den Champions League-Platz sichern soll. Plötzlich sieht man in München schon „einen europaweiten Trend, auf erfahrene Trainerpersönlichkeiten zu setzen“ (Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge) und möchte Louis van Gaal aus Alkmaar verpflichten. Der flog vor Jahren in Barcelona raus, weil er die Nachwuchsabteilung vernachlässigte. Und dort lässt nun ein 38-jähriger Novize namens Guardiola den schönsten Fußball des Kontinents spielen. Ach ja, Bayern gewann gegen Möchengladbach mühsam 2:1. Das hätte Klinsmann auch geschafft. Doch der ist möglicherweise schon auf dem Weg zu einer neuen Anstellung…

Beispiel Hoffenheim: Wie war das schön. Wie Phoenix hinaufgestiegen aus der zweiten Liga bis in den Siebten Himmel namens Herbstmeisterschaft. Vom kleinen Provinzaschenputtel zur strahlenden Bundesligaprinzessin. Und jetzt? Schlechteste Rückrundenmannschaft. 0:4 in Wolfsburg. Die Spieler überfordert, der Trainer stänkert, der Mäzen vergrätzt. Trainer Ralf Rangnick lässt via Presse verlauten, er könne sich nicht mit Mittelmaß identifizieren und fordert zehn Millionen Euro für Neuverpflichtungen. „Ich lasse mich nicht erpressen!“, schallte es daraufhin von Milliardär Dietmar Hopp. Und schon ist die Verbindung gezogen zu Jürgen Klinsmann. Der ist nämlich ein guter Bekannter von Hopp. Da werden zehn Millionen aber nicht reichen. Die kassiert mit Sicherheit allein schon der geschäftstüchtige Ex-Bayerntrainer.

In anderen Vereinen sind es weniger die Führungsriegen als vielmehr die Fans, die für Nebenkriegsschauplätze sorgen. Frankfurt und die Anti-Funkel-Stimmung als Stichwort. Oder Bochum zum Beispiel. Dort schreien die Anhänger lieber Trainer Marcel Koller und seine Spieler nieder als die Mannschaft im schwierigen Abstiegskampf zu unterstützen. Nach der 0:2-Niederlage gegen Hannover steht Bochum noch zwei Punkte vor dem Relegationsplatz. Demnächst folgt wieder der obligatorische Sitzstreik vor dem Mannschaftsbus. Wird gerne nach verlorenen Auswärtsspielen medienwirksam inszeniert. Wahlweise mit den Schlachtrufen „Scheiß Millionäre!“ oder „Wir haben die Schnauze voll!“. Mein Tipp: Beim nächsten Spiel in Berlin ist es für Bochum so weit.

StR

Die Ergebnisse des 30. Spieltags im Überblick:

VfL Bochum  -  Hannover 96 0:2
Arminia Bielefeld  -  VfB Stuttgart 2:2
FC Schalke 04  -  Bayer Leverkusen 1:2
Eintracht Frankfurt  -  Borussia Dortmund 0:2  
Karlsruher SC  -  Energie Cottbus 0:0 
Bayern München  -  Borussia Mönchengladbach 2:1  
VfL Wolfsburg  -  1899 Hoffenheim 4:0  
1. FC Köln  -  Werder Bremen 1:0   
Hamburger SV  -  Hertha BSC Berlin 1:1  

Tabelle:

1 VfL Wolfsburg     60 P
2 Bayern München   57 P
3 Hertha BSC Berlin     56 P
4 VfB Stuttgart   55 P
5 Hamburger SV     55 P
6 Borussia Dortmund     52 P
7 FC Schalke 04      49 P
8 Bayer Leverkusen    45 P
9 1899 Hoffenheim   45 P
10 Werder Bremen    39 P
11 1. FC Köln   35 P
12 Hannover 96    35 P
13 Eintracht Frankfurt     32 P
14 VfL Bochum    28 P
15 Energie Cottbus    27 P
16 Arminia Bielefeld     26 P
17 Borussia Mönchengladbach    24 P
18 Karlsruher SC    23 P

Bookmark and Share