Haach de Klicker ins Goal enei!“, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. „Hau den Ball ins Tor hinein!“ Aber hat eine Frau schon mal zu Ihnen gesagt: „Fußballspieler finde ich sooo attraktiv.“? Denn das sind sie offensichtlich – oder aber ihr Geld.

Früher standen Frauen auf Formel-1-Rennfahrer. Schnelle Autos, verwegene Typen, rassige Boxenluder. Jackie Stewart, Nelson Piquet, Jody Scheckter, Mario Andretti, Playboys für die Yellow-Press. Heute dagegen kommt die Formel 1 mit lauter Schwiegermütterlieblingen und Milchbubis daher: Sebastian Vettel, Nico Roßberg, Michael Schumacher, Lewis Hamilton. Kennen Sie auch nur eine brisant schlüpfrige Geschichte zu diesen Weicheiern?
Aus Verzweiflung muss sich die Boulevardpresse mit GOLF beschäftigen! Was ist daran eigentlich männlich? Tiger Woods’ Aufstieg und Fall plus öffentliche Geständnisse sind wohl eher was für Rosamunde-Pilcher-Fans. Aber es gibt ja Fußball. Da ist MANN proletenmäßig gut unterwegs. Frauen und Fußball (bitte jetzt nicht verwechseln mit „Frauenfußball“), nichts interessiert Männer mehr. Und Frauen interessieren sich für Fußballspieler. Bei der nächsten WM wird auch Ihre Frau wieder schwärmen: „Ach, schau nur die süßen Portugiesen. Und die gelockten Italiener. Und die Sixpacks der Brasilianer.“ Dass Fußball-Popstars und ihre Groupies auch horizontal öfter aufeinandertreffen und die Allgemeinheit dann genauestens – mal amüsiert, mal angewidert – zuschaut, verwundert nicht. Die omnipräsenten Medien lassen uns teilhaben. Die unerreichbaren, reichen Idole schrumpfen auf menschliche Größe.
Fußballer sind die Formel-1-Playboys früherer Tage. John Terry fiel jüngst in die testosterongesteuerte Liebesfalle. Auch Ashley Cole, Cristiano Ronaldo oder Wayne Rooney machten schon Boulevardschlagzeilen. Ganze Nationalmannschaften feierten wilde Partys mit leichten Mädchen. Ja, sogar der, hach, so absolute Rebell Stefan Effenberg ließ uns teilhaben an seinem außerehelichen Techtelmechtel mit Frau Strunz. Ihnen allen folgt nun Franck Ribéry. Ausgerechnet in der bayerischen Woche der sportlichen Wahrheit. Zwischen zwei Champions League-Halbfinalspielen und in der entscheidenden Phase der Meisterschaft bestimmt der flinke Franzose die Klatschpresse. Das ist Timing. Der Fan schaut zu – amüsiert oder angewidert.
Ohne psychologische Analysen herausarbeiten zu wollen, ob nun die Affäre Ribéry die Bayern gehemmt hat oder doch wohl eher der Kraftverlust nach dem Champions League-Hinspiel gegen Lyon: Fakt ist, die Bayern haben ihr Punktepolster an der Spitze der Bundesliga eingebüßt. Am 32. Spieltag kamen die Münchener nur zu einem 1:1 in Mönchengladbach. Nur dank des Torverhältnisses steht Bayern München noch auf Rang 1. Dieses ist zwar sehr gut, doch ein Ausrutscher in den letzten beiden Spielen genügt und Schalke 04 zieht vorbei. Die Schalker schlossen auf, weil Heiko Westermann kurz vor dem Ende der Partie seiner „Königsblauen“ in Berlin den 1:0-Siegtreffer markierte. Die Meisterschaftsfrage bleibt spannend. Die Hertha spielte keinesfalls wie ein Absteiger, aber es fehlte einmal mehr an der Entschlossenheit zum Sieg. Hertha BSC ist nur noch einen Schritt vom Absturz entfernt.
Allgemein gab es für die Abstiegskandidaten nichts zu holen. Berlin verlor und nicht besser erging es Hannover (0:3 in Leverkusen), Bochum (0:2 gegen Stuttgart) und Nürnberg (2:3 gegen Dortmund). Deren Gegner hatten allesamt nichts zu verschenken. Die spielen um die internationalen Startplätze. Nürnberg fiel Dortmunds Lucas Barrios zum Opfer. Der hat offensichtlich im Moment keine Frauengeschichten im Kopf und konzentriert sich voll auf das Toreschießen. Er erzielte für Dortmund alle drei Treffer.
Gewinner im Abstiegskampf war an diesem Wochenende Freiburg. Der Sportclub gewann gegen den VfL Wolfsburg, für den die Saison gelaufen ist, mit 1:0. Hoffnung im Breisgau.
HSV-Trainer Bruno Labbadia hätte sich gefreut, wenn seine Hamburger Spieler Frauengeschichten im Kopf gehabt hätten. Die aber dachten augenscheinlich nur an ihn und betrieben hinterlistig seinen Rausschmiss. Anders ist die Arbeitsverweigerung beim 1:5 in Hoffenheim nicht zu erklären. Damit ist die Bundesligasaison im Eimer. Doch die Vorzeichen für das Europa League-Halbfinal-Rückspiel am Donnerstag gegen Fulham sind gut. Denn Bruno Labbadia wurde heute entlassen und muss nicht mehr die unwilligen Profis betreuen. Statt dessen kann er in den Armen (s)einer Frau liegen.
Die Ergebnisse des 32. Spieltags:
VfL Bochum - VfB Stuttgart 0:2
Borussia Mönchengladbach - Bayern München 1:1
1. FC Nürnberg - Borussia Dortmund 2:3
Hertha BSC Berlin - FC Schalke 04 0:1
Bayer Leverkusen - Hannover 96 3:0
1. FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 3:3
Werder Bremen - 1. FC Köln 1:0
1899 Hoffenheim - Hamburger SV 5:1
SC Freiburg - VfL Wolfsburg 1:0
Tabelle
1 Bayern München 64 P
2 FC Schalke 04 64 P
3 Werder Bremen 57 P
4 Bayer Leverkusen 57 P
5 Borussia Dortmund 56 P
6 VfB Stuttgart 53 P
7 Hamburger SV 48 P
8 VfL Wolfsburg 46 P
9 Eintracht Frankfurt 46 P
10 1. FSV Mainz 05 45 P
11 1899 Hoffenheim 38 P
12 Borussia Mönchengladbach 38 P
13 1. FC Köln 37 P
14 SC Freiburg 31 P
15 1. FC Nürnberg 28 P
16 VfL Bochum 28 P
17 Hannover 96 27 P
18 Hertha BSC Berlin 23 P

