Tradition is all very well and good, but…

After having recently spent most a blog post cracking jokes at the (considerable) expense of vulgar nouveau riche football clubs, I thought I should even things out a bit by admitting something: tradition, as nice as it is to have, is no better at buying success than good, hard cash. A team that has been demonstrating this over and over again in the last couple of weeks is the Hamburger Sportverein, or HSV. This Hamburg team, with their long and great history, lost by a very poor 0:3 to VfB Stuttgart on the weekend; the week before, they only just limped to a disappointing 0:0 draw against Hannover Sportverein 1896, despite the fact that they were playing at home and that Hannover are supposed to be the smaller and less important HSV from the North German plain.

It’s not like Hamburg are running short on tradition. No, the harbour city boys have never been relegated from the top league since its inception in 1963; neither have they been lacking in titles, winning the league six times since then – in 1983, they even won the European Cup against Juventus Turin. In 1987, they won their third DFB cup, and then… and then nothing.

Now, before we go any further, let me just respond to a few points. Firstly, of course things could be worse – just look at Borussia Mönchengladbach and 1. FC Köln, or Eintracht Frankfurt or 1. FC Kaiserslautern, all of whom have tasted the bitter draught that is relegation and had to fight their way back up to Bundesliga play. Then again, this fight and the victories gained in it at least energised the young fans in a way that HSV supporters born after 1980 have never experienced. Add to this the fact that Frankfurt and Kaiserslautern very nearly went bankrupt just a few years back, and you’ll see that being a HSV fan is very much like living in a comfortable, well-off, but quite boring bubble. Even with their expensive squad, full of big-name international players and what some might like to call stars, HSV have trouble shaking off the lethargy and call it a good season if they make it to fifth place.

Meanwhile, Cologne’s team only really has one star: Lukas “Prince Poldi” Podolski, who has already been relegated with his team once (seven years back) and who, with the 1:4 caning administered by Wolfsburg on the weekend, looks like he’ll be going through another. Just before the disastrous game, the popular coach Frank Schaefer said he would step down at the end of the season of his own free will; team insiders, however, cite director Volker Finke as the source of at least some of this “free will”, in no small part due to his habit of getting involved in coaching business. I wonder if he’s learned anything from recent examples of what happens when teams know that their coach will be leaving at the end of the season: just look at FC Bayern München and Louis van Gaal – or Hamburger SV, of course, where Armin Veh “surprisingly” announced his departure (before they could fire him…).

Johannes Göbel

Results match day 31:

SC Freiburg – Hannover 96 1:3
FC Schalke 04 – 1. FC Kaiserslautern 0:1
Bayer Leverkusen – 1899 Hoffenheim 2:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 3:0
Eintracht Frankfurt – Bayern München 1:1
FC St. Pauli – Werder Bremen 1:3
Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund 1:0
VfL Wolfsburg – 1. FC Köln 4:1
1. FC Nürnberg – 1. FSV Mainz 05 0:0

Table:
1 Borussia Dortmund 69 P
2 Bayer Leverkusen 64 P
3 Hannover 96 57 P
4 Bayern München 56 P
5 1. FSV Mainz 05 49 P
6 1. FC Nürnberg 47 P
7 Hamburger SV 43 P
8 SC Freiburg 41 P
9 1899 Hoffenheim 40 P
10 FC Schalke 04 40 P
11 Werder Bremen 38 P
12 1. FC Kaiserslautern 37 P
13 VfB Stuttgart 36 P
14 1. FC Köln 35 P
15 Eintracht Frankfurt 34 P
16 VfL Wolfsburg 32 P
17 Borussia Mönchengladbach 29 P
18 FC St. Pauli 29 P

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Für Tradition kann man sich auch nichts kaufen

Nachdem ich mich hier zuletzt über die neureichen Clubs VfL Wolfsburg (zum wiederholten Male!) und TSG 1899 Hoffenheim lustig gemacht habe, muss ich heute etwas zugeben: Für Tradition allein kann man sich auch nichts kaufen. Eine Mannschaft, die das zurzeit von Spieltag zu Spieltag aufs Neue beweist, ist der Hamburger SV. Am Wochenende verloren die Norddeutschen mit 0:3 beim abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart. Die Woche zuvor gab’s ein müdes 0:0 im Heimspiel gegen den Hannoverschen Sportverein von 1896, eigentlich der unbedeutendere, „kleinere“ HSV aus dem Norden. Zurück zum berühmten HSV aus Hamburg: Die einzige Mannschaft, die der Ersten Bundesliga von Anbeginn (seit 1963) angehört. Sechsmal wurde der HSV schon deutscher Meister. 1983 gewann das Team sogar den Europapokal der Landesmeister im Finale gegen Juventus Turin. 1987 holten die Hamburger ihren dritten DFB-Pokal. Und seitdem: Gar nichts mehr.

Schon klar, schlimmer geht’s immer. Ruhmreiche Vereine wie Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln, die Frankfurter Eintracht oder der 1. FC Kaiserslautern sind wiederholt abgestiegen und mussten in der zweiten Liga spielen. Aber bei den Aufstiegen in Liga 1 wurden bei den Anhängern dieser Clubs Glücksgefühle freigesetzt, die jüngeren HSV-Fans vermutlich völlig fremd sind. Zudem mussten vor allem Eintracht Frankfurt und der 1. FC Kaiserslautern in den vergangenen 15 Jahren um das finanzielle Überleben fürchten. Existenzkampf pur. Das kennen sie beim wohlhabenden Hamburger SV nicht. Langeweile dafür umso besser. Der HSV hofft Saison für Saison auf den großen Wurf. Jetzt müssen sie sich mächtig anstrengen, um zumindest noch Platz 5 zu erreichen, der zur Teilnahme am Europapokal berechtigt. Und das mit einem teuren Kader, zu dem zahlreiche Nationalspieler und sogenannte Stars gehören.

Der 1. FC Köln hat eigentlich nur einen Star: Lukas „Prinz Poldi“ Podolski. Der stieg mit dem rheinländischen Traditionsverein schon einmal vor sieben Jahren ab. Nach der desolaten Vorstellung der Kölner am Sonntag (1:4 gegen Wolfsburg) sieht es nach einer Wiederholung aus. Vor der Partie in Wolfsburg gab der beliebte Trainer Frank Schaefer bekannt, dass er nach der Saison freiwillig auf den Cheftrainer-Posten verzichtet. Sportdirektor Volker Finke soll zumindest mitverantwortlich dafür sein, dass Schaefer aufgibt. Unter anderem, weil er sich in die Arbeit des Trainers einmischte. Wozu das führt, wenn der Abschied eines Trainers vorzeitig feststeht, haben in dieser Saison schon mehrere Vereine vorgemacht. Etwa der FC Bayern München mit dem erst entmachteten und später gefeuerten Louis van Gaal. Und, Überraschung, der Hamburger SV, bei dem Armin Veh seinen Abschied zum Saisonende ankündigte – bevor er gefeuert wurde.

Johannes Göbel

Die Ergebnisse des 31. Spieltags:
SC Freiburg – Hannover 96 1:3
FC Schalke 04 – 1. FC Kaiserslautern 0:1
Bayer Leverkusen – 1899 Hoffenheim 2:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 3:0
Eintracht Frankfurt – Bayern München 1:1
FC St. Pauli – Werder Bremen 1:3
Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund 1:0
VfL Wolfsburg – 1. FC Köln 4:1
1. FC Nürnberg – 1. FSV Mainz 05 0:0

Tabelle:
1 Borussia Dortmund 69 P
2 Bayer Leverkusen 64 P
3 Hannover 96 57 P
4 Bayern München 56 P
5 1. FSV Mainz 05 49 P
6 1. FC Nürnberg 47 P
7 Hamburger SV 43 P
8 SC Freiburg 41 P
9 1899 Hoffenheim 40 P
10 FC Schalke 04 40 P
11 Werder Bremen 38 P
12 1. FC Kaiserslautern 37 P
13 VfB Stuttgart 36 P
14 1. FC Köln 35 P
15 Eintracht Frankfurt 34 P
16 VfL Wolfsburg 32 P
17 Borussia Mönchengladbach 29 P
18 FC St. Pauli 29 P

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Mönchengladbach und Köln, vereint im Elend

Am 9. Spieltag zeigte sich, Berti Vogts ist ein in der Fußball-Bundesliga verkannter Fußballexperte. Berti Vogts? Wer ist denn das?

Hans-Hubert Vogts, kurz „Berti“ genannt, trainierte von 1990 bis 1998 die deutsche Fußballnationalelf. Derzeit betreut er die Nationalmannschaft von Aserbaidschan. In der Bundesliga wurde er bei seinem Engagement in Leverkusen 2000 bis 2001 nicht glücklich. Dabei hat er Gewichtiges vorzuweisen.

Unter Berti Vogts holte Deutschland den letzten bedeutenden Titel: 1996 die Europameisterschaft. Mit Aserbaidschan gewann Vogts unlängst gegen die Türkei und half so dem deutschen Team beim Kampf um die EM-Teilnahme. Und Berti Vogts hat geradezu hellseherische Fähigkeiten. Zum Abschied von seiner überaus erfolgreichen aktiven Spielerkarriere bei Borussia Mönchengladbach 1979 sagte er seinem Heimatverein schwierige Zeiten und die goldenen 1970er Jahre als unwiederbringlich voraus. Er sollte Recht behalten. Keine Meisterschaft, keinen Europapokalsieg gab es für die Borussia mehr zu feiern. Stattdessen Abstiegskämpfe und Zweitklassigkeit.

Heute ist Borussia Mönchengladbach wieder an diesem Punkt angelangt. Seit dem zweiten Spieltag wurde nicht mehr gewonnen. Die Gladbacher sind früher als gehofft in den Existenzkampf gezogen worden. Als Tabellensiebzehnter steht eine unruhige Saison bevor. Wie einst Vogts weissagte, hat die Borussia ein Strukturproblem. Die Stadt und das Umland sind zu klein und finanziell zu schwach, um den Verein zu unterstützen und so auf Dauer mit den großen Klubs der Bundesliga konkurrieren lassen zu können. So muss jede Verpflichtung auf dem Transfermarkt passen und die Jugendarbeit exzellent sein. Wird hier nachlässig gearbeitet, gibt es Probleme. Zwar kamen hoffnungsvolle Talente wie Marin oder Reus aus der Jugend zu den Profis, doch bei ihren Transfers hatten die Gladbacher in den letzten Jahren nicht immer eine glückliche Hand. Zu verantworten hat dies in letzter Konsequenz der Trainer. Michael Frontzeck (Foto) scheint dabei noch eine Frist vom Vorstand eingeräumt worden zu sein. Doch die kann nicht mehr all zu lange dauern. Nach dem 1:4 gegen Bremen schrillen die Alarmglocken.

Einen Schritt weiter ist man da schon in Köln, Mönchengladbachs rheinischem Rivalen. Der Kölner Vorstand hat gestern Trainer Zvonimir Soldo entlassen. 1:2 in Hannover, Platz 18 und nur ein Sieg aus neun Spielen gaben ihm keine Argumente mehr für einen Verbleib. Den Kölnern erging es in den letzten Jahren wie den Gladbachern. Die ruhmreichen Zeiten sind längst vergangen. Abstieg und Zweitklassigkeit prägen die kürzere Vergangenheit. Dabei wäre in Köln, anders als in Mönchengladbach, das Umfeld für eine erfolgreiche Mannschaft gegeben: Millionenstadt, begeisterungsfähige Fans, potente Sponsoren. Doch die sportliche Leitung versagt regelmäßig bei den Neuverpflichtungen. Zu teuer und zu durchschnittlich. Und aus der Jugend war Lukas Podolski das letzte große, aufstrebende Talent. Das ist auch schon sieben Jahre her.

Der Abstiegskampf wird beide Traditionsvereine die gesamte Saison beschäftigen. Ich glaube aber nicht, dass einer den Mut hat, Berti Vogts als Retter zu verpflichten.

Ach ja, Anmerkung zum Artikel von letzter Woche: Das Spiel HSV-Bayern endete 0:0. Kein Grund zur Erwähnung.

Die Ergebnisse des 9. Spieltags:
Hamburger SV – Bayern München 0:0
Eintracht Frankfurt – FC Schalke 04 0:0
Borussia Mönchengladbach – Werder Bremen 1:4
SC Freiburg – 1. FC Kaiserslautern 2:1
Hannover 96 – 1. FC Köln 2:1
1. FC Nürnberg – VfL Wolfsburg 2:1
Borussia Dortmund – 1899 Hoffenheim 1:1
Bayer Leverkusen – 1. FSV Mainz 05 0:1
VfB Stuttgart – FC St. Pauli 2:0

Tabelle
1 1. FSV Mainz 05 24 P
2 Borussia Dortmund 22 P
3 Hannover 96 16 P
4 1899 Hoffenheim 15 P
5 Bayer Leverkusen 15 P
6 Hamburger SV 15 P
7 SC Freiburg 15 P
8 Werder Bremen 14 P
9 Eintracht Frankfurt 13 P
10 FC St. Pauli 13 P
11 Bayern München 12 P
12 1. FC Nürnberg 12 P
13 VfL Wolfsburg 10 P
14 VfB Stuttgart 7 P
15 1. FC Kaiserslautern 7 P
16 FC Schalke 04 6 P
17 Borussia Mönchengladbach 6 P
18 1. FC Köln 5 P

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The way through a minefield

Last week must have been difficult for all of you Bundesliga junkies: the season had just got going, and suddenly there was a pause for international games; and they weren’t even high-adrenaline games, either. We were forced into watching teams like Denmark, Belgium and Azerbaijan. That’s all over now, though: play started again on the weekend – and if you’re anything like me, you couldn’t wait!

After all, what is the point of all these silly international games? They give you nothing but trouble. Injuries, for example, with Bremen’s Per Mertesacker being back-handedly brought to the floor by an Azerbaijani player, Dzavadov; now “Merte”, as he’s known, was forced to sit out the exciting game this weekend against Bayern München. To add insult to his injury, the referee in the international game didn’t even have the decency to dole out a yellow card to Dzavadov for his wandering elbows. They should get the video footage out: he deserves a red and, if you ask me, should be on a match-ban until Merte is fit again.

Nevertheless, Bremen held their own without Per Mertesacker, mainly thanks to the Frenchman Mikael Silvestre. Anyone hoping to see Bayern play their best was disappointed: the two top-teams finished the game on 0:0, with the only real excitement having come before the starting whistle as Franz Beckenbauer fans sung “Happy Birthday” to him on occasion of his 65th!

Excitement has to come from other quarters; from the swathes of new international signings like Ribéry, Robben, Raul, van Nistelrooy, Diego and the debutants of the third match-day, Silvestre, Wesley, Camoranesi and Huntelaar. Then again, this more embarrassing than exciting: how do you pronounce these guys’ names? Fans and reporters alike are feeling their way through a minefield: just how do you pronounce the double-A in Huntelaar? Things don’t get easier with time, as the example of Wolfsburg’s top goal-scorer Grafite shows: German commentators still can’t make their mind up if he’s pronounced Graffiti, Graphite or Grafish.

Regardless of any linguistic difficulties, however, Huntelaar did not disappoint on the field, running himself ragged for his new side Schalke. He couldn’t secure them a victory, though, and the biggest-spending side in Bundesliga left Hoffenheim with a 0:2 defeat and the continuing embarrassment of being in the relegation zone of the results table, joined by Diego’s employers Wolfsburg and Stuttgart, who signed the other new boy, Camoranesi.

Meanwhile, Micheal Ballack too is on a run of bad luck. Having missed the World Cup due to injury, he’s now not playing in the qualifiers for the European Cup, either. On the weekend, he managed to get himself a shin fracture in the 2:2 draw between his side, Leverkusen, and Hannover. Six weeks sick-leave. It looks like his decline is continuing.

Part of the problem for a lot of unsuccessful sides this weekend was the pause in proceedings due to the international games. Teams that had settled into a good rhythm were suddenly seen struggling. Both Borussia Mönchengladbach and 1. FC Kaiserslautern had been unbeaten, with Borussia even having played their Rhenish rivals Leverkusen into 6:3 oblivion. Now they are playing poorly, getting beaten by Frankfurt by 4 goals to 0. Kaiserslautern, who just two weeks ago beat reigning champions Bayern München 2:0 came away from their local Rhineland-Palatinate rivals Mainz hurting thanks to a 1:2 defeat.

And what else happened on the weekend? Wolfsburg lost to Borussia Dortmund, with the Wolves being somehow reminiscent of the English national 11 under Steve McClaren – i.e. luckless. Hamburg played disappointingly against Nuremburg and drew 1:1, whilst Freiburg surprised Stuttgart with a 2:1 triumph. Lukas Podolski, meanwhile, finally reminded us why he might be suitable for the German national team by helping his side Cologne to a 1:0 win against St. Pauli.

And now that we’ve got the Bundesliga up-to-date, I thought we’d take a quick look at two former Bundesliga players now in Spain. Both Mesut Özil and Sami Khedira looked convincing in Real Madrid’s 1:0 victory against Osasuna, with Özil being crowned king by the press. Khedira, meanwhile, was mentioned by the trainer Mourinho. Bayern manager Christian Nerlinger admitted that both players had been on his list of ones to watch; he couldn’t sign them, however, because the board at Munich was unsure as to how they would stand up at the very highest level of international competition. Well, now we know: very, very well. We also know how all of Bayern’s other signings over the last couple of years have managed: Mario Gomez, Edson Braafheid, Anatoliy Tymoshchuk, Jan Schlaudraff, Andreas Görlitz, Christian Lell – see my point?

Anyone still interested in the correct pronunciation of Huntelaar, by the way?

(Stefan Reichart/Brian Melican)

Results Matchday 3:
1899 Hoffenheim – FC Schalke 04 2:0
Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg 2:0
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 1:1
Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 0:4
SC Freiburg – VfB Stuttgart 2:1
Hannover 96 – Bayer Leverkusen 2:2
Bayern München – Werder Bremen 0:0
1. FSV Mainz 05 – 1. FC Kaiserslautern 2:1
1. FC Köln – FC St. Pauli 1:0

Table
1 1899 Hoffenheim 9 P
2 1. FSV Mainz 05 9 P
3 Hamburger SV 7 P
4 Hannover 96 7 P
5 1. FC Kaiserslautern 6 P
6 Borussia Dortmund 6 P
7 SC Freiburg 6 P
8 Bayer Leverkusen 4 P
8 Borussia Mönchengladbach 4 P
10 Werder Bremen 4 P
11 Bayern München 4 P
12 Eintracht Frankfurt 3 P
13 FC St. Pauli 3 P
14 1. FC Köln 3 P
15 1. FC Nürnberg 2 P
16 VfL Wolfsburg 0 P
17 FC Schalke 04 0 P
18 VfB Stuttgart 0 P

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Die Krux mit fremden Namen und Länderspielpausen

Bundesligajunkies, die Pause ist vorbei! Kaum hatte die neue Saison angefangen, schon gab es ständig diese Länderspielpausen. Fußball auf Sparflamme. Dänemark, Belgien, Aserbaidschan – jetzt ist es mal gut. Ich will Bundesliga sehen. Freitags bis Sonntags. Mit neun heißen Duellen an einem Spieltag.

Denn was bringt die Länderspielerei? Verletzungen! Wie die von Per Mertesacker. Vom Aserbaidschaner Dzavadov hinterlistig zu Boden gestreckt, verpasste „Merte“ ausgerechnet den Schlager Bayern München gegen Werder Bremen am Wochenende. Ein Skandal, dass der Schiedsrichter nicht einmal die gelbe Karte für den Ellenbogenschlag zückte. Das hätte Rot geben müssen für den Übeltäter! Mein klares Votum für den Videobeweis und Rot-Sperren für den Sünder bis das Opfer wieder in der Lage ist Fußball zu spielen

Bremen hielt sich auch ohne Per Mertesacker, dafür mit dem Franzosen Mikael Silvestre, gut. Wer auf die große Bayern-Show gehofft hatte, wurde enttäuscht. 0:0 ging das Spitzenspiel aus, das seinen Höhepunkt vor der Partie erlebte, als die Zuschauer zu Franz Beckenbauers 65tem Geburtstag „Happy Birthday“ anstimmten. Ein Hoch auf den „Kaiser“!

Schöne neue Bundesliga-Welt, gespickt mit internationalen Stars. Ribéry, Robben, Raul, Van Nistelrooy, Diego und neu am 3. Spieltag Silvestre, Wesley, Camoranesi und Huntelaar. Doch da fangen die Probleme an. Wie spricht man die Namen aus? Fans wie Reporter grübeln. Keiner will sich blamieren. Huntelaar? Chuntelaar? ntelaar? Seit drei Jahren spielt zum Beispiel Wolfsburgs Top-Torjäger Grafite in der Bundesliga. Doch die Namensaussprache gibt bis heute Rätsel auf: Grafi? Grafit? Grafitsch? Alles schon gehört.

Huntelaar jedenfalls enttäuschte nicht in seinem ersten Spiel für Schalke in Hoffenheim. Doch mit einem Sieg wurde es dennoch nichts: 0:2. Und so rangiert Schalke trotz Millioneninvestitionen nach drei Spieltagen auf einem Abstiegsplatz, flankiert von Diegos Wolfsburgern und Camoranesis Stuttgartern.

Vom Pech verfolgt bleibt Michael Ballack. Die WM verletzungsbedingt verpasst, von EM-Qualifikationspflichten bis auf weiteres entbunden. Jetzt in Hannover beim 2:2 seiner Leverkusener mit einer Fraktur im Schienbeinkopf ausgewechselt. Sechs Wochen Pause. Ballacks Stern sinkt.

Dass eine Länderspielpause einer erfolgreichen Mannschaft den Rhythmus rauben kann, erlebten Borussia Möchengladbach und der 1. FC Kaiserslautern. Nach zwei Spieltagen noch ungeschlagen, setzte es Niederlagen am dritten. Mönchengladbach hatte vor zwei Wochen noch in Leverkusen sensationell gespielt und 6:3 gewonnen. Jetzt agierten die Gladbacher indiskutabel und verloren gegen Eintracht Frankfurt 0:4. Kaiserslautern reiste mit der Empfehlung eines 2:0-Sieges gegen Bayern München nach Mainz. Das Rheinland-Pfalz-Derby stand an. Doch trotz Führung mussten sich die „roten Teufel“ dem Nachbarn aus der Landeshauptstadt mit 1:2 geschlagen geben.

Und sonst? Wolfsburg in Dortmund 0:2 unterlegen. Der VfL erinnert an die Nationalelf Englands damals unter Trainer Steve McClaren: Glücklos. Hamburg enttäuschte beim 1:1 gegen Nürnberg. Freiburg schockte den VfB Stuttgart mit einem 2:1-Triumph. Lukas Podolski zeigte endlich einmal eine länderspielreife Leistung und führte Köln zum 1:0-Sieg über St. Pauli.

Noch der neugierige Blick rüber nach Spanien zu Mesut Özil und Sami Khedira: Beide überzeugten beim 1:0 von Real Madrid gegen Osasuna. Özil wurde hernach von der Presse als Geigenvirtuose gepriesen, Khedira heimste das Lob seines Trainers Mourinho ein. Bayern-Manager Christian Nerlinger hat in der vergangenen Woche geäußert, beide deutschen Nationalspieler hätten auch auf der Beobachtungsliste des FC Bayern München gestanden. Von einer Verpflichtung habe man aber abgesehen, weil die Verantwortlichen nicht sicher waren, dass beide auf höchstem internationalen Niveau bestehen könnten. Ach ja? Ganz im Gegensatz natürlich zu den Top-Bayern-Einkäufen der letzten Jahre Mario Gomez, Edson Braafheid, Anatoliy Tymoshchuk, Jan Schlaudraff, Andreas Görlitz, Christian Lell…?

Und die Auflösung: HÜNTELAAR, mit Ü! Wer’s nicht glaubt: http://www.youtube.com/watch?v=RZdFkKp_qig

Die Ergebnisse des 3. Spieltags:
1899 Hoffenheim – FC Schalke 04 2:0
Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg 2:0
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 1:1
Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 0:4
SC Freiburg – VfB Stuttgart 2:1
Hannover 96 – Bayer Leverkusen 2:2
Bayern München – Werder Bremen 0:0
1. FSV Mainz 05 – 1. FC Kaiserslautern 2:1
1. FC Köln – FC St. Pauli 1:0

Tabelle
1 1899 Hoffenheim 9 P
2 1. FSV Mainz 05 9 P
3 Hamburger SV 7 P
4 Hannover 96 7 P
5 1. FC Kaiserslautern 6 P
6 Borussia Dortmund 6 P
7 SC Freiburg 6 P
8 Bayer Leverkusen 4 P
8 Borussia Mönchengladbach 4 P
10 Werder Bremen 4 P
11 Bayern München 4 P
12 Eintracht Frankfurt 3 P
13 FC St. Pauli 3 P
14 1. FC Köln 3 P
15 1. FC Nürnberg 2 P
16 VfL Wolfsburg 0 P
17 FC Schalke 04 0 P
18 VfB Stuttgart 0 P

Stefan Reichart

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“Apart from that, great!” The first match day

Have you ever had that kind of passive-agressive criticism packaged as praise? You know, kind of like: “So, what did you think of my game, coach?” “Well, all the goals we conceded are your fault: but apart from that, you were great!”

This kind of praising criticism is exactly the right tone for the first day of play in this new Bundesliga season. There were a lot of people looking forward to it: players, coaches, fans, all of them raring to go. Well, everywhere except at Schalke, where they were all at each other’s throats before the first whistle had been blown.

Why such a bad atmosphere so quickly? Because the spokesperson for the Supporters’ Clubs had been sacked. After 22 years. By telephone. All down to coach Magath, who becomes the target of the angry Schalke fan clubs. Things aren’t any better at the team’s first game in Hamburg, with ex-Real-Madrid star Raul’s debut turning out to be a real disaster. Somehow, it looks as if Schalke have signed the wrong Madrileno: Raul looks lost, out of breath. Meanwhile, Hamburg do well, with Ruud van Nistelrooy scoring two goals to take them to a 2:1 victory.

“Hey, thanks to you guys at the German Football League! Doin’ a great job!” That’s the kind of ironic train of thought that was probably running through the heads of coaches and players in Cologne and Freiburg, with the first match day showing that the new additions to the league aren’t to be taken lightly. Newly-promoted Kaiserslauten were away at Cologne, and Cologne’s mid-fielder Mohamad managed to make football history by bagging himself a red card after just 87 seconds. It’s never been done faster than that! Nevertheless, Cologne went ahead, but chucked away a 1:0 lead in the last twenty minutes to finish at 1:3, with Lukas Podolski continuing in the same vein as last season: a vein of exceptionally poor performance. He looked as if he was just trying to keep himself busy between the really important national games.

Things looked pretty similar in Freiburg, with newly-promoted teams from the first division showing their quality. Here, it was St. Pauli, the supposed anti-capitalist alternatives from Hamburg, who turned a 0:1 defeat into a 3:1 win. There followed a lot of talk by football analysts about the “St. Pauli phenomenon”. Well, if you ask me, the phenomenon is exactly the same as at all other football clubs: cash. This club is a dominated by the rules of capitalism as any other, however much they always try to present themselves as the friendly underdogs.
Meanwhile, there was frustration in Bavaria, with Wolfsburg’s players doing their best to get a draw against the far bigger Bayern Munich. After three quarters of an hour, they finally manage to get into the game, their trainers McLaren is seen doing acrobatics up and down the line, and nevertheless Bayern’s Ribéry gets the ball into the box just in time for Schweinsteiger to come storming in and smack it into the back of the net. Bloody bad luck!

“Bloody Özil” is what they’ll be thinking in Bremen. Not that they’d have needed him in Hoffenheim! After all, one Özil wouldn’t have been able to do much to counteract the four goals by which Bremen lost, so it’s not really much of a problem that they sold him to Madrid for 18 million. Nevertheless, the sports press seem to think that it was all down to his departure and just couldn’t stop asking everyone and anyone – the coach, the goalie, the bus driver – if they thought that that was the reason they lost. I’ve got another explanation, though: maybe the opponents just happened to be quite good?

What, though, could possibly explain Dortmund’s home 0:2 loss to Bayer Leverkusen? Perhaps it was Bayer’s blue tops that blinded the Westphalians, with Michael Ballack looking like he was still at Chelsea in that royal blue top. Whatever the case, the referee was certainly so confused by the blue that he refused Dortmund a perfectly good goal that would have put them at 1:1; Ballack’s minions then had the advantage and pressed it home to gain victory.

So, overall: Schalke, Cologne, Freiburg, Wolfsburg, Bremen and Dortmund all had bad luck. Apart from that, though, it was great!

Any by the way: since there are so many German stars abroad, here’s a quick anecdote for you. With German players still not getting into the swing of things – Özil and Khedira at Madrid are still waiting for the Spanish season to begin – it’s a shame that Jerome Boateng couldn’t get started in the English league. The reason? A stewardess hit his knee with her drinks trolly on the flight over and now he’s laid up with a torn tendon. Who’d have thought it?

(by Stefan Reichart and Brian Melican)

Results Matchday 1:
Bayern München – VfL Wolfsburg 2:1
1899 Hoffenheim – Werder Bremen 4:1
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Nürnberg 1:1
1. FC Köln – 1. FC Kaiserslautern 1:3
SC Freiburg – FC St. Pauli 1:3
Hannover 96 – Eintracht Frankfurt 2:1
Hamburger SV – FC Schalke 04 2:1
1. FSV Mainz 05 – VfB Stuttgart 2:0
Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen 0:2

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Aber sonst war es super: Spieltag 1

Sie kennen das, diese in Lob verpackte Kritik. “Wie fandest Du mein Spiel, Trainer?” “Na ja, die Gegentore gehen auf Deine Kappe. Aber sonst warst Du super.” Wie der Bundesliga-Spieltag: Super. ABER!

Bundesliga, Spieltag 1, endlich geht es wieder los. Große Vorfreude im ganzen Verein. Spieler, Trainer, Fans, alle happy. Nur nicht “auf Schalke”. Da stänkern sie schon vor dem ersten Anpfiff gegeneinander. Lapidarer Grund: Der Fanvertreter im Verein wurde abgesetzt. Nach 22 Jahren. Per Telefonanruf. Auf Geheiß Magaths. Die Fanclubs gehen auf die Barrikaden, werfen dem Trainer Diktatur vor. Das Spiel in Hamburg nicht besser. Der erste Auftritt des Ex-Real-Stars Raul geht nach hinten los. Irgendwie bekommt man den Eindruck, Schalke habe den falschen Madrilenen verpflichtet. Raul ohne Bindung, ohne Fitness. Auf der anderen Seite schießt Ruud van Nistelrooy beide Tore zum 1:2.

“Ja super DFL, vielen Dank!”, werden sich ironisch die Verantwortlichen in Köln und Freiburg gedacht haben. Erster Spieltag gegen euphorisierte Aufsteiger. Kaiserlautern kommt nach Köln. Kölns Verteidiger Mohamad sichert sich den Eintrag in die Fußballgeschichtsbücher. Rote Karte nach 87 Sekunden. Die schnellste jemals. Trotz 1:0-Führung in den letzten 20 Minuten das Spiel aus der Hand gegeben zum 1:3. Lukas Podolski knüpf nahtlos an seine schwache Form der letzten Saison an. Sucht wohl nur nach einer zweijährigen Beschäftigungstherapie zwischen zwei Nationalmannschaftsgroßereignissen?

Gleiches Bild in Freiburg. Die Vorzeigerevoluzzer, die Antikapitalisten von St. Pauli (wer’s glaubt) kommen zum Auftakt. Freiburg geht in Führung und verliert doch 1:3. Danach springen alle Medienvertreter unisono auf den gleichen Zug: Analysieren das “Phänomen St. Pauli”. Seid sicher, auch bei St. Pauli greifen die Mechanismen des Geschäfts und es geht doch nur ums Geld. Verpackt in dem schönen Ruf des Underdogs.

Verdammter Bayerndusel. Verdammt, verdammt, verdammt. Da mühen sich 90 Minuten lang Wolfsburgs Spieler um ein Unentschieden, haben nach den ersten 45 Minuten endlich mehr Spielanteile, Trainer McLaren hüpft die Linie auf und ab und am Ende schlägt Ribéry eine Flanke in den Strafraum, der Ball scheint schon ins Toraus zu gehen, da rutscht Schweinsteiger heran und quält ihn noch zum 1:2 ins Tor. Verdammt, verdammt, verdammt.

“Verdammter Özil” werden sie in Bremen denken. Nicht dass sie ihn gebraucht hätten gegen Hoffenheim. Ein Özil alleine hätte beim 1:4-Debakel den Bremern auch nichts genützt. Dann lieber die 18 Millionen Euro aus Madrid nehmen und Özil ziehen lassen. Aber die blöden Reporterfragen nach dem Spiel. Jeder will vom Trainer, vom Manager, vom Torwart, vom Busfahrer wissen, ob es am fehlenden Mittelfeldstar gelegen habe, dass Werder solch eine Niederlage einfuhr. Vielleicht lag es ja einfach am guten Gegner?

Eventuell lag es ja an den blauen Trikots der Leverkusener, dass Dortmund sein Heimspiel gegen Bayer 0:2 verlor. Ausgerechnet in “Chelsea-Blau” trat die Werkself um Heimkehrer Michael Ballack im Westfalenstadion auf. Der Schiedsrichter jedenfalls war ob so viel Weltfußball-Analogie geblendet und verwehrte den Dortmundern den regulären Ausgleichstreffer, der das 1:1 bedeutet hätte. Ballacks Vasallen ließen das 0:2 folgen und das Spiel war entschieden.

Erster Spieltag: Dumm gelaufen für Schalke, Köln, Freiburg, Wolfsburg, Bremen und Dortmund. Aber sonst war es super!

Anmerkung: Da sich in dieser Saison ein Blick zu den deutschen Stars im Ausland lohnt, eine Anekdote aus England. Die deutschen Stars warten derzeit auf ihren ersten Einsatz. Für Mesut Özil und Sami Khedira hat die Saison mit Real Madrid in Spanien noch nicht begonnen. Und Jerome Boateng kommt verletzungsbedingt im Moment nicht zum Einsatz. Grund: Eine Stewardess ist ihm im Flugzeug mit dem Getränkewagen gegen das Knie gefahren. Sehnenriss! Sachen gibt’s.

Die Ergebnisse des 1. Spieltags:
Bayern München   -  VfL Wolfsburg  2:1
1899 Hoffenheim   -  Werder Bremen  4:1
Borussia Mönchengladbach   -  1. FC Nürnberg  1:1
1. FC Köln   -  1. FC Kaiserslautern  1:3
SC Freiburg   -  FC St. Pauli  1:3
Hannover 96   -  Eintracht Frankfurt  2:1
Hamburger SV   -  FC Schalke 04  2:1
1. FSV Mainz 05   -  VfB Stuttgart  2:0
Borussia Dortmund   -  Bayer Leverkusen  0:2

(Stefan Reichart)

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